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Dienstag, 15. Juli 2008GPS-Tracks aufbereitenWer öfter mit GPS-Tracks arbeitet – für OpenStreetMap, Geocaching [auch wenn man da neuerdings aufpassen muss, dass man nicht gleich als Terrorist abgestempelt wird] oder auch nur zur persönlichen Analyse beim Joggen/Radfahren) – der dürfte sich über ein Programm wie GPSBabel freuen. Zwar nur ein Kommandozeilentool (mit Frontends für Windows und MacOS), aber dafür sehr mächtig. Es konvertiert von und zu x Speicherformaten (und ebnet so nach eigener Darstellung den "GPS-Turm vom Babel" ein) und bietet einen Haufen Nachbearbeitungsmöglichkeiten für die Tracks, die so aus manchen Geräten rausfallen. Ein Beispiel: ein Urlaubstrack aufgezeichnet mit Medion GoPal 4. Intervall 1 Sekunde (was anderes kann das Medion IMO nicht) bedeutet in diesem Fall (Fahrt nach Kroatien, 5 Tage Segeln) mehrere Tracks mit insgesamt ~6MB Größe. Ziel ist es, die Tracks zu einem zusammenzusetzen und deutlich zu vereinfachen. gpsbabel -i gpx -f 1.gpx -i gpx -f 2.gpx -i gpx -f 3.gpx -i gpx -f 4.gpx -i gpx -f 5.gpx -x track,merge,title="Urlaub komplett" -x simplify,crosstrack,error=0.002k -o gpx -F urlaub.gpx Dieses Kommando setzt die Dateien [1-5].gpx zu einem Track zusammen, versieht den mit dem Titel "Urlaub komplett" und vereinfacht den Gesamtweg so, dass die Form erhalten bleibt (bei einem maximalen Fehler von 2 Metern, d.h. der neue Track-Verlauf weicht maximal 2m vom alten ab, was sowieso unter der Toleranz des GPS-Gerätes liegt). Auf diese Weise werden aus 5 Dateien mit einer Gesamtgröße von ~6MB eine mit 833kB. Wenn man jetzt am Ende das -o gpx... noch ersetzt durch -o kml -F urlaub.kml, dann kann man sich den Track gleich direkt in Google Earth anschauen. Das Programm läuft auf allen gängigen Betriebssystemen, auch wenn die Windows- und Mac-User wahrscheinlich ob der Kommandozeilenbedienung weinen. Aber die können sich ja mal die grafischen Frontends anschauen, die allerdings nicht komplett alle Möglichkeiten des zugrundeliegenden Programms bieten. Samstag, 12. Juli 2008Transystem i-Blue 747Transystem hat mit ihrem i-Blue 747 eine schnuckelige GPS-Empfänger/Logger-Kombination im Angebot. Nachdem ich bisher für OpenStreetMap immer mit einem GoPal getrackt habe, wollte ich mir endlich mal einen richtigen Tracker gönnen. Die Vorteile liegen auf der Hand: kleiner, leichter, weniger fehleranfällig. Mit dem GoPal lässt sich zwar im Auto etc. wunderbar tracken, aber wenn man es in die Jackentasche steckt, dann nervt es ein wenig, dass man den Bildschirm nicht ausschalten kann. Braucht unnötig Strom und macht das Gerät aufgrund der Touchscreenbedienung anfällig gegen Fehlbedienungen durch Berührung. Also für Wandern, Radfahren etc. ein eigener Tracker... Ursprünglich hatte ich mich anhand der Hardwareliste von OpenStreetMap auf das Wintec WBT-201 eingeschossen, welches anscheinend genau meine Anforderungen erfüllt. Durch den Test bei kowoma.de kam ich zusätzlich noch auf den i-Blue als Alternative. Der hat(te) zwar wesentlich weniger Speicher (70k vs. 131k Datenpunkte), war allerdings auch ~30 billiger. Nachdem sich der Kauf nun noch ein paar Wochen hinausgezögert hatte, hat Transtec das Rennen gemacht: sie haben den i-Blue in einer neuen Variante auf den Markt geworfen, die den doppelten Speicher hat und damit ~150k Datenpunkte speichern kann. Mehr als genug für meine Ansprüche und deutlich günstiger als der Wintec. Anfang der Woche bestellt, heute bekommen. ![]() i-Blue 747 So sieht das gute Stück aus. Zum Größenvergleich ein 20-¢-Stück daneben. Recht übersichtlich also und mit knapp 70g auch nicht schwer. Die Bedienung ist absolut simpel: entweder man betreibt ihn im Modus NAV, dann ist er ein reiner NMEA-kompatibler Empfänger und reicht die Daten via USB oder Bluetooth an PC/PDA/etc. raus. Betreibt man ihn hingegen im Modus LOG, dann zeichnet er zusätzlich zum Weiterreichen die Daten auch noch auf seinem internen Speicher auf. Mit einer Software kann man vom PC aus einstellen, was er aufzeichnen soll (Längen- u. Breitengrad, Höhe, Geschwindigkeit etc.pp) und unter welchen Bedingungen (alle x Sekunden von, alle x Meter oder über x km/h). Der Knopf in der Mitte des Geräte dient zum Setzen von Wegpunkten: drückt man ihn, dann speichert das Gerät den aktuellen Datensatz mit einem Vermerk und man kann das später als Wegpunkt auslesen. Sehr praktisch, wenn man beim Tracken was interessantes sieht und sich merken will, wo's war. Das war's auch schon am Gerät selbst. Geladen wird via USB, wobei ein Verbindungskabel zum PC, ein Netzteil und ein Stecker für's Auto beiliegen. Ein kleines Problem gibt es (wie üblich) für mich: Software zum Auslesen des Gerätes liefert der Hersteller nur für Windows. Wäre ja auch zu schön... Als NMEA-kompatibler Empfänger stellt er kein Problem dar. Steckt man das Gerät per USB an, hat man plötzlich eine neue serielle Schnittstelle /dev/ttyUSB0 (oder äquivalent), die der gpsd mit Freuden abfragt und die entsprechenden Daten generiert. Damit funktionieren sämtliche linux-basierten Navigations- und Trackingprogramme. Das ganze soll auch problemlos via Bluetooth funktionieren, was ich allerdings noch nicht probiert habe. An die Logs ranzukommen ist schon schwerer. Das Gerät präsentiert sich leider wie alle anderen auch nicht als USB-Massenspeicher, sondern will via serieller Schnittstelle dazu gebracht werden, die Daten rauszurücken. Die kanonische Antwort auf dieses Problem lautet: bt747, ein Java-Programm zum Auslesen und Konfigurieren der Geräte. Dummerweise konnte ich das bisher nicht ans Laufen kriegen, weil mit javax.comm fehlt, von dem mir Sun erzählt, dass es grad nicht zu haben sei. Glücklichweise hat sich jemand hingesetzt und ein Perl-Skript geschrieben, was das gleiche tut: mtkbabel. Funktioniert ebenso, auch wenn es nicht ganz so einfach zu bedienen ist. Wichtigster Aufruf: alle Daten vom Gerät laden: ./mtkbabel -s 115200 -l off -f track -w -t -a legt drei Dateien an. Eine binäre, die direkt vom Gerät kommt, eine track_trk.gpx, die den aufgezeichneten Weg enthält und eine track_wpt.gpx, die die per Knopfdruck aufgezeichneten Wegpunkte enthält. In JOSM geladen sieht das dann so aus: ![]() Daten im JOSM Zu sehen sind hier zwei überlagerte Strecken (Hin- und Rückfahrt) und ein Wegpunkt (das kleine Kreuz mit der Nummer 001). Die Aufzeichnungsqualität ist gut, das Gerät findet seine Satelliten schnell und arbeitet zuverlässig. Nur das Standardaufzeichnungsintervall von 5 Sekunden sollte man evtl. etwas kürzer einstellen (bspw. per mtkbabel). Ich bin im Moment bei zwei Sekunden. Mal noch ein wenig testen, was da brauchbar ist. Insgesamt ein sehr schickes Gerät. Mal schauen, was die Zeit bringt und ob es im Dauereinsatz hält, was es bisher versprochen hat. Es gibt ja noch einige Orte hier in der Umgebung die getrackt werden wollen...
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