Eigentlich sollte der Artikel schon vor zwei Tagen raus, aber leider, leider muss "Wireless" im BBH Guide nicht immer heißen, dass man auch Netz hat. Wireless hatten wir in dem Backpackers. Alles hinter dem Accesspoint war leider tot. *gnaaa*
So langsam kommen die nächsten Termine näher, weswegen wir langsam aber sicher weiter nach Süden turnen. Immer an der Küste lang (ok, was will man auch tun in einem Land, in dem man angeblich nicht weiter als 60 km von der nächsten Küste weg sein kann). Heute ging es von Timaru nach Dunedin. Einfach nur fahren war natürlich nicht, schließlich waren wir in Wallaby-Land. Wallabys wurden – wie so vieles anderes Getier – von Australien nach Neuseeland eingeschleppt. