Was für ein Tag! Heute war ja – wie schon erwähnt – Grostadtluftschnuppern (tolles Wort. Ich mag die deutsche Sprache) angesagt. Das haben wir dann auch getan, mit interessanten Folgen.
Los ging's frühmorgens (ok eigentlich eher vormittags, aber dazu später mehr) per Bus nach Auckland rein. Aus verschiedenen Gründen (hauptsächlich ein doofer Busfahrer, aber auch dazu später noch mehr) wurde unsere Tagesplanung etwas über den Haufen geworfen und statt zu Mt. Eden kamen wir per Fähre nach Devonport. Dank eines Auckland Pass (so ne Art Tagesticket für den öffentlichen Nahverkehr) war die Überfahrt ohne zusätzliche Kosten. Auch mit extra Kosten wäre es die Fahrt wert gewesen. Auf dem Wasser hat man nämlich Spaß mit dem Wetter gehabt. Selbiges ist heute... naja, ich bin froh, dass wir gestern bei bestem Sonnenschein gelandet sind. Heute gab's statt dessen Wind und davon wirklich genug, wie der kurze Schnipsel zeigt...
Devonport war übrigens ein echter Glückstreffer. Ist fast ein wenig, wie die kleine, hübsche Schwester von Auckland. Ok, eigentlich eher die kleine, hübsche Bekannte, weil: wirklich ähnlich sind sich die beiden Städte nicht. Auckland ist laut, chaotisch und unübersichtlich, Devonport ist eher ruhig und angenehm. Wir sind dann dort mangels besserer Idee (und weil wir ja auf einen Hügel wollten) auf den Mt. Victoria gestiegen. Der erloschene Vulkan in Devonport bietet einen wunderaren Rundumblick. So wunderbar, dass er spontan als Standort für ein Geschütz auserkoren wurde, welches den Hafen von Auckland schützen sollte. Diese Kanone wurde laut lokaler Inschrift ein einziges Mal abgefeuert und das war auch noch außerhalb von Kampfhandlungen. Heute ist das sowas wie ein kleines Museum, wo man sich die Kanone in Ruhe von allen Seiten betrachten kann. Fotos davon gibt's später. Panorama bauen macht auf dem EeePC keinen Spaß...
Zurück aus Devonport (nochmal eine lustige Überfahrt) sind wir ins Auckland War Memorial Museum gegangen. Das bietet recht interessante Einblicke in die Kultur Neuseelands (und nicht nur zum Thema Krieg). Außerdem gibt es eine "Live-Demo" der Auswirkungen eines Vulkanausbruchs (immerhin sitzt Auckland in einer Vulkanzone), so richtig mit nachgebautem Haus, gefakten Fernsehnachrichten und wackelndem Fußboden. Im Museum darf man keine Rucksäcke/sperrigen Gegenstände tragen. Ergo: Taschen und Stativ in einen Schrank, einen Dollar einwerfen, zusperren. Kurz darauf fiel mir ein, dass man ja in Museen oft nicht blitzen darf und ich deswegen vielleicht doch das Stativ mitnehmen sollte. Ok, Schrank wieder auf, Dollar natürlich weg. Mist. Egal, vorsichtshalber habe ich mal nachgefragt, wie das mit dem Stativ ist. Nach kurzer Diskussion durfte ich es nicht mitnehmen (die haben wohl etwas Angst, dass jemand "professionell" Fotos macht und verwertet). Blitzen durfte ich allerdings, weswegen ich so anmerkte, dass ich dann halt einfach Stativ durch Blitz ersetze und fertig. Daraufhin fiel der netten Dame ein, dass ich dazu ja einen weiteren Dollar bräucht und sie verschwand um mir einen zu bringen. Fand ich bemerkenswert: weil sie aus ihrer Sicht dafür gesorgt hatte, dass ich ja meinen Schrank nochmal öffnen muss und damit nochmal bezahlen müsste, ging die zweite Öffnung auf Kosten des Hauses. Diese Nettigkeit zieht sich hier durch fast alle Lebensbereiche. Ach ja: dass das Museum keinen Entritt verlangt ist auch faszinierend.
Nach dem Museum sollte es eigentlich auf den Sky Tower gehen. Manu hatte schon letzte Woche ein Abendessen für uns im Turmrestaurant gebucht. Leider kam kurz vorher ein Anruf, dass der Turm heute abend aufgrund des Wetter geschlossen sei. Schade eigentlich.
So, zuguterletzt wollte ich mich ja noch über das auslassen, was heute so schiefgegangen ist. All die dunklen Flecken auf der Weste von Auckland heute verschuldet eigentlich der öffentliche Nahverkehr. Wir kriegen ja nun unserern Mietwagen erst morgen, sind also heute auf Bus und Bahn angewiesen gewesen. Jemand hatte uns ja vorher schon "viel Spaß" gewünscht. Hatten wir...
Der neuseeländische öffentlichte Busverkehr funktioniert eigentlich fast wie in Deutschland: Busse fahren, Menschen warten an Bushaltestellen und steigen zu/aus. Ok, die Zeiten auf den Fahrplänen sind alle als "ungefähr" markiert und man muss dem Fahrer sowohl den Zu-, als auch den Aussteigewunsch signalisieren, aber das Grundprinzip ist gleich. Dummerweise werden die Fahrplanzeiten offenbar als unverbindliche Empfehlung betrachtet, wann der Bus grob im Umkreis der Haltestelle zu sein hat. Unser erster Bus hatte heute 25 Minuten Verspätung, der zweite knapp 10 (Kunststück, der fährt ja auch alle 10 Minuten) und der dritte... naja, so genau können wir das nicht festlegen, weil sich die geplante Abfahrtszeit auf dem – elektronischen – Schild mehrfacht geändert hat. Unser bester Tipp sind knapp 45 Minuten Verspätung. Die Fähre von Devonport nach Auckland zurück kam vorsichtshalber gar nicht (ok, da waren technische Probleme im Spiel). In dem einen Bus (der "Link", quasi die Stadtlinie von Auckland) haben wir dann anscheinend auch noch den unfreundlichsten Busfahrer Neuseelands getroffen. Der hat schonmal Fahrgäste beim Bezahlen für Nachfragen angeblafft oder ihnen beleidigt hinterhergebrabbelt. An einer roten Ampel ist er dann auch mal schnell ausgestiegen und Einkaufen gegangen. Schräg.
Trotz aller Widrigkeiten haben wir's dann doch noch nach Hause geschafft. Auch was wert. Ach ja, noch ein Nachtrag zu gestern: woran erkennt man, dass man mit einer australischen Crew fliegt? Ganz einfach: jeder zweite Satz enthält das Wort "mate": "Hi mate!", "Can I get you a drink, mate?" etc.pp. Total lustig, da die ja sonst eigentlich fürchterlich förmlich sind.
Oh und GG war natürlich auch wieder mit. Mein Kommentar mit dem faulen Vogel hat ihn wohl an der Ehre gepackt, so dass er heute auf Mt.Victoria tapfer den Schnabel in den Sturm hängen musste...
Das Video ist toll ;-)
Ich drück euch die Daumen, dass ihr bald wieder besseres Fotografierwetter habt! Aber so in bisschen Sturm war sicher auch mal ganz spannend.