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Donnerstag, 9. April 2009[NZ09] Wieder daSo, nachdem ich gestern nicht ganz unerwartet deutlich zu müde war, um noch einen Abschlussartikel zu schreiben, kommt der halt heute. Nach wieder mal viel zu vielen Stunden im Flugzeug (und der Bahn) sind wir wieder in Deutschland. Was bleibt vom Urlaub?
Insgesamt war's ein richtig genialer Urlaub. Wir haben jedenfalls schon kurz nach Beginn des Urlaubs beschlossen, dass wir wieder fliegen. Nicht gleich morgen, aber auch nicht erst zur Rente. So, jetzt läuft der Kiwi erstmal wieder aus dem Blog-Design. Muss er ja, fliegen kann er ja nicht... Montag, 6. April 2009[NZ09] Abschlussessen hoch obenNachdem ja nun morgen nachmittag unser Flieger zurück in die Heimat geht wollten wir heute den Abschluss des Urlaubs nochmal ein kleinwenig feiern. Da das Wetter heute sehr gut war konnten wir das im Orbit Restaurant des Sky Towers in Auckland tun. In knapp 200 Metern Höhe kann man dort sein Abendessen genießen und sich in einer Stunde einmal um den Turm drehen lassen. Extrem lohnenswert, denn wenn man mindestens für 30 Dollar isst, bekommt man die Fahrt auf den Turm und den Zutritt zur Aussichtsplattform kostenlos. Sonst kostet das 25 Dollar. Und das Essen ist sein Geld auf jeden Fall wert. Nach dem Essen (mit Sonnenuntergang) haben wir uns noch ein paar Minuten auf der Aussichtsplattform gegönnt. Als besonderes Erlebnis kann man dort über einen verglasten Boden laufen: in der Höhe auch mal was ungewöhnliches. Generell haben die Erbauer des Turms Wert darauf gelegt, dass man fast überall rausgucken kann. Selbst ein Teil des Fahrstuhlbodens besteht aus Glas und erlaubt so den Blick in den Schacht. Da ist es dann nur folgerichtig, dass man das Höhenerlebnis auf die Spitze treiben kann: mit Sky Walk und Sky Jump bietet sich dort die Möglichkeit auch außen am Turm Höhenluft zu schnuppern. Für den Sky Walk wird man mit eine Seil gesichert und kann auf einem Gitter vor den Fenstern des Restaurants rumturnen (nix für mich: vielleicht 70 cm breit und 193 Meter über dem Boden). Will man das ganze noch steigern, so kann man vom Turm springen: beim Sky Jump wird man an ein Stahlseil gespannt und mit hoher Geschwindigkeit vom Turm abgeseilt. Quasi wie Bungee, nur mit Landung neben dem Turm (erst recht nix für mich. *brrr*). Morgen geht's dann ganz gemütlich gen Flughafen, bevor wir uns ab Nachmittag (Zeit hab ich grad vergessen) wieder für 24 Stunden in verschiedenen Flugzeugen mehr oder minder wohlfühlen dürfen. Ich hoffe ja mal, das Qantas einen Teil des Videoangebotes ausgetauscht hat... Sonntag, 5. April 2009[NZ09] Nachtrag: Lila (und Pink) schützt vor Schwangerschaft...[NZ09] Im Frühtau zu Berge...Das zweite Wanderhighlight in diesem Urlaub und das zweite mal passt ein Wanderlied dazu. Gut, fast: der Frühtau war eigentlich Frühreif, denn (wie wir in unseren zu kleinen Schlafsäcken leidvoll erfahren mussten) die Termperaturen lagen in der Nacht unter 0 Grad. Früh ging es tatsächlich los: 5:55 Uhr fuhr der Bus ab, der uns an den Startpunkt des Tongariro Alpine Crossing brachte. 19,4 Kilometer über die Kraterlandschaft des Tongariro-Nationalparks sollte es gehen (letzten Endes sind es mehr geworden, aber dazu später mehr.) Es war noch komplett dunkel, als wir am Mangatepopo Car Park losgelaufen sind und das sollte auch noch für gut eine halbe Stunde so bleiben (fotografisch gesehen eher blöd, wandertechnisch sehr interessant). Zuerst ging's relativ gemütlich hin, immer dem Tal folgend bis zu den Soda Springs. Dort wartete (mittlerweile im Hellen) der erste Anstieg des Tages: innerhalb von knapp einem Kilometer will via Devil's