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Samstag, 15. Juli 2006Camera ObscuraAngeregt durch ein Posting in de.rec.fotografie bin ich auf www.die-lochkamera.de gestoßen. Diese Seite enthält recht viele Informationen rund um die sogenannte "Camera Obscura" oder Lochkamera. Der Witz bei dieser ist, daß statt eines Linsensystems zur Erzeugung eines Abbildes einfach ein kleines Loch benutzt wird. Das Prinzip ist schon ewig bekannt und wurde lange Zeit auch zur Bilderzeugung verwendet. Nachdem ich ein wenig auf der genannten Seite rumgestöbert habe, wollte ich das ganze natürlich mal ausprobieren. Wozu hat man schließlich eine teure digitale Spiegelreflex, bei der man das Objektiv entfernen kann? Also, flugs das Teil runter und eine Alufolie mit einem kleinen Loch in der Mitte davorgeklebt. Ein Blick durch den Sucher: alles dunkel. Ähem... Womit wir auch gleich bei dem größten Nachteil einer Lochkamera gegenüber einem Linsensystem wären: um eine scharfe Abbildung zu erhalten muss das Loch möglichst klein sein. Dummerweise läßt es dann nur noch sehr wenig Licht durch, so daß man richtig viel davon braucht, um ein brauchbares Bild zu erhalten. Also erstmal einen externen Blitz auf die Kamera geschraubt, auf volle Leistung gestellt und ein wenig experimentiert. Das Anvisieren von Gegenständen gestaltet sich ohne Sucherbild erstaunlich schwierig. Letztlich habe ich mir damit beholfen, über den Blitzschuh zu peilen. Klappt einermaßen gut. Den Bildausschnitt kann man allerdings nur erraten. Etwas Glück ist also dabei und bewegte Sachen möchte man eigentlich nicht fotografieren. Über die Ergebnisse der Übung war ich einigermaßen erstaunt. Besser sind viele Familiendias aus den 70ern auch nicht. Der Kontrast der Bilder ist etwas niedrig, weil doch noch einiges an Streulicht an der aufgeklebten Alufolie vorbei kommt (hier könnte man mit einem umgebauten Gehäusedeckel sicherlich noch einiges reißen). Die Bilder enthalten einen ganzen Haufen schwarze Flecke, was mich daran erinnert, daß ich meinen Sensor mal wieder reinigen sollte. Naja, letztlich sind natürlich die Bilder nicht ansatzweise so scharf, wie mit einem vernünftigen Objektiv. Hätte mich allerdings auch verwundert. Dafür haben sie ein wenig den Charme von 70er-Jahre-Familiendias. Ich sollte mir einen langhaarigen Hippie zum fotografieren suchen... Schließlich noch vier ausgewählte Ergebnisse: ![]() Bewegte Motive sind alles andere als einfach. Dafür hab ich mehrere Anläufe gebraucht. Ich glaube, das Tier hasst mich jetzt. ![]() Meine bessere Hälfte, die meine Basteleien mit einiger Belustigung verfolgt hat. Das Bild ist recht dunkel, trotz Blitz. Man merkt, daß man wirklich richtig viel Licht braucht. ![]() Mal eine Aufnahme ohne Blitz. Sehr schön zu erkennen ist hier das Geisterbild (die unteren beiden Leuchtpunkte sind eigentlich gar nicht da). Problem ist hier: ich hatte dummerweise ein zweites, kleineres Loch in der Folie, so daß ein leicht verschobenen Geisterbild entsteht. ![]() Zuletzt noch eine Nahaufnahme. Blitz auf 17mm und die Pflanze anvisiert. Ich wette, die wundert sich jetzt noch, wieso es nur so kurz Tag war. :)
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