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Saturday, 27. June 2009FiWaK 2009: Von den Schwierigkeiten an Netz zu kommen...Tja, wir sitzen mal wieder im Wald und feiern ein wenig unsere eigene Großartigkeit (oder so ähnlich). Wie üblich ist dazu natürlich Netz notwendig. War auch kein Problem: die übliche DSL-Lösung funktionierte ja problemlos. Wir konnten mit unserer experimentellen DSL-auf-DSL-auf-WLAN-auf-Rest-der-Welt in Ruhe Versuche starten ohne ernsthaft eine funktionierende Lösung haben zu müssen. Bis heute morgen... Wir würden heute morgen von einem "kleinen" Gewitter geweckt. Seitdem geht die eine DSL-Strecke nicht mehr. Die wichtige. Die experimentelle Seite (die gestern mal ging) war auch abgeraucht. Sieht alles ein wenig nach Blitzschlag aus. Nachdem wir zumindest einen Teil der Modems wieder in Betrieb nehmen (die "wichtige" Strecke blieb allerdings tot) konnten wir rumexperimentieren und basteln und probieren und hoffen und sonstwas. Tja, nach einem guten Tag hatten wir es hingenerdet: im Moment funktioniert es. Wieso? Keine Ahnung. Wie lange? Weiß ich noch viel weniger. Nicht wirklich befriedigend. *gnaaa* Saturday, 20. June 2009Update von etch auf lennyFürchterlich! Irgendwann kommt man mal auf die glorreiche Idee, seinen Server auf Debian Lenny bringen zu wollen. Warum auch nicht? Ist ja mittlerweile schon ein Stück stable und außerdem und überhaupt. Also gestern fix angekündigt und heute morgen begonnen. Paketquellen geändert, apt-get dist-upgrade angeworfen und los. Joar, alles kein Problem, wenn da nicht so ein kleines Problem wäre: seit einiger Zeit kann ich OpenVPN auf dem Server nicht mehr beenden. Das bleibt dann mit der (sich alle 10 Sekunden wiederholenden) Meldung: kernel: unregister_netdevice: waiting for tap1 to become free. Usage count = 1. Tja... das OpenSSL-Update wollte dann OpenVPN neu starten... Plöt. Mitten im Update bleibt das ganze also mal gepflegt hängen. Intelligenterweise kann man sich nachdem das begonnen hat nicht mehr einloggen. Ich hatte also nichtmal mehr ne Konsole um die Kiste hart neu zu starten und zu hoffen. *gnaaa* Ok, Hetzner anrufen, Rettungssystem etc.pp. Blöd zum Zweiten: der im chroot auf dem halbfertigen System weitergeführte Update-Prozess war dann irgendwie der Meinung Mailserver etc. neu zu starten, was dazu führte, dass plötzlich der Secondary MX mit der Einlieferung begann. Ich hätte nicht erwartet, dass das ein Problem darstellen würde. Irgendwie war dem aber offensichtlich so, jedenfalls verabschiedete sich das System bei der Konfiguration des Bootloaders (Hurra! Wenn es einen dämlichen Moment gibt, dann diesen!) Also nochmal Hetzner angerufen (der arme Kerl, der da heute Dienst hatte...), Rettungssystem zum zweiten, Bootloader konfiguriert und installiert, neu gestartet und bibbernd davor gesessen. Zu meiner Überraschung hatte das dann aber geklappt. Die üblichen Verdächtigen (ein paar Django-Programme) wollten mal wieder nicht mehr starten und PostgreSQL wollte gern ein pg_updatecluster haben, damit es wieder lieb mit mir ist, aber sonst war alles locker. So, jetzt aber erstmal wieder 5 Jahre Ruhe... *grmpf* Friday, 5. June 2009Presenter ScreenGeilste OpenOffice.org-Erweiterung ever: Presenter Screen. Aus ominösen Gründen bin ich heute auf ein wenig Hirnunterstützung in Form von Notizen angewiesen und bin dabei über dieses Teil gestolpert. Nach dem Starten einer Präsentation im Impress präsentiert sich der Bildschirm zum Vortragenden (zwei Bildschirme natürlich vorausgesetzt) recht aufgeräumt: ![]() Presenter Screen auf dem Bildschirm des Vortragenden Alles da, was man braucht: Uhr, Folienübersicht, Notizen, nächste Folie etc.pp. Hoffentlich wird diese Extension mal standardmäßig in OpenOffice.org mit eingebaut. BTW: Unter Ubuntu ist Presenter Screen als openoffice.org-presenter-console