FAZ.net hat zwei interessante Artikel zu aktuellen Entwicklungen an Hochschulen. Zum einen aus den Hochschulen selbst raus getrieben: die um sich greifende Verwendung von Englisch als Lehr- und Forschungssprache, die teilweise dazu führt, daß gestandene Doktoren und Professoren sprachlich auf das Niveau von Hauptschülern abfallen und zum anderen einen sehr schönen Artikel über die Abschaffung der Diplomstudiengänge im Rahmen des Bologna-Prozesses. Fazit aus letzterem: so richtig will eigentlich keiner. Weder Hochschulen, noch Studenten, noch Industrie sind mit der Abschaffung des Diploms glücklich. Selbst im Ausland wundert man sich. Egal, wir schaffen trotzdem ab. Bachelor und Master sind ja um so vieles besser (wie man sehr schön an den aktuellen Implementierungsproblemen der neuen Studiengänge beobachten kann).
Ein sehr schönes Fazit des Artikels:
Die Wirtschaft ihrerseits hat noch Schwierigkeiten, sich etwas unter den neuen Titeln vorzustellen. Sie neigt dazu, im Zweifel den alten Diplomen den Vorzug zu geben. Tatsächlich hatte sie ja auch kein Problem mit ihnen. Das ahnend, hat der maßgebliche hochschulpolitische Begründungslieferant für den hiesigen "Bologna-Prozess", das Gütersloher "Centrum für Hochschulentwicklung" der Bertelsmann Stiftung, frühzeitig dafür plädiert, Bachelor- und Masterstudiengänge alternativlos einzuführen. Der Wettbewerb, sonst wie eine Monstranz hochgehalten, wird zwischen den Studiengängen und Abschlüssen ausgeschaltet. Die deutsche Hochschule hat sich ohne Not und in einer Mischung von Phrasengläubigkeit und bürokratischer Konsequenz um eines ihrer besten Stücke gebracht. 2010 soll es dann so weit sein, dass es keine Diplomstudiengänge mehr gibt.
Dazu gibt es eigentlich nichts mehr zu sagen.