Zumindest stand das gestern auf einem Werbeschild an der Straße. Wir kommen Cape Reinga und damit der Nordspitze Neuseelands näher. Genauer gesagt ist die Tour dorthin für heute geplant.
Gestern ging es erstmal los mit einem Besuch bei einem Wasserfall. Wir sind schließlich in Neuseeland, also sind diese Dinger quasi Pflicht. Aus naheliegenden Gründen hatten wir uns für die Whangarei Falls entschieden, die nur ein paar Minuten von unserer Unterkunft nach Norden lagen. Schon beeindruckend. Vor allem die Brücke oberhalb der Wasserfälle, die keinerlei Geländer hat sondern einfach nur ein Metallsteg ist. Unterhalb der Fälle ist es dann passiert: Wasser hat die unangenehme Eigenschaft, Dinge rutschig zu machen. Ich habe die unangenehme Eigenschaft auf rutschigen Dingen auszurutschen. Tja, das Ende von Lied: unsere Videokamera zeigt jetzt kein Bild mehr an, da ich mit recht viel Schwung auf sie draufgefallen bin. Aufzeichnen tut sie noch, aber inwiefern das quasi im "Blindflug" sinnvoll ist müssen wir noch ausprobieren. Muss ich mal den Lötspezialisten bei FeM fragen, wo's klemmt. Ähem...
Gestern haben wir uns einen Zwischenstopp in der Bay of Islands, genauer gesagt Pahia gegönnt. Die Bay of Islands heißt so, weil sie genau das ist: eine Bucht übervoll mit Inseln. Genauer gesagt 144 Stück. Wir hatten früh am Morgen noch schnell eine Bootstour zu einer der bekanntesten Felsformationen Neuseelands gebucht: Hole in the rock. Die Neuseeländer sind ja da recht pragmatisch. Sie haben ein Loch in einem Felsen und wollen das Touristen zeigen, also nennen sie es "Loch im Felsen". Funktioniert. Wie auf dem Bild zu sehen ist das ein wenig spektakulärer, als einfach nur ein Loch. Genaugenommen ist das eine riesige Höhle, durch die man normalerweise mit dem Schiff fahren kann. Leider war gestern nicht normal, da der Wellengang zu stark war. So ist unser Schiff nur rein und wieder raus gefahren. Auf dem Weg zum Hole in the rock haben wir übrigens noch Delphine beobachten (leider nur mittelmäßig fotografieren) können. Schon interessant wie die da anscheinend gut gelaunt um die Boote rumspringen. Manu war total begeistert von dem Delphinbaby, was da mit dabei war. Wir haben gestern gelernt, dass Delphine im Gegensatz zu Menschen bewußt atmen. Ist ja auch sinnvoll: ein Mensch ist ständig an der Luft, also kann man das Atmen einfach in Hardware gießen und als Reflex auslegen. Ein Delphin hat's da schon schwerer: bevor der atmen kann muss er einige Vorbereitungen treffen. Daher ist das bei denen so, dass sie keinen Atemreflex haben, sondern das bewußt steuern. Das wiederum führt zu einer interessante Konstruktion im Gehirn der Delphine: wenn sie schlafen schläft immer nur die Hälfte ihres Hirns. Logisch: ein Abschalten der höheren Hirnfunktionen zum Schlafen würde ja auch zum Abschalten der Atmung führen. Also bleibt eine Hälfte des Hirns aktiv und sorgt für eine regelmäßige Atmung, während die andere schläft. Wenn die eine Hälfte genug geschlafen hat, dann tauschen sie. Anscheinend ist das Delphinhirn also diesbezüglich symetrisch ausgelegt.
Als wir gestern morgen losgefahren waren hatten wir schnell noch unsere Unterkunft für die Nacht gebucht und mal wieder einen ziemlichen Glücksgriff getan: das Kahoe Farm Hostel ist eine riesige (im Sinne von "riesig". Deutlich größer als der Uni-Campus in Ilmenau) Farm, deren Besitzer hier schon in der 5. Generation Kühe züchten. Seit 18 Jahren betreiben sie außerdem ein Hostel und freuen sich über Gäste. Stefano (Herr des Hauses) ist Italiener und kocht abends daher gern für die Gäste. Gestern gab es lecker Pizza und wir mussten uns um nichts kümmern.
Rund um die Farm kann man alle möglichen Unternehmungen betreiben. Wir haben uns gestern abend spontan noch entschlossen auf einen nahegelegenen Berg zu klettern und ein paar Fotos zu schießen. Nun gibt es auf einer Rinderfarm ja gerüchteweise Kühe. Damit man die nicht ständig sonstwo einsammeln muss, sind die schön in ihrem Gatter. Folglich ist das Land mit Zäunen durchzogen, die auch noch größtenteils unter Strom stehen. Um da drüber zu kommen baut man so lustige Stufen auf beiden Seiten (und isoliert fairerweise die stromführenden Drähte mit etwas Gummi). Sieht lustig aus, wenn Manu sich da drüber quält *duck&renn*
Ach ja: vorgestern war GG ja zu faul für Fotos. Dafür hatte ihn gestern gleich der Ergeiz gepackt und er wollte unbedingt in eine der Glühwürmchenhöhlen am Little Earth Hostel wandern. Wir konnten ihn dann mit Verweis auf die Zeit und den schlecht sitzenden Helm mit Mühe davon abhalten. Dafür hat er sich dann bei den Whangarei Falls mit ins Bild gedrängelt mit der Bemerkung, dass ja ein grüner Vogel schließlich perfekt in den Urwald mit Wasserfällen passen würde...
So, jetzt aber ab zum Frühstück und dann nach Norden zu Cape Reinga. Wieder ein Tag Spaß mit meinem Sonnenbrand. *gnaa*