verfügbar. Aber wahrscheinlich weiß das außer mit eh schon wieder jeder. Sunday, 24. May 2009(Fast) Honig selbst gemachtVor kurzem war ja wieder mal Löwenzahnzeit und wenn ich so jeden Mittag vom Büro zum Essen laufe, dann komm ich an einer Wiese vorbei, die voll ist von den Blumen. Irgendwie kam mir da in den Sinn, dass Frau Mama früher ja öfter mal Löwenzahnblütenhonig gemacht hat. Hm... Ist doch eigentlich mal wieder ein Plan um die Küche in totalem Chaos zu hinterlassen... Die Holdeste aller Holden war erstaunlicherweise von der Idee angetan und so haben wir uns ans Blütensammeln gemacht. Wie immer natürlich generalstabsmäßig. 250 Blüten sollen etwa 1,5 Liter Honig ergeben. Wir haben 750 gesammelt. Ähem... Egal, nachdem man mit dem ersten Versuch größere Dinge an die Decke hätte kleben können (zu wenig Wasser), ist der zweite nun richtig gut geworden. Goldgelb, einigermaßen flüssig und verdammt lecker. Für Interessierte zum Nachkochen hier das „Familienrezept”: 250 Löwenzahnblüten sammeln (vorzugsweise NICHT direkt neben der Bundesstraße) und gut abwaschen. Man kann den Blütenkelch dranlassen, sollte nur darauf achten, dass nicht zu viel vom Stengel dran ist. Drei Biozitronen (ungespritzt) mit Schale in Scheiben schneiden und zusammen mit den Blüten in knapp 2 Liter Wasser ca. 1 Stunde kochen. Danach über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag das ganze durch ein Tuch drücken (man will ja keine Blüten im Honig haben) und den Saft (der übrigens quietschgelb wie Orangensaft aussieht, aber komplett anders riecht) mit 2 kg Zucker 2-3 Stunden einkochen. Dazu kurz aufkochen, bis sich der Zucker gelöst hat und der Saft wieder klar wird (aufpassen, kocht extrem schnell über. Ich hab einmal die halbe Küche gereinigt. Außerdem verträgt sich Zucker und Ceran nicht so wirklich...) und dann nur noch sachte köcheln lassen. Zwischendurch kann man immer wieder mal die Konsistenz testen. Einige Anleitungen im Internet sagen was von "wenn der Saft zähflüssig vom Löffel tropft... Totaler Blödsinn. Solang das Zeug warm ist, ist es auch flüssig (wer schonmal richtigen Honig erwärmt hat weiß das). Daher: ein paar Tropfen raus und auf einem Teller abkühlen lassen. Dann bekommt man einen Eindruck, wie die Konsistenz sein wird. Wenn's noch zu dünn ist: weiterköcheln. Tja, ganz zum Schluss noch heiß in Schraubgläser einfüllen und diese kopfüber aufstellen → fertig ist der „Honig” (eigentlich ist es ja Sirup). Aussehen tut das ganze dann in etwa so (man entschuldige die schlechte Freistellung. Ich war faul...): ![]() Lecker... Thursday, 30. April 2009Kaputte Tages-/Wochenansicht im KOrganizer KalenderSo ein paar Geburtswehwechen hat mein frisch installiertes Kubuntu 9.04 dann doch. Nachdem ich etwas länger aus Google Earth einklopfen musste und auch ein Bug im Handling von USB-Sticks schon behoben werden wollte (wenn man einen, der in Benutzung ist, über den Device Notifier auswerfen will, dann friert der ein. Patch ist im Upstream bereits drin.), war nun nur noch das Problem mit dem KOrganizer zu beheben. In der Tages-, Wochen- und Arbeitswochenansicht war nix zu sehen (vgl. passender Bug im Launchpad). Blöd, wenn man wie ich das Teil eigentlich recht exzessiv nutzt (ehrlich mal: ich würde meine Seminare vergessen ohne das Ding). Der Übeltäter ist folgender Eintrag in der ~/.kde/share/config/korganizerrc: [Views]
Der gibt die Trennung zwischen der Zeittafel und den zeitunabhängigen Events in den entsprechenden Ansichten an. Deswegen ist das auch in der Monatsansicht kein Problem: dort gibt es diesen Trenner nicht. Wenn man statt 0,0 sinnvolle Werte einsetzt (ich hab bspw. 800,600 eingesetzt und dann im GUI das wieder zurechtgezogen), dann ist alles wieder wie gewohnt. Eigentlich sollte das Problem laut Bugreport in 4.2.2 gefixt sein (was ich hier installiert habe). Ist es wohl aber für mich nicht. Mal kommentieren... Sunday, 26. April 2009Google Earth Error Code 29Wenn's mal wieder länger dauert... Jetzt hab ich doch einige Zeit versucht auf meinem 64-Bit-Kubuntu 9.04 Google Earth ans Laufen zu kriegen. Blöderweise verabschiedet sich das Programm immer mit Error 29, wenn es startet und stellt dann nichts dar. Folgender Thread enthält die Lösung des Rätsels: Auf einem 64-Bit-System sind normalerweise nicht unbedingt alle Bibliotheken installiert, die GE so erwartet (es ist ja leider "nur" ein 32-Bit-Programm). In meinem Fall fehlte lib32nss-mdns. Nach einer Installation beschwert es sich wieder über das bekannte OpenSSL-Problem (die GE-eigene libcrypto im Programmverzeichnis ist der Übeltäter. Einfach löschen und schon geht's) und wenn man das auch noch behoben hat, dann läuft das ganze. Einfacher geht's zumindest unter Ubuntu mit aptitude install googleearth-package. Danach kann man sich mit make-googleearth-package ein Debian-Paket bauen, welches die nötigen Dinge tut, damit alles funktioniert. Sunday, 12. April 2009Hugin, Autopano und UbuntuGleich noch ein kurzer Vermerk bzgl. Panoramas hinterher: will man die Funktion zum automatischen Finden von Referenzpunkten in Hugin nutzen, so bietet sich die Einbindung von autopano-sift an. Blöd nur, dass die unter Ubuntu standardmäßig nicht funktioniert. Kann man sich also entweder mit der dämlichen Oberfläche von Autopano rumschlagen (mal ehrlich: kein Drag'n'Drop, Dateidialoge merken sich das letzte Verzeichnis nicht etc.pp.) oder aber man korrigiert die Einstellungen von hugin. (Hinweis: bezieht sich auf die Autopano-SIFT-Version, die unter Ubuntu 8.10 vom Paket autopano-sift installiert wird) Hugin erwartet von dem Autopano-Tool, was es ansteuert, dass man ihm eine Handvoll Bilder vorwirft und eine PTO-Datei mit den passenden Referenzpunkten zurückbekommt. Dummerweise macht das normale autopano-Executable unter Ubuntu genau das nicht. Es will nämlich Keypoint-Dateien (hä?) anstatt Bilder. Es gibt in dem Paket aber noch ein Skript namens autopano-complete, welches die nötige Funktionalität zur Verfügung stellt. Man muss also nun in hugin folgendes einrichten (unter Datei→Einstellungen: Autopano):
Danach kann man über den Assisstenten in den Genuss automatisch eingerichteter Keypoints kommen und das dank der brauchbaren Oberfläche von Hugin ohne Kontakt mit der GUI für Autopano. Quelle: http://forum.ubuntuusers.de/topic/hugin-mit-autopano-sift:-eine-art-laengeres-h/ Panoramabilder und WeißabgleichAus ominösen Gründen baue ich gerade an einer größeren Menge Panoramas rum (erwähnte ich schon, dass Neuseeland verdammt viel interessante Landschaft hat? Egal..). Dabei ist mir nun bei dem ein oder anderen Bild aufgefallen, dass ich einen Parameter meiner Kamera wohl besser auch noch festnageln sollte bei der Aufnahme der Rohbilder: neben der Belichtung spielt dummerweise auch der Weißabgleich des Bildes eine entscheidende Rolle. Im Allgemeinen funktioniert der automatische Weißabgleich ja ganz gut. Dummerweise ist "im Allgemeinen" nicht genug, wenn man Bilder braucht, die exakt zusammenpassen. Mir ist es jedenfalls passiert, dass die Kamera bei einem von drei Fotos eines Panoramas deutlich zu rot belichtet hat. Sieht blöd aus... Nun könnte man ja mit Gimp und Co. versuchen die Bilder einigermaßen hinzuziehen, bis die Farben passen. Man kann sich die Experimente aber auch sparen und direkt eine passende Farbabstimmung verwenden. Hilfreich ist hierbei, dass zumindest die Canon EOS 20D (andere hab ich grad nicht zur Hand) in den EXIF-Daten des Bildes hinterlegt, mit welcher Abstimmung der automatische Weißabgleich das Bild gerechnet hat. Von exiftool wird das entsprechende Feld als "WB RGGB Levels As Shot" bezeichnet. Es enthält vier Werte: Rot-Grün-Grün-Blau (zweimal Grün, weil das Bayer Pattern der Sensoren zwei grüne Pixel mit einem blauen und einem roten zu einem Bildpunkt zusammenfasst). Jeder der Werte gibt quasi den Anteil der entsprechenden Farbe am (durch den Weißabgleich angenommenen) Umgebungslicht an. Hat man nun eine Serie von Aufnahmen verrafft, kann man sich einfach ein Bild als Referenz raussuchen und dann die Werte von allen anderen anpassen. Ich hatte bspw. folgendes (erstes Bild ist die Referenz): WB RGGB Levels As Shot : 1912 1015 1015 1501 Das Referenzbild war also mit gut 12 Prozent weniger Rot- und 5 Prozent mehr Blauanteil belichtet worden (interessanterweise waren die Grünwerte exakt gleich). Gut, zweiten Shot im Gimp öffnen, Farben → Farbabgleich und dann bei Cyan-Rot -12 und bei Gelb-Blau 5 eingetragen (praktischerweise sind das Prozentangaben) und schon passen die beiden Bilder perfekt zusammen. Und beim nächsten Mal mit festem Weißabgleich arbeiten. Ähem... Thursday, 9. April 2009[NZ09] Wieder daSo, nachdem ich gestern nicht ganz unerwartet deutlich zu müde war, um noch einen Abschlussartikel zu schreiben, kommt der halt heute. Nach wieder mal viel zu vielen Stunden im Flugzeug (und der Bahn) sind wir wieder in Deutschland. Was bleibt vom Urlaub?
Insgesamt war's ein richtig genialer Urlaub. Wir haben jedenfalls schon kurz nach Beginn des Urlaubs beschlossen, dass wir wieder fliegen. Nicht gleich morgen, aber auch nicht erst zur Rente. So, jetzt läuft der Kiwi erstmal wieder aus dem Blog-Design. Muss er ja, fliegen kann er ja nicht... Monday, 6. April 2009[NZ09] Abschlussessen hoch obenNachdem ja nun morgen nachmittag unser Flieger zurück in die Heimat geht wollten wir heute den Abschluss des Urlaubs nochmal ein kleinwenig feiern. Da das Wetter heute sehr gut war konnten wir das im Orbit Restaurant des Sky Towers in Auckland tun. In knapp 200 Metern Höhe kann man dort sein Abendessen genießen und sich in einer Stunde einmal um den Turm drehen lassen. Extrem lohnenswert, denn wenn man mindestens für 30 Dollar isst, bekommt man die Fahrt auf den Turm und den Zutritt zur Aussichtsplattform kostenlos. Sonst kostet das 25 Dollar. Und das Essen ist sein Geld auf jeden Fall wert. Nach dem Essen (mit Sonnenuntergang) haben wir uns noch ein paar Minuten auf der Aussichtsplattform gegönnt. Als besonderes Erlebnis kann man dort über einen verglasten Boden laufen: in der Höhe auch mal was ungewöhnliches. Generell haben die Erbauer des Turms Wert darauf gelegt, dass man fast überall rausgucken kann. Selbst ein Teil des Fahrstuhlbodens besteht aus Glas und erlaubt so den Blick in den Schacht. Da ist es dann nur folgerichtig, dass man das Höhenerlebnis auf die Spitze treiben kann: mit Sky Walk und Sky Jump bietet sich dort die Möglichkeit auch außen am Turm Höhenluft zu schnuppern. Für den Sky Walk wird man mit eine Seil gesichert und kann auf einem Gitter vor den Fenstern des Restaurants rumturnen (nix für mich: vielleicht 70 cm breit und 193 Meter über dem Boden). Will man das ganze noch steigern, so kann man vom Turm springen: beim Sky Jump wird man an ein Stahlseil gespannt und mit hoher Geschwindigkeit vom Turm abgeseilt. Quasi wie Bungee, nur mit Landung neben dem Turm (erst recht nix für mich. *brrr*). Morgen geht's dann ganz gemütlich gen Flughafen, bevor wir uns ab Nachmittag (Zeit hab ich grad vergessen) wieder für 24 Stunden in verschiedenen Flugzeugen mehr oder minder wohlfühlen dürfen. Ich hoffe ja mal, das Qantas einen Teil des Videoangebotes ausgetauscht hat... Sunday, 5. April 2009[NZ09] Nachtrag: Lila (und Pink) schützt vor Schwangerschaft...[NZ09] Im Frühtau zu Berge...Das zweite Wanderhighlight in diesem Urlaub und das zweite mal passt ein Wanderlied dazu. Gut, fast: der Frühtau war eigentlich Frühreif, denn (wie wir in unseren zu kleinen Schlafsäcken leidvoll erfahren mussten) die Termperaturen lagen in der Nacht unter 0 Grad. Früh ging es tatsächlich los: 5:55 Uhr fuhr der Bus ab, der uns an den Startpunkt des Tongariro Alpine Crossing brachte. 19,4 Kilometer über die Kraterlandschaft des Tongariro-Nationalparks sollte es gehen (letzten Endes sind es mehr geworden, aber dazu später mehr.) Es war noch komplett dunkel, als wir am Mangatepopo Car Park losgelaufen sind und das sollte auch noch für gut eine halbe Stunde so bleiben (fotografisch gesehen eher blöd, wandertechnisch sehr interessant). Zuerst ging's relativ gemütlich hin, immer dem Tal folgend bis zu den Soda Springs. Dort wartete (mittlerweile im Hellen) der erste Anstieg des Tages: innerhalb von knapp einem Kilometer will via Devil's Staircase der Rand des South Crater erklommen werden, immerhin schonmal 350 Höhenmeter zum warm werden. Der südliche Krater des Tongariro ist eigentlich eine relativ weite Ebene, die vom Crossing durchquert wird. Perfekt zum Ausruhen, bevor es zum nächsten heftigen Anstieg geht. Vorher wartete mein persönlicher Höhepunkt der Wanderung: der Aufstieg zum Gipfel des 2291 Meter hohen Ngauruhoe (für alles, die's wissen wollen: der spricht sich in etwa "Naruho-ieh"). Dieser ist zwar eigentlich geologisch gesehen nur ein Nebenkrater des Tongriro, der dem Nationalpark den Namen gibt, ist aber viel höher als der Hauptkrater. Außerdem sieht er aus, wie ein kleines Kind einen Vulkan zeichnen würde: ein perfekt geformter Kegel mit einem Krater auf der Spitze. Unter anderem deswegen wurde er für die "Herr der Ringe"-Filme als Schicksalsberg ausgewählt. Eigentlich gehört der Gipfel gar nicht zum Crossing. Allerding hatte ich mir fest vorgenommen, den Aufstieg zu versuchen. Knapp 600 Meter erhebt sich der Ngauruhoe über den South Crater. Diese 600 Meter haben es allerdings in sich: große Teile sind tiefe Vulkanaschefelder. Zwei Schritte vor, einen zurückrutschen. Dazu kommt, dass man dann in knapp 2000 Metern Höhe doch sehr deutlich merkt, wie die Luft dünn wird. Über eine Stunde hab ich letzten Endes für den Aufstieg gebraucht. Die Damen der Schöpfung haben von der Anstrengung lieber abgesehen (hier setze man in Meckerton dazu: "Und uns den Arsch abgefroren!") und waren am South Crater zurückgeblieben. Ist man allerdings erstmal auf dem Kraterrand angelangt, entschädigt der Blick (und das Gefühl, es geschafft zu haben) für alles. Ein atemberaubender Rundumblick über den Nationalpark auf die Gipfel des Tongariro und Ruhapeu erwartet einen. Tja, und wenn man das genossen hat, dann kommt der interessanteste Teil des Ganzen: der Abstieg. Oder eher: das Abgleiten, denn gut 500 Höhenmeter kannt man die steilen Aschefelder hinunterschliddern. 1,5 Stunden rauf, 20 Minuten runter, das ist so die Formel auf die sich das Erlebnis bringen lässt. Ok, man sollte seine Schuhe nicht über alles lieben. Vulkanasche und -sand sind scharfkantig. Stolz wie Oskar kam ich wieder im South Crater an, nur um mir mein Ego vom Anstieg zum Red Crater gleich wieder zusammenstauchen zu lassen. Nochmal 250 Meter rauf, eine Sache die meinen Ngauruhoe-gestressten Beinen gar nicht gefallen wollte. Auf halber Höhe haben mich dann die beiden Mädels abgefangen (und erstmal für die Wartezeit zusammengestaucht. Ähem...) Der Red Crater kommt durch seine rote Asche (Schlacke? Fragt mich nicht...) zu seinem Namen. Keine Ahnung, wie die genau entsteht (oder wieso die mal gelb, mal weiß, rot oder schwarz wird), aber schickt sieht sie schon aus. Für geologisch Interessierte ist das Gebiet sowieso ein Traum. Für mich sieht das ja alles nur schön aus (und nötigt mir Respekt ab ob der Naturkräfte, die es geformt haben), aber wenn man davon auch noch Ahnung hat, dann kann man sich da richtig austoben. Wie man sieht ist das ganze auch für Fotografen gut geeignet. Soviel beeindruckende Natur, dass man über's Fotografieren glatt das Laufen vergessen kann. Das wäre allerdings ungünstig gewesen, ist doch mit dem Aufstieg zum Red Crater weniger als die Hälfte des Crossings geschafft. Von dort an geht es fast nur noch bergab (von einem kurzen Anstieg zum Blue Lake – der einen schönen Māori-Namen hat: Te wai-whakalata-o-te Rangihiroa – abgesehen). Noch knapp 1000 Höhenmeter wollen abwärts überwunden werden, bis man das Crossing am Ketetahi Car Park dann beenden kann. Erschöpft, aber glücklich saßen wir nach knapp 10 Stunden im Bus zurück in unsere Unterkunft. Morgens waren die Scheiben des Autos gefroren, nachmittags konnten wir uns im T-Shirt in die Sonne setzen. Faszinierend. GG war übrigens auch mit. Zusammen mit Henk hat er vor einem der Emerald Lakes posiert. Er fand übrigens die Luft auf dem Ngauruhoe überhaut nicht zu dünn. Kein Wunder: hat sich ja die ganze Zeit von mir tragen lassen, die faule Sau... Generell ging es uns heute eigentlich recht gut. Leichter Muskelkater, aber sonst kein Problem. Wir tingeln nun so langsam weiter nach Norden in Richtung Auckland, denn am Dienstag geht ja schon der Flieger zurück in die Heimat. Selbst laufen war heute nicht so unser Fall, weswegen wir uns spontan ein paar Pferde plus Führerin geschnappt haben und ein wenig durch die Landschaft geritten sind. Naja, sagen wir's so: unsere Pferde sind größtenteils mit uns spazieren gegangen. Fühlte sich nicht direkt an, als hätten wir das Kommando. Anja konnte das ja schon ein wenig, aber Manu und ich waren dann doch größtenteils nur Gepäck. Spaß gemacht hat's trotzdem. Morgen geht's weiter in die größte Stadt Neuseelands (in der mehr als 25% der Leute wohnen). Nachdem wir uns heute nochmal um eine Übernachtung da gedrückt haben (Zwischenstation in Hamilton), werden wir morgen abend zum zweiten Mal versuchen auf dem Sky Tower zu essen (das erste Mal fiel ja aufgrund des Windes aus) und in der Stadt schlafen. Schauen wir mal. Wednesday, 1. April 2009[NZ09] Entspannte Tage in der Nelson AreaDas Blog wird etwas ruhiger, man merkt es schon: wir lassen es grad recht gemütlich angehen. Ein paar Tage entspannen, bevor nochmal zwei anstrengende Dinge auf uns warten: das Tongariro Crossing und der Rückflug. Im Moment genießen wir aber noch die Gastfreundschaft der Südinsel in Form von Anjas Kiwi-Familie. Damit uns nicht zu langweilig wird unternehmen wir natürlich noch das ein oder andere. Gestern war kayaken (oder schreibt sich das mit j? *dudenkonsultier* Tut man.)... wir waren also kajaken (hm, sieht noch blöder aus...) Nicht wie im Milford Sound in kleinen einsitzigen Böötchen in einer schön geschützten Bucht, sondern mit zweisitzigen, (fast) hochseetauglichen Kajaks in Richtung Split Apple Rock. Schon interessant, wenn man bei bis zu einem Meter Wellenhöhe rumrudert. Dabei kann man sich wunderbar mit seinem Kajakpartner rumstreiten bezüglich Paddelrhythmus etc. Ich mag meine Frau trotzdem noch (grad so). Das beste am Kajaken: um mit den Booten zu landen muss man sie volle Kanne auf den Strand rammen. Also mir hat das Spaß gemacht :) Heute ging's dann nochmal in den Norden. Wir wollten uns unbedingt noch die Pu Pu Springs anschauen. Ein Quelle klingt zwar auf den ersten Blick nicht so wahnsinnig spannend, aber diese hat es in sich. Im Schnitt stößt sie 14 m³ Wasser pro Sekunde aus, das so klar ist, dass die Sichtweite unter Wasser 63 Meter beträgt – nahe dem theoretischen Maximum für reines Wasser. Gespeist wird das ganze aus einem unterirdischen Reservoir, das schätzungsweise 1,5 km³ Wasser fasst. Allein die Fakten sind schon interessant, aber wenn man dann an der Quelle steht und einen Fluss aus dem Nichts entstehen sieht (wirklich einen Fluss, kein Bächlein. Zum Vergleich: die Ilm führt im Jahresdurchschnitt gerade mal 6 m³), dann ist das mehr als beeindruckend. Zumal das Wasser so klar ist, dass an wirklich ohne Probleme bis auf den Grund sehen kann (was bei einer Tiefe von bis knapp 7 Metern schon ungewöhnlich ist). Ab morgen geht es wieder ein wenig auf die Reise. Zurück Richtung Nordinsel und irgendwann nach Auckland (wir sind alle nicht wirklich begeistert). Schließlich wollen unsere Familien uns ja irgendwann wiedersehen. Gerüchteweise... Monday, 30. March 2009[NZ09] Aaaaaaaaaahhhhhhhh....So ähnlich könnten wir heute geklungen haben. 13 000 Fuß oder – für deutsche Augen verständlicher – 4 300 Meter über dem Boden aus einem voll funktionstüchtigen Flugzeug auszusteigen ist sicherlich keine alltägliche Erfahrung. Anja hatte uns soviel davon vorgeschwärmt, dass zumindest ich mich überzeugen lassen hatte, es zu probieren. Nachdem wir dann letztens einen Anhalter mitgenommen haben der auch nochmal total begeistert auf Manu eingeredet hat, hatte sie sich spontan entschlossen, es auch zu tun. Tja, so saßen wir dann heute auf dem Flugfeld in Motueka und wollten mit einem kleinen ehemaligen Frachtflugzeug auf eben jene 13 000 Fuß klettern (was gut 15 Minuten dauert) um uns dann dem Erdboden entgegen zu stürzen (was knapp 5 Minuten dauert). Und da uns das ja sonst keiner glaubt hatten wir jeder einen Fotografen dabei. Anja musste leider getrennt von uns aufsteigen, weil das Flugzeug zu klein für 9 Leute gewesen wäre (wir drei mit jeweils einem Tandem-Master und einem Fotografen). So konnten wir uns noch einige Minuten in leichter Nervosität üben, während 4000 Meter über uns jemand schon seinen Spaß hatte. Diese Höhe ist so hoch, dass man schon erste Schwierigkeiten hat, das Flugzeug zu sehen. Von den Leuten, die rausspringen ganz zu schweigen. Eigentlich sieht man überhaupt nur den kleinen Schirm, der zum Öffnen des Hauptschirms benutzt wird, bis sich plötzlich über einem eine Handvoll bunter Schirme entfaltet. Vor dem Sprung erzählt einem jeder, dass das Gefühl unbeschreiblich ist. Tja... jetzt sind wir gesprungen und... ich kann's schlicht nicht beschreiben. Man hängt mit vier sehr stabilen Haken an seinem Tandem-Master. Der schiebt einen dann über die Kante der Flugzeugtür, so dass man im Prinzip schon frei über dem Boden schwebt. Ein grenzdebiles Grinsen für die Kamera und plötzlich ist man für einen kurzen Moment schwerelos. Danach setzt nach und nach ein massiver Wind von unten ein, der das Atmen schwierig macht (interessanterweise das Einatmen), wenn man mit über 200 km/h dem Boden entgegenfällt. Gut 50 Sekunden hat man Zeit mit dem Kameramann zu blödeln, der ständig um einen rumkreist, bis der Tandem-Master von 5 runterzählt und den Schirm öffnet. Der Ruck wenn sich der Schirm öffnet ist erstaunlich sanft. Bei der Einführung wurde es als vergleichbar zu einer Notbremsung im Auto beschrieben, was es auch in etwa trifft. Plötzlich ist Ruhe. Eben noch 200 km/h Windgeschwindigkeit, nun kann man sich in Ruhe mit seinem Tandem-Master unterhalten und den Ausblick genießen. Und wie wir den heute genießen konnten: kein Wölkchen am Himmel, Ausblick bis an den Horizon. Mt. Taranaki, die Kaikoura Range, alles war zu sehen. Am Boden zieht man die Beine kurz an, damit der Tandem-Master sich um die Landung kümmern kann und schon hat die Erde einen wieder. Wenn's nicht so teuer wäre, hätten wir es wohl gleich nochmal gemacht... Nachdem GG gehört hatte, was wir vorhaben hat er uns so lang bekniet, bis er mit durfte. Der Tandem-Master hat zwar verboten, dass er außen mitfliegt (bei 200 km/h wäre sein Gefieder zu sehr durcheinander geraten), aber er hatte in meiner Hosentasche mehr als genug Spaß. Am Boden kam er jedenfals (genau wie wir) nicht mehr aus dem Grinsen raus... Sunday, 29. March 2009[NZ09] Caipirinha für alle!Hm, gestern hätte man ne Caipi-Party schmeißen können... Der Fox Glacier hätte jedenfalls mit seinen 14 km und teilweise mehr als 150 Metern Dicke locker genug Eis für ein gepflegtes Besäufnis liefern können. Angeblich soll das Eis aufgrund des hohen Drucks unter dem es entsteht sogar besonders dicht sein und so länger zum Schmelzen brauchen. Ideal quasi für die Getränkekühlung. Für andere Superlative ist das Eisfeld auch noch gut: es gehört zu den schnellsten der Welt (bewegt sich teilweise bis zu 8 Meter am Tag), ist einer von nur 11 Stück weltweit, die bis in eine bewaldete Gegend reichen (ein zweiter ist direkt nebenan der Franz-Josef-Gletscher, die anderen sind in Südamerika) und er liegt auf einer der am schnellsten wachsenden Bergketten der Welt (die am schnellsten wachsende ist auch nur ein paar hundert Kilometer weg: die Kaikoura Range an der Ostküste). Statt das Eis allerdings für eine Party zu verwenden (ist ja auch keiner hier zum Feiern), sind wir lieber darauf herumgelatscht. Dabei wurden wir quasi mal wieder vom Glück verfolgt: wir hatten vorgestern spontan noch die Tour vom Nachmittag auf den Vormittag umgebucht (eigentlich um heute in Hokitika Jadeanhänger zu basteln, aber dazu später mehr). Nun hatte ich ja vorgestern angemerkt, dass es geschifft hat, was runterwollte. Gestern morgen: bestes Wetter, Sonnenschein, kaum eine Wolke am Himmel. Wir hatten also mal wieder Postkartenvoraussetzungen. Nachdem wir am Mittag wieder unten waren vom Gletscher zeigte ein Blick in die Berge, dass das gerade noch rechtzeitig war: es waren Wolken aufgezogen und die gesamten Bergspitzen waren im Nebel. Die Leute, die auf unserer ursprünglich gebuchten Tour dabei gewesen wäre, waren da gerade auf dem Abflug... Wir allerdings auch, es ging ja immernoch fleißig nach Norden, bevor wir uns in den nächsten Tagen mal wieder etwas länger an einem Ort aufhalten. Tja, die Pläne bezüglich Jade schleifen in Hokitika... Eigentlich wollten wir da ja heute was machen. Man kann sich da aus eigenen Entwürfen Schmuck schleifen. Dauert halt je nach Komplexität den ganzen Tag und war halt deswegen für heute eingeplant. Dummerweise hatten wir nicht mit unserem völlig Amok laufenden Zeitgefühl gerechnet: heute ist Sonntag und die Werkstatt damit zu. Naja, ein Plan für den nächsten Urlaub hier... Die Übernachtung hatten wir dann in Punakaiki gebucht. Dort sind die (weltberühmten?) Pancake Rocks, eine Felsformation an der Küste hier, von der keiner weiß, wieso es sie eigentlich gibt. Die Felsen sehen nämlich aus wie Pancakes, haben also Schichten wie Eierkuchen. Wie die entstanden sind weiß offenbar noch keiner so richtig genau. Die bilden interessante Formationen in die die Wellen einbrechen. Gestern abend saßen wir im Te Nikau Retreat, mit dem wir wieder einen richtigen Glücksgriff getan hatten. In einem kleinen Wald zwischen Straße und Küste gelegen, traumhaft ruhig. Ah ja und mit Internetzugriff (den ich aus Faulheitsgründen nicht genutzt habe). Quasi ideal. Nur das recht... ausgehungerte Päärchen nebenan wollte partout keine Ruhe geben. Dabei bauen die hier doch die Wände nur aus Sperrholz... Heute ging's dann weiter Richtung Nelson/Ruby Bay, wo wir die nächsten Tage verbringen werden. Manu wollte unterwegs unbedingt an den Maruia Falls vorbei. Die sind zwar nicht unbedingt spektakulär, haben aber eine interessante Geschichte: Sie sind nämlich erst 1929 entstanden. Ein schweres Erdbeben löste einen Erdrutsch aus, der den Flusslauf veränderte. Der Fluss fließt seitdem über eine Felskante und hat sich durch Erosion in Laufe der Zeit von 1 Meter Höhe auf 10 Meter hochgearbeitet. Oh, GG war heute morgen ganz aufgeregt. Er hatte gehört, dass wir uns die Pancake Rocks anschauen und hatte schon das Frühstücksbesteck ausgepackt. Ihr könnt euch seine Enttäuschung vorstellen, als er festgestellt hat, dass die Felsen nur so heißen und nicht aus Eierkuchen bestehen.
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