Staircase der Rand des South Crater erklommen werden, immerhin schonmal 350 Höhenmeter zum warm werden. Der südliche Krater des Tongariro ist eigentlich eine relativ weite Ebene, die vom Crossing durchquert wird. Perfekt zum Ausruhen, bevor es zum nächsten heftigen Anstieg geht. Vorher wartete mein persönlicher Höhepunkt der Wanderung: der Aufstieg zum Gipfel des 2291 Meter hohen Ngauruhoe (für alles, die's wissen wollen: der spricht sich in etwa "Naruho-ieh"). Dieser ist zwar eigentlich geologisch gesehen nur ein Nebenkrater des Tongriro, der dem Nationalpark den Namen gibt, ist aber viel höher als der Hauptkrater. Außerdem sieht er aus, wie ein kleines Kind einen Vulkan zeichnen würde: ein perfekt geformter Kegel mit einem Krater auf der Spitze. Unter anderem deswegen wurde er für die "Herr der Ringe"-Filme als Schicksalsberg ausgewählt. Eigentlich gehört der Gipfel gar nicht zum Crossing. Allerding hatte ich mir fest vorgenommen, den Aufstieg zu versuchen. Knapp 600 Meter erhebt sich der Ngauruhoe über den South Crater. Diese 600 Meter haben es allerdings in sich: große Teile sind tiefe Vulkanaschefelder. Zwei Schritte vor, einen zurückrutschen. Dazu kommt, dass man dann in knapp 2000 Metern Höhe doch sehr deutlich merkt, wie die Luft dünn wird. Über eine Stunde hab ich letzten Endes für den Aufstieg gebraucht. Die Damen der Schöpfung haben von der Anstrengung lieber abgesehen (hier setze man in Meckerton dazu: "Und uns den Arsch abgefroren!") und waren am South Crater zurückgeblieben. Ist man allerdings erstmal auf dem Kraterrand angelangt, entschädigt der Blick (und das Gefühl, es geschafft zu haben) für alles. Ein atemberaubender Rundumblick über den Nationalpark auf die Gipfel des Tongariro und Ruhapeu erwartet einen. Tja, und wenn man das genossen hat, dann kommt der interessanteste Teil des Ganzen: der Abstieg. Oder eher: das Abgleiten, denn gut 500 Höhenmeter kannt man die steilen Aschefelder hinunterschliddern. 1,5 Stunden rauf, 20 Minuten runter, das ist so die Formel auf die sich das Erlebnis bringen lässt. Ok, man sollte seine Schuhe nicht über alles lieben. Vulkanasche und -sand sind scharfkantig. Stolz wie Oskar kam ich wieder im South Crater an, nur um mir mein Ego vom Anstieg zum Red Crater gleich wieder zusammenstauchen zu lassen. Nochmal 250 Meter rauf, eine Sache die meinen Ngauruhoe-gestressten Beinen gar nicht gefallen wollte. Auf halber Höhe haben mich dann die beiden Mädels abgefangen (und erstmal für die Wartezeit zusammengestaucht. Ähem...) Der Red Crater kommt durch seine rote Asche (Schlacke? Fragt mich nicht...) zu seinem Namen. Keine Ahnung, wie die genau entsteht (oder wieso die mal gelb, mal weiß, rot oder schwarz wird), aber schickt sieht sie schon aus. Für geologisch Interessierte ist das Gebiet sowieso ein Traum. Für mich sieht das ja alles nur schön aus (und nötigt mir Respekt ab ob der Naturkräfte, die es geformt haben), aber wenn man davon auch noch Ahnung hat, dann kann man sich da richtig austoben. Wie man sieht ist das ganze auch für Fotografen gut geeignet. Soviel beeindruckende Natur, dass man über's Fotografieren glatt das Laufen vergessen kann. Das wäre allerdings ungünstig gewesen, ist doch mit dem Aufstieg zum Red Crater weniger als die Hälfte des Crossings geschafft. Von dort an geht es fast nur noch bergab (von einem kurzen Anstieg zum Blue Lake – der einen schönen Māori-Namen hat: Te wai-whakalata-o-te Rangihiroa – abgesehen). Noch knapp 1000 Höhenmeter wollen abwärts überwunden werden, bis man das Crossing am Ketetahi Car Park dann beenden kann. Erschöpft, aber glücklich saßen wir nach knapp 10 Stunden im Bus zurück in unsere Unterkunft. Morgens waren die