Wie kriegt man lauter Nerds an die frische Luft? Ganz einfach: man macht ein Projekt wie OpenStreetMap auf und schon treiben die sich haufenweise draußen rum. Warum? Nun, ganz einfach: es kommt einfach alles zusammen. Freie Sachen (in dem Fall Kartendaten), Technik (GPS), ein klein wenig Selbstdarstellung (Hey, ich kenn mich hier aus! Ich kann die Straßen richtig einzeichnen!) und die Möglichkeit, nen Haufen Kram zu spielen (wer wollte nicht schon immer mal ne Navi-Software programmieren?... Ok, wahrscheinlich alle normalen Leute nicht, aber um die geht's ja hier nicht.).
Worum geht es? Wikipedia kennt mittlerweile jeder, der sich schonmal länger als 3 Minuten im Netz rumgetrieben hat. Aus einem anfänglichen Spielprojekt für ein paar Leute ist eine umfassende, aus aller Welt gepflegte Enzyklopädie geworden, die zu den meistbesuchten Seiten im Netz gehört. Kollaboratives Wissen, je nach Sichtweise mal das beste seit geschnitten Brot oder der Untergang des Abendlandes, als durchschlagender Erfolg. Nicht schlecht für eine Netzgemeinde, die nach Ansicht einiger Leute nur Pornos und Gewaltspiele kann.
"Können wir auch.", mögen sich die Initiatoren von OpenStreetMap gedacht haben. Die Wikipedia-Idee angewandt auf Kartendaten: jeder, der mag und kann trägt was bei. Seien es GPS-Daten, Straßenzüge, Namen, Höhenlinien, was auch immer man in einer Karte unterbringen kann. Die, die sich mehr für Software interessieren können diese Daten verwenden: in Renderen, die druckfertige Versionen erzeugen, Navigationskerneln, Filterprogrammen für spezialisierte Karten (Karte von der Isle of Man gefällig? Gibt's bei Navteq, Teleatlas und Co. nicht zu kaufen.) etc. Tja und zuguterletzt profitieren auch die, die nichts beitragen können oder wollen: Anfahrtsskizze auf der Webseite oder im Werbeblättchen? Bitte nicht von Google Maps und Co. Gibt Ärger mit dem Urheberrecht. Mit OpenStreetMap-Daten hingegen kein Problem. Kurzum: eine rundrum praktische Sache, das.
Warum der Seromon? Nun, ich bin (eigentlich "wir", meine bessere Hälfte hat's auch erwischt) seit einigen Wochen OSM-süchtig. Wo es geht läuft das Navi und zeichnet GPS-Tracks auf. Immer wenn Zeit ist, werden diese mit JOSM in Kartendaten umgewandelt und auf die Projektwebseite hochgeladen. Erstaunlich, was man dabei so alles lernt (beispielsweise dass Gemeinden selbst Landstraßen als "nicht von überregionaler Bedeutung" erklären lassen, damit sie sie im Winter einfach sperren können, statt sie zu räumen) und wieviel man zum Wandern kommt (Ilmenau Lindenberg? Leichteste Übung.).
Kurzum: Leute, bastelt OpenStreetMap-Daten! Wer ein Navi oder ein Handy mit GPS oder sonst irgendwas in der Richtung hat: mittracken, was das Zeug hält, Daten hochladen und freuen, wenn jemand Straßen draus macht. Macht Spaß und man lernt immer wieder neue Dinge seiner Umgebung kennen.
So, jetzt nur nur noch Navikernel basteln...