Nein, das wird nicht der übliche Rant über die Telekom und ihre Unfähigkeit. Zumindest nicht komplett. Es ist mehr so eine Beschreibung der Odyssee, in die man geraten kann, wenn man versucht eine Anbindung ans weltweite Datennetz zu kriegen. Ein Drama in einer noch unbekannten Anzahl an Akten...
Zuersteinmal die Akteure:
- Manu
- Zieht von Wohnung A in Wohnung B um. Die Rufnummer des Telefonanschlusses nimmt sie mit. DSL-Anschluss bei der Telekom, Flatrate bisher bei Congster wird beides gekündigt und soll als Komplettpaket zu Congstar wechseln (ja, die heißen jetzt anders und übernehmen deswegen die Kunden).
- Congstar
- DSL-Reseller und Billigmarke der Telekom. Offenbar eigenständig in der Lage völliges Chaos anzurichten.
- Telekom
- Rosa Riese mit Datenbankinkosistenzen und -inkontinenzen. Tragen zum Chaos nicht unerheblich bei.
- Markus
- Tritt erst spät ins Geschehen ein, hat dafür aber vermutlich den meisten Spaß mit den Hotlines. Bringt außerdem Pech.
Erster Akt: Umzug und Beauftragung
Manu muss umziehen. Soweit nix ungewönliches. Sie beauftragt bei der Telekom also einen Umzug des Anschlusses mit gleichzeitigem Wegfall des DSL-Anschlusses, da dieser ja zu Congstar wechseln soll. Damit das auch klappt beauftragt sie bei Congstar die Schaltung eines neuen DSL-Komplettpaketes auf dem neuen Anschluss, nachdem dieser geschaltet ist (also zu einem festen Datum). Unabhängig davon wird die bisherige Congster-Flatrate zum nächstmöglichen Termin gekündigt. Alles zur Zufriedenheit aller. And there was happiness and laughter all around...
Zweiter Akt: Schaltung des Telefonanschlusses
Ein kurzer Akt. Die Telekom schaltet den Telefonanschluss und teilt die Auftragsbestätigung für den DSL-Anschluss mit (der übliche DIN A4 Zettel). Still happiness etc.pp.
Dritter Akt: Splitter geliefert, DSL wird geschaltet
Auch hier wieder ein kurzer Akt: kurz vor dem gewünschten Termin trudelt der DSL-Splitter von der Telekom ein. Außerdem wird das DSL geschaltet und das auch nochmal per automatischem Anruf bestätigt. Es mangelt noch am Login und Passwort seitens Congstars. Kleine Grübelfalten mischen sich in happiness etc.
Vierter Akt: Manu fragt nach den Logindaten
Irgendwann wurde es meiner Frau zu bunt und sie rief den Support an, wo denn die Logindaten blieben. "Tut uns leid, Ihr Auftrag wurde per Mail storniert." - "Hä? Ich hab nichtmal Netz!" (Ja, man könnte die Mail von Arbeit schicken. Hatte sie aber nicht.) - "Hm.. Rufen Sie morgen nochmal an, wenn meine Kollegin da ist, die das kann/darf." Mit happiness etc.pp. isses erstmal vorbei, schließlich sind wir umgezogen und es geht kein Netz...
Fünfter Akt: Sie haben doch schon DSL!
Anruf am nächsten Tag bei der Kollegin: "Nee, da hat Ihnen die Kollegin was falsches erzählt. Der Auftrag wurde storniert, weil dort schon ein DSL-Anschluss geschaltet ist." .oO(Den habt ihr schalten lassen, ihr /&%=!&$) - "Wir kümmern uns drum und schicken die Daten nochmal raus."
Man ahnt es: es passiert genau: nichts.
Sechster Akt: Wir brauchen eine Bestätigung, dass das ihr Anschluss ist
Nachdem sich nix tut bzgl. Logindaten wieder ein Anruf (heute). "Ja nee, das geht hier nicht. Bevor wir das DSL schalten können brauchen wir eine Bestätigung, dass das Ihr Anschluss ist. Die Adressdaten stimmen nicht mit der Anschlussadresse überein." .oO(Ach, das sagt ihr jetzt! Tschuldigung, dass wir die Stammdaten auf den Hauptwohnsitz gelegt hatten, damit sich nicht wieder irgendein anderer Prozess in der Firma aufregt) - "Wie, schalten? Das DSL geht doch schon. Ich benutze im Moment andere Login-Daten und das funktioniert." - "Ach? Is ja interessant. Hm... na schicken Sie uns den Nachweis und dann wird das."
Siebter Akt: Nee, DSL haben Sie keins
Auftritt Markus und Telekom. Ich rufe also mal bei der Telekom an (hey, ich will auch meinen Spaß haben!) und sehe zu, ob wir irgendwie so nen Nachweis ranbekommen können. "Wie DSL? Sie haben kein DSL. Der Port ist frei." - "Aha. Na bitte sagen Sie das dem Port bloss nicht, sonst geht's nicht mehr." - "Hm, versteh ich nicht. Sollte nicht gehen." - "Tut's aber. Egal, kann ich so nen Nachweis haben? Vielleicht einfach das Bestätigungsschreiben des DSL-Anschlusses?" - "Bestätigungsschreiben?" - "Naja, Sie wissen schon, so ein Blatt Papier, auf dem steht, dass wir DSL kriegen." - "Haben wir Ihnen laut System nie zugeschickt." - "Haben Sie." - "Haben wir?" - "Haben Sie, hab ich bloss grad nicht gefunden. Liegt irgendwo rum. Ach ja, nen Splitter haben Sie uns auch geschickt." - "Haben wir auch?" - "Ja, haben Sie. Liegt da rum und splittet, wie er soll." - "Hm, steht hier nich." .oO(Ok, die DBs der Telekom haben offenbar Dateninkontinenz. Wer weiß wo unser Datensatz rausgesifft ist.) - "Krieg ich jetzt meine Bestätigung?" - "Ja klar, ich schick Ihnen das Schreiben über den Telefonanschluss nochmal per Fax."
Halten wir fest: wir haben einen DSL-Anschluss. Also, die physikalische und logische Verbindung zum DSLAM. Was uns fehlt ist ein simpler Nutzername und Passwort. Congstar meint, dass sie den Anschluss nicht beauftragt hätten, weil ja die Adressdaten nicht stimmen. Die Telekom weiß weder, dass wir DSL haben, noch dass sie uns eine Bestätigung und einen Splitter geschickt hat. Frag mich grad, wo der herkommt. Stand zumindest Telekom drauf... Also, auf dem Karton. Gut, ist wohl doch die Dateninkontinenz in der Telekom-DB die wahrscheinlichste Antwort. Hoffentlich vergessen Sie als nächsten nicht, dass wir nen Telefonanschluss haben. Wäre nervig.
Mein All-Time-Favorite-Spruch der Hotline der Telekom: "Über das System hier sag ich jetzt lieber nix." Jo, scheint besser so :) Dafür sind mir die Congstar-Hotliner zweimal aus ihrem komischen System geflogen und konnten sich auch 15 Minuten nicht mehr einloggen. Ich scheine irgendwie Pech zu bringen oder so...
P.S: Die Dialoge oben sind sinngemäß, nicht wörtlich. In der Realität waren sie von deutlich größerer Freundlichkeit geprägt. Und mein Fax mit der Bestätigung kam auch innerhalb einer halben Stunde. Zumindest das haben beide Firmen gut hinbekommen. Wenn jetzt noch die Technik klappt...