Scheiben des Autos gefroren, nachmittags konnten wir uns im T-Shirt in die Sonne setzen. Faszinierend. GG war übrigens auch mit. Zusammen mit Henk hat er vor einem der Emerald Lakes posiert. Er fand übrigens die Luft auf dem Ngauruhoe überhaut nicht zu dünn. Kein Wunder: hat sich ja die ganze Zeit von mir tragen lassen, die faule Sau... Generell ging es uns heute eigentlich recht gut. Leichter Muskelkater, aber sonst kein Problem. Wir tingeln nun so langsam weiter nach Norden in Richtung Auckland, denn am Dienstag geht ja schon der Flieger zurück in die Heimat. Selbst laufen war heute nicht so unser Fall, weswegen wir uns spontan ein paar Pferde plus Führerin geschnappt haben und ein wenig durch die Landschaft geritten sind. Naja, sagen wir's so: unsere Pferde sind größtenteils mit uns spazieren gegangen. Fühlte sich nicht direkt an, als hätten wir das Kommando. Anja konnte das ja schon ein wenig, aber Manu und ich waren dann doch größtenteils nur Gepäck. Spaß gemacht hat's trotzdem. Morgen geht's weiter in die größte Stadt Neuseelands (in der mehr als 25% der Leute wohnen). Nachdem wir uns heute nochmal um eine Übernachtung da gedrückt haben (Zwischenstation in Hamilton), werden wir morgen abend zum zweiten Mal versuchen auf dem Sky Tower zu essen (das erste Mal fiel ja aufgrund des Windes aus) und in der Stadt schlafen. Schauen wir mal. Mittwoch, 1. April 2009[NZ09] Entspannte Tage in der Nelson AreaDas Blog wird etwas ruhiger, man merkt es schon: wir lassen es grad recht gemütlich angehen. Ein paar Tage entspannen, bevor nochmal zwei anstrengende Dinge auf uns warten: das Tongariro Crossing und der Rückflug. Im Moment genießen wir aber noch die Gastfreundschaft der Südinsel in Form von Anjas Kiwi-Familie. Damit uns nicht zu langweilig wird unternehmen wir natürlich noch das ein oder andere. Gestern war kayaken (oder schreibt sich das mit j? *dudenkonsultier* Tut man.)... wir waren also kajaken (hm, sieht noch blöder aus...) Nicht wie im Milford Sound in kleinen einsitzigen Böötchen in einer schön geschützten Bucht, sondern mit zweisitzigen, (fast) hochseetauglichen Kajaks in Richtung Split Apple Rock. Schon interessant, wenn man bei bis zu einem Meter Wellenhöhe rumrudert. Dabei kann man sich wunderbar mit seinem Kajakpartner rumstreiten bezüglich Paddelrhythmus etc. Ich mag meine Frau trotzdem noch (grad so). Das beste am Kajaken: um mit den Booten zu landen muss man sie volle Kanne auf den Strand rammen. Also mir hat das Spaß gemacht :) Heute ging's dann nochmal in den Norden. Wir wollten uns unbedingt noch die Pu Pu Springs anschauen. Ein Quelle klingt zwar auf den ersten Blick nicht so wahnsinnig spannend, aber diese hat es in sich. Im Schnitt stößt sie 14 m³ Wasser pro Sekunde aus, das so klar ist, dass die Sichtweite unter Wasser 63 Meter beträgt – nahe dem theoretischen Maximum für reines Wasser. Gespeist wird das ganze aus einem unterirdischen Reservoir, das schätzungsweise 1,5 km³ Wasser fasst. Allein die Fakten sind schon interessant, aber wenn man dann an der Quelle steht und einen Fluss aus dem Nichts entstehen sieht (wirklich einen Fluss, kein Bächlein. Zum Vergleich: die Ilm führt im Jahresdurchschnitt gerade mal 6 m³), dann ist das mehr als beeindruckend. Zumal das Wasser so klar ist, dass an wirklich ohne Probleme bis auf den Grund sehen kann (was bei einer Tiefe von bis knapp 7 Metern schon ungewöhnlich ist). Ab morgen geht es wieder ein wenig auf die Reise. Zurück Richtung Nordinsel und irgendwann nach Auckland (wir sind alle nicht wirklich begeistert). Schließlich wollen unsere Familien uns ja irgendwann wiedersehen. Gerüchteweise...
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