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Donnerstag, 3. Februar 2005Panoramasoftware
Mein Artikel letztens über das Winterpanorama hat leider etwas zu kurz gegriffen, was die verwendete Software angeht. Nun hat mich der btk aber verlinkt und somit die unvollständige Information glatt noch in die Welt getragen. Nunja, ein Korrekturversuch...
Also, zuersteinmal sei festgehalten, daß das Winterpanorama das Ergebnis von drei verschiedenen Tools ist. Hugin bildet dabei nur ein Glied in der Kette. Prinzipiell kann man zwar bereits mit Hugin alleine schöne Panoramen bauen, aber aus verschiedenen Gründen ist das nicht immer optimal. Man muss nämlich als Nutzer die Referenzpunkte überlappender Bilder in Hugin selbst festlegen. Dazu sieht man jeweils zwei Bilder nacheinander und darf dann die entsprechenden Punkte auswählen. Das kann man relativ ungenau machen, da Hugin das Finetuning übernimmt und einem dann den genauen Treffer vorschlägt. Allerdings ist bei 5-10 Punkten pro Bildpaar schon etwas Zeitaufwand nötig um so ein Panorama zu basteln.
Nun gibt es faule Leute, die keine Lust haben, diese Punkte von Hand einzutragen. Für diese Leute wurde Autopano-SIFT erfunden. Diese Software implementiert den Scale Invariant Feature Transform Algorithmus von der Universität Stanford, welcher Referenzpunkte in Bildern auch dann zuordnen soll, wenn diese in Größe und Drehrichtung verändert wurden. Die Arbeit mit dem Programm ist einfach: Bilder öffnen, losrattern lassen. Allerdings sollte man etwas Zeit mitbringen. Die 17 Rohbilder des Winterpanoramas (jedes 6 Megapixel groß) haben meinen PIII 1.2 GHz geschlagene 2 Stunden beschäftigt.
Autopano-SIFT spuckt eine .pto-Datei aus, welche von Hugin geladen werden kann, um dann das eigentlich Panorama zu erzeugen. Dazu muss man dann zwar noch ein paar kleine Einstellungen vornehmen, die aber hier nicht weiter beschrieben werden. Mittlerweile ist der Hugin-eigene Stitcher Nona richtig brauchbar, so daß man auch nicht mehr unbedingt auf die Panorama Tools von Helmut Dersch zurückgreifen muss. Diese waren zwar lange Zeit State of the Art zur Panoramaerzeugung, werden aber leider seit geraumer Zeit nicht mehr gepflegt. Anzumerken bleibt, daß Nona alle Daten im Arbeitsspeicher hält. Etwas RAM ist also vonnöten. Wichtig ist die Einstellung "Multiple TIFF" für die Ausgabe, bei der Nona jedes Teilbild in ein eigenes großes TIFF einbettet. Dieses große TIFF repräsentiert das endgültige Panorama. Das Teilbild wird entsprechend den Referenzpunkten verzerrt und angeordnet; der Rest des TIFFs ist transparent. Nona kann zwar prinzipiell auch die Bilder gleich überblenden, aber dafür gibt es bessere Tools.
Wenn nun Nona die fertigen TIFF-Dateien ausgespuckt hat, kommt Enblend zum Zug. Dieses Tools ist darauf optimiert, bereits fertig angeordnete Bilder zu überblenden. Und das macht es relativ clever. Grob gesagt nutzt es in Bereichen mit hoher Ortsfrequenz (also viele Details) eine kurze Überblendzone, weil man dort evtl. Sprünge durch Fehlausrichtungen nicht sieht, Dopplungen von Objekten durch eine zu lange Überblendung aber sehr wohl. In Bereichen mit niedriger Ortsfrequenz hingegen (typisches Beispiel: einfarbiger Himmel) nutzt es eine sehr lange Überblendzone, weil unser Auge einen Sprung in einer einfarbigen Fläche sofort sehen würde. Auch das Tools ist wieder sehr einfach zu bedienen. Man wirft ihm einfach die Ausgabebilder von Nona vor und sagt ihm, wo es das fertige Panorama hinschreiben soll. Den Rest macht das Tool alleine. Beachten sollte man dabei, daß es sehr viel Platz im Arbeitsspeicher und auf Platte beansprucht. Beides sollte also vorhanden sein.
Wenn nun alle Programme endlich durch sind mit ihrer Arbeit, kann man im Allgemeinen ein qualitativ hochwertiges Panorama bewundern. Als Beispiel hab ich mal noch ein Panorama vom Gipfel des Ilmenauer Hausbergs Kickelhahn angehängt. Die Rohbilder wurden freihand mit einer Pentax Optio 330GS aufgenommen. In diesem Fall wurden die Referenzpunkte im Panorama von Hand gesetzt, da ich damals (das Bild ist schon etwas älter) Autopano-SIFT noch nicht kannte.
Wer die ganzen Erklärungen nochmal etwas ausführlicher mit Bildern der einzelnen Programme will, der kann mal bei One Guy With A Camera vorbeischauen.
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