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Donnerstag, 24. Februar 2005"US-Ministerium beruft Adware-Hersteller als Datenschutz-Berater"
Das Heimatschutzministerium beruft einen Manager der Firma Claria (früher Gator) in ein Expertengremium zum Thema "Datenschutz". Grade die Firma, die durch besonders eklige Spyware groß geworden ist. Und in 10 Jahren wird das in allen Wörterbüchern als Beispiel für das Sprichwort "Den Bock zum Gärtner machen." stehen.
Quelle: heise.de
Dienstag, 22. Februar 2005Patente, Patente, Patente!
Soso. Microsoft hat also den Ungleichoperator "erfunden". Gradeeben quasi und natürlich als allererstes für das eigene Visual Basic. Also, korrekterweise haben ja drei Mitarbeiter des Visual Basic Teams den IsNot-Operator erfunden. Dafür ist laut Patentschrift folgendes nötig:
A system, method and computer-readable medium support the use of a single operator that allows a comparison of two variables to determine if the two variables point to the same location in memory.Ah ja. Also das, was man in C, C++ und Java schon seit Jahren kann (und in tausenden anderen Programmiersprachen wahrscheinlich auch). Ein Musterbeispiel für "Prior Art", wie es im amerikanischen Patentenglisch so schön heißt. Man mag ja noch spitzfindig einwenden, daß bei C und C++ der Operator "!=" nur dann die beschriebene Wirkung hat, wenn man als Operanden Zeiger verwendet, aber spätestens bei Java wird diese Argumentation dünn. "!=" vergleicht dort nämlich, ob zwei Referenzen auf dasselbe Objekt zeigen (mithin: auf dieselbe Speicherstelle). Abgesehen von "Prior Art" und ähnlichem: sacht mal Jungs, ist euch das nicht peinlich sowas als Patentantrag zu stellen? Wenn man sich den Antrag mal durchliest springt einen das "Was schreiben wir denn jetzt noch, damit es wichtig klingt?" ja förmlich an. Macht ihr das absichtlich oder hatte der Herr Dijkstra doch recht, als er sagte: "It is practically impossible to teach good programming to students that have had a prior exposure to BASIC: as potential programmers they are mentally mutilated beyond hope of regeneration."Und and dich, lieber Steve: So als Chief Executive Obermotz der Firma müßtest du doch eigentlich was zu melden haben, richtig? Dann erinnere dich bitte mal an dein lustiges "Developers, developers, developers!" und red ein Ernstes Wörtchen mit den Leuten. Oder ist "developers" neuerdings microsoftisch für "Unbeeinflusst jeglicher Realität"? Die Leute sollen entwickeln (vozugsweise solche netten Sachen, wie IntelliSense) und nicht ihre Umwelt belustigen! Quellen: heise US Patent & Trademark Office Dienstag, 15. Februar 2005Spiegel und der Klick...
In einem heutigen Artikel beschreibt Spiegel online die Gefahren der bezahlten Werbung auf Suchmaschinen wie Google oder Yahoo. Es geht konkret darum, daß angeblich einige Leute die Möglichkeit nutzen, bei der Konkurrenz immer wieder sinnlos auf die Werbung zu klicken um sie so schnell in das vereinbarte Kostenlimit zu treiben und die Werbung damit unsichtbar zu machen. Toll wie die Leute von Spiegel online sind haben sie natürlich auch einen Vorschlag zur Lösung. Man achte auf das Bild...
![]() Mäuse mit Fingerabdruckscanner als Lösung gegen Betrug im Internet. (Quelle: Spiegel online) Sonntag, 13. Februar 2005Unser scharfer Innenminister wieder...
Hach ja, letztens hab ich mich ja bereits einmal über die merkwürdigen Ansichten unseres werten Herrn Innenministers ausgelassen. Nun ist ihm mal wieder ein wenig Luft geräuschvoll entwichen. Herausgekommen ist diesmal ein Kommentar zum Thema "Sicherheit im Internet" (Quelle). Er fordert die Hersteller von Browsern und die Betreiber von Webseiten auf, mehr gegen den um sich greifenden Onlinebetrug zu tun. Konkrete Anweisungen dazu kriegt man laut Onkel Schily beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (kurz: BSI).
Das is ja doll. Der Staat sorgt sich um meine Sicherheit als redlicher Internetbenutzer. Ich bin ja Webseitenbetreiber (sonst könnte das hier ja keiner lesen). Und ich will natürlich meiner Pflicht nachkommen, meine Nutzer vor dem Angriff der Phisher zu schützen. Also, schauen wir doch mal...
Es gibt da ja die Abteilung "Internetsicherheit". Dort sind einige interessante Punkte aufgelistet. Beispielsweise die Sicherheit beim Betrieb von Webservern. Find ich gut. Schließlich muss ich ja erstmal meinen Webserver im Griff haben, bevor ich mir irgendwelche Gedanken um die Sicherheit meiner Nutzer machen kann. Die Tipps dort sind auch alle recht sinnvoll. Nichts außergewöhnliches, was man nirgends anders nachlesen kann, aber prinzipiell schön zusammengestellt und leserlich aufbereitet (sehr empfehlenswert ist der Artikel über die Erkennung und Behandlung von Angriffen aus dem Internet). Leider keine Hinweise darauf, welche der Maßnahmen Phishing-Attacken auf meine Nutzer verhindern kann. Aber es gibt ja noch mehr...
Dann wäre da noch der Artikel über Firewalls (dort Sicherheitsgateways genannt). Auch sehr schön geschrieben, fachlich, soweit ich das im Moment überblicke, auch richtig. Aber wieder keine Hinweise auf Möglichkeiten zum Schutz vor Phishing-Attacken. Na sowas...
Um es kurz zu machen: ich auf auf den Webseiten des BSI keine Dokumente gefunden, die mich als Webseitenbetreiber darüber aufklären, was ich zum Schutz meiner Nutzer tun kann. Warum bloss? Mag mich das BSI nicht? Wollen die, daß ich die Nutzer meines Blogs vollkommen ungeschützt den schrecklichen Gefahren des Netzes aussetze? Oder ist es gar, daß unser werter Innenminister mal wieder Blödsinn geredet hat? Ich weiß, ein vollkommen abwegiger Gedanke.
Ich würde ja vermuten, daß die Webseiten des BSI keine Informationen für mich enthalten, weil im Gegensatz zu Herrn Schily die Leute beim BSI Ahnung haben von dem, was sie tun. Die wissen nämlich, daß die Lösung für Phishing-Attacken nicht in einem magischen Schalter in der Software zu finden ist, den man umlegt und schon ist ein solcher Angriff nicht mehr möglich. Die wissen sehr genau, daß das einzige Mittel gegen Betrügereien (sowohl online, als auch ganz klassisch an der Haustür) ein aufgeklärter Nutzer ist. Deswegen haben die auch ihren Teil dazu beigetragen und die Webseite Ins Internet - Mit Sicherheit! eingerichtet, auf der sie sich an den "normalen" Nutzer wenden, der mit dem Grundschutzhandbuch überfordert ist (und für den dieses auch gar nicht unbedingt gedacht ist).
Lieber Herr Schily (mal wieder): bitte, bitte, bitte stellen Sie sich jemanden ein, der sie davon abhält, ihren Mund zu Themen aufzumachen, von denen Sie offensichtlich keine Ahnung haben. Ernsthaft: keine Ahnung von etwas haben ist nicht schlimm. Aber dann darf man auch nicht versuchen, die Richtung vorzugeben, in der Probleme aus diesem Bereich zu lösen sind. Das endet meist peinlich. Wie eben auch in diesem Fall. Wenn Sie schon das Bedürfnis haben, zwingend das Wort zum Sonntag immer mal wieder zu verlesen, dann hätten sie doch auf einfach mal etwas Werbung für das BSI machen können. Also: richtige Werbung. Nicht den gemeinen Internetnutzer in der falschen Sicherheit wiegen, daß sich die Betreiber von Webseiten doch gefälligst um seineen Schutz zu kümmen haben, sondern ihn auffordern, aktiv zu werden. Ihn auf die schon genannte Webseite des BSI hinzuweisen, auf der er nachlesen kann, wie er sich vor den meisten Betrügereien schützt. Früher ging das doch auch! Der Zimmermanns Ede hat es in keiner seiner Sendungen versäumt, die Zuschauer darauf hinzuweisen, daß der eben vorgestellte Betrugsfall nicht möglich gewesen wäre, wenn Oma Erna aufgefallen wäre, daß ihre Bank keine schwarz gekleideten jungen Herren vorbeischickt, die abends 21 Uhr die PIN ihrer EC-Karte prüfen sollen. Der hat da auch nie gefordert, daß die Bank gefälligst ihre Geldautomaten verändern solle, damit der dunkel gekleidete junge Mann nicht mehr bei der Oma Erna klingelt. Der wußte nämlich, daß nur das Wissen um die Betrugsversuche die Oma schützen kann. Aber heute sind wir ja modern und da ist selbst lernen out. Heute darf man ja nicht mehr das Risiko tragen müssen, welches aus der Unaufgeklärtheit resultiert. Außer natürlich es geht um Steuervergehen oder ähnliches. Dann schützt Unwissenheit selbstverständlich nicht vor Strafe!
Abschließend noch ein Wort an meine Leser (nicht, daß mir jemand unterstellt, ich ließe euch unaufgeklärt): blog.slash-me.net (und alle Partnerseiten [also quasi *.slash-me.net *eg*]) kosten kein Geld. Und Zugriff auf euer Onlinebanking will ich auch nicht. Wenn also eine Mail von mir zu kommen scheint, die das verlangt, dann wendet euch vertrauensvoll an den nächsten elektronischen Papierkorb. Und sollte abends ein dunkel gekleideter Mann vorbeischauen und eure Zugangsberechtigung zu der Seite prüfen wollen, dann weiß ich auch nicht weiter. Vielleicht kann ihm ja ein Psychater helfen. Ansonsten gilt: Ins Internet - Mit Sicherheit! (und ohne Herrn Schily)
Samstag, 12. Februar 2005Thunderbird und Threads
user_pref("mailnews.thread_pane_column_unthreads", false);
Diese kleine Zeile und schon zeigt mein Thunderbird endlich das gewünschte Verhalten. Ich mag es nicht, wenn ich jedesmal das Threading verliere, wenn ich grad mal nach was anderem sortiere (Name, Datum etc.). Diese Zeile in die prefs.js und schon ist das Threading stabil. Kein Aufbrechen von selbigem mehr, wenn man mal schnell nach Datum oder Name umsortiert.
Sonntag, 6. Februar 2005Maschinell? Manuell? Ach Dell!
Tjaja, heute kam die Lieferbestätigung für meinen neuen Dell-Laptop. Da fiel mir doch glatt ein lustiger Formulierungsfehler im Text auf "Diese Auftragsbestätigung wurde manuell erstellt und ist auch ohne Unterschrift gültig." Ja wie jetzt? Der, der das erstellt hat, hätte es doch auch unterschreiben können? Oder kostet das mehr? Oder wurde das Dokument, wie sonst üblich, gar maschinell erstellt?
Damit keiner sagt, ich denk mir sowas aus, hier noch ein Bild:
![]() Maschinell? Manuell? Ach Dell! Samstag, 5. Februar 2005Apache 2, name based Virtual Hosting und SSL
ACHTUNG: Folgende Anleitung ist mehr ein dreckiger Hack, als "the way to do it"!
Eine der Nettigkeiten des Apache Webservers (und jedes anderen modernen Webservers) ist das sogenannte "name based virtual hosting". Will heißen: eine IP, mehrere Domains und jede kriegt ihren eigenen Webinhalt. Bei Massenhostern wie 1&1 oder Strato wird sowas zu hauf eingesetzt um Sachen wie Webvisitenkarten und wie das ganze Kleingeraffel heißt zu realisieren. Technisch basiert das Verfahren auf dem Host:-Header, den HTTP 1.1 definiert: der Browser schickt beim Seitenabruf eine Information an den Server, in der er mitteilt, wie der eigentliche Hostname war, zu dem der Request gehen sollte. Anhand dieser Information kann der Server nun die passenden Seiten ausliefern.
Ein kleines Problem ergibt sich hierbei mit der Nutzung von SSL. Da die Aushandlung des sicheren SSL-Kanals (und damit der wichtige Austausch der Zertifikate) bereits vor der Übertragung des ersten Bytes geschieht, kann der Server zu dem Zeitpunkt schlicht und ergreifend nicht wissen, auf welchen virtuellen Host der Client zugreifen wollte. Daher ist pro Server-IP immer nur ein Zertifikat möglich. Man muss sich also beim Common Name des Zertifikates für einen der Hosts entscheiden und damit leben, daß alle anderen, die dieses mit verwenden eine Warnung im Browser des Anwenders erzeugen. Diese Warnung ist sicherlich für Webshops und ähnliches nicht tragbar, aber für die reine Verschlüsselung einer Verbindung für einen begrenzten Nutzerkreis (wie beispielsweise der Zugriff auf das Admin-Interface meines Blogs) ist das ausreichend. Dem begrenzten Nutzerkreis kann man zumuten, das Zertifikat gegebenenfalls in den Browser zu importieren. Das Ziel ist hier ja schließlich weniger die sichere Identifikation eines vorher unbekannten Rechners, sondern vielmehr die reine Verschlüsselung der Verbindung.
Was tut man nun also?
Hinweis: Die Anweisungen sind mehr oder minder generisch für einen installierten Apache. Abhängig vom Maintainer, der das Paket gebaut hat können leicht andere Dateien verwendet werden. Das grundsätzliche Vorgehen ist aber gleich.
Zuersteinmal benötigen wir ein Zertifikat. Die Erzeugung eines solchen ist hier nicht Bestandteil und kann zum Beispiel unter http://www.faqs.org/docs/apache-compile/apache.html (ganz unten) nachgelesen werden. Das Zertifikat und den zugehörigen Schlüssel legen wir in /etc/apache2/ssl ab (/etc/apache2 ist unser Konfigurationsverzeichnis). Danach müssen wir dem Server mitteilen, wo er sein SSL-Zertifikat findet. Dazu tragen wir in die apache2.conf folgendes ein:
SSLCertificateFile /etc/apache2/ssl/webserver-cert.pem SSLCertificateKeyFile /etc/apache2/ssl/webserver-key.pem(Wir nehmen hier an, daß die Dateien entsprechend benannt worden sind.). Nun verlinken wir noch die Dateien /etc/mods-available/ssl.conf und /etc/mods-available/ssl.load jeweils nach /etc/mods-enabled, soweit das nicht schon der Fall ist, um den Apache dazu zu bringen, mod_ssl zu laden. Dieses Modul übernimmt die gesamte Arbeit hinsichtlich SSL. Außerdem tragen wir noch die Zeile Listen 443 in die httpd.conf ein, damit der Apache den HTTPS-Port öffnet. Damit ist der Server erstmal prinzipiell soweit, HTTPS-Verbindungen entgegenzunehmen. Allerdings müssen wir ihm nun noch mitteilen, daß er auf dem HTTPS-Port auf dieses Protokoll sprechen soll. Im Moment spricht er dort nämlich noch normales HTTP. Die Festlegung, daß der Server HTTPS sprechen soll wird pro Virtual Host getroffen. Im Apache 2 werden die Virtual Hosts praktischerweise meist als einzelne Dateien im Verzeichnis /etc/apache2/sites-available konfiguriert. Dort legen wir jetzt eine Datei namens ssl-secured an. In diese kommt eine Kopie des Default Virtual Host (normalerweise in default hinterlegt), an der wir einige Änderungen vornehmen. Zuerst wird die Zeile NameVirtualHost * abgeändert in NameVirtualHost <ip>:443. Damit teilen wir dem Apache mit, daß wir einen neuen name based Virtual Host auf <ip>, Port 443 anlegen wollen. <ip> ist durch die IP-Adresse des Webservers zu ersetzen. Den zugehörigen <VirtualHost *>-Eintrag ersetzen wir durch <VirtualHost <ip>:443> und tragen zusätzlich die Direktive SSLEngine on ein. Das ganze sieht dann also in etwa so aus: <VirtualHost <ip>:443> ... SSLEngine on ... </VirtualHost>Soweit, so gut. Damit haben wir für den Default-Host des Webservers (quasi alles, wofür kein spezieller VirtualHost-Eintrag exsitiert) die SSL-Konfiguration erledigt. Nun gehen wir nach und nach alle anderen Virtuellen Hosts durch (die jeweils in einzelnen Dateien liegen sollten) und kopieren dort den gesammten <VirtualHost..>...</VirtualHost>-Block, tragen im Kopf immer <ip>:443 ein und fügen die Direktive SSLEngine on hinzu. Abschließend verlinken wir die Datei ssl-secured noch nach /etc/sites-enabled/ um dem Webserver zu sagen, daß er sie laden soll und starten diesen neu. Danach sollte jeder virtuelle Host auch per HTTPS erreichbar sein. NOCHMAL: da das Zertifikat nur zu einem Host passt (der, dessen Name im CN-Feld des Zertifikats steht), ist diese Vorgehensweise nur zu empfehlen, wenn die SSL-Verbindungen von einem kleinen Nutzerkreis verwendet werden, dem man notfalls dem Import zutraut. Manche Browser werden sich trotzdem bei jeder Verbindung beschweren, daß das Zertifikat nicht zum Host passt. Bitte kommt NICHT auf die Idee, sowas generell zu verwenden. Für geschäftliche Dinge sieht das ganze schlicht unprofessionell aus, wenn man bspw. einen Webshop betritt und einem als erstes ein freundliches "Hey, da fummelt möglicherweise einer an deiner sicheren Verbindung rum" entgegenschallt. Blaue Zähne und Bewohner des Südpols
Meine bessere Hälfte hat sich nun also ein Bluetooth-Headset geholt. Nicht um es ans Telefon anzuschließen (ihr altehrwürdiges M45 von Siemens hat keinen blauen Zahn), sondern zum skypen. An wem bleibt natürlich wieder die Einrichtung hängen? Naja...
Erstmal ein Bildchen:
![]() Logitech Mobile Bluetooth Headset und Hama USB Adapter Donnerstag, 3. Februar 2005Panoramasoftware
Mein Artikel letztens über das Winterpanorama hat leider etwas zu kurz gegriffen, was die verwendete Software angeht. Nun hat mich der btk aber verlinkt und somit die unvollständige Information glatt noch in die Welt getragen. Nunja, ein Korrekturversuch...
Also, zuersteinmal sei festgehalten, daß das Winterpanorama das Ergebnis von drei verschiedenen Tools ist. Hugin bildet dabei nur ein Glied in der Kette. Prinzipiell kann man zwar bereits mit Hugin alleine schöne Panoramen bauen, aber aus verschiedenen Gründen ist das nicht immer optimal. Man muss nämlich als Nutzer die Referenzpunkte überlappender Bilder in Hugin selbst festlegen. Dazu sieht man jeweils zwei Bilder nacheinander und darf dann die entsprechenden Punkte auswählen. Das kann man relativ ungenau machen, da Hugin das Finetuning übernimmt und einem dann den genauen Treffer vorschlägt. Allerdings ist bei 5-10 Punkten pro Bildpaar schon etwas Zeitaufwand nötig um so ein Panorama zu basteln.
Nun gibt es faule Leute, die keine Lust haben, diese Punkte von Hand einzutragen. Für diese Leute wurde Autopano-SIFT erfunden. Diese Software implementiert den Scale Invariant Feature Transform Algorithmus von der Universität Stanford, welcher Referenzpunkte in Bildern auch dann zuordnen soll, wenn diese in Größe und Drehrichtung verändert wurden. Die Arbeit mit dem Programm ist einfach: Bilder öffnen, losrattern lassen. Allerdings sollte man etwas Zeit mitbringen. Die 17 Rohbilder des Winterpanoramas (jedes 6 Megapixel groß) haben meinen PIII 1.2 GHz geschlagene 2 Stunden beschäftigt.
Autopano-SIFT spuckt eine .pto-Datei aus, welche von Hugin geladen werden kann, um dann das eigentlich Panorama zu erzeugen. Dazu muss man dann zwar noch ein paar kleine Einstellungen vornehmen, die aber hier nicht weiter beschrieben werden. Mittlerweile ist der Hugin-eigene Stitcher Nona richtig brauchbar, so daß man auch nicht mehr unbedingt auf die Panorama Tools von Helmut Dersch zurückgreifen muss. Diese waren zwar lange Zeit State of the Art zur Panoramaerzeugung, werden aber leider seit geraumer Zeit nicht mehr gepflegt. Anzumerken bleibt, daß Nona alle Daten im Arbeitsspeicher hält. Etwas RAM ist also vonnöten. Wichtig ist die Einstellung "Multiple TIFF" für die Ausgabe, bei der Nona jedes Teilbild in ein eigenes großes TIFF einbettet. Dieses große TIFF repräsentiert das endgültige Panorama. Das Teilbild wird entsprechend den Referenzpunkten verzerrt und angeordnet; der Rest des TIFFs ist transparent. Nona kann zwar prinzipiell auch die Bilder gleich überblenden, aber dafür gibt es bessere Tools.
Wenn nun Nona die fertigen TIFF-Dateien ausgespuckt hat, kommt Enblend zum Zug. Dieses Tools ist darauf optimiert, bereits fertig angeordnete Bilder zu überblenden. Und das macht es relativ clever. Grob gesagt nutzt es in Bereichen mit hoher Ortsfrequenz (also viele Details) eine kurze Überblendzone, weil man dort evtl. Sprünge durch Fehlausrichtungen nicht sieht, Dopplungen von Objekten durch eine zu lange Überblendung aber sehr wohl. In Bereichen mit niedriger Ortsfrequenz hingegen (typisches Beispiel: einfarbiger Himmel) nutzt es eine sehr lange Überblendzone, weil unser Auge einen Sprung in einer einfarbigen Fläche sofort sehen würde. Auch das Tools ist wieder sehr einfach zu bedienen. Man wirft ihm einfach die Ausgabebilder von Nona vor und sagt ihm, wo es das fertige Panorama hinschreiben soll. Den Rest macht das Tool alleine. Beachten sollte man dabei, daß es sehr viel Platz im Arbeitsspeicher und auf Platte beansprucht. Beides sollte also vorhanden sein.
Wenn nun alle Programme endlich durch sind mit ihrer Arbeit, kann man im Allgemeinen ein qualitativ hochwertiges Panorama bewundern. Als Beispiel hab ich mal noch ein Panorama vom Gipfel des Ilmenauer Hausbergs Kickelhahn angehängt. Die Rohbilder wurden freihand mit einer Pentax Optio 330GS aufgenommen. In diesem Fall wurden die Referenzpunkte im Panorama von Hand gesetzt, da ich damals (das Bild ist schon etwas älter) Autopano-SIFT noch nicht kannte.
Wer die ganzen Erklärungen nochmal etwas ausführlicher mit Bildern der einzelnen Programme will, der kann mal bei One Guy With A Camera vorbeischauen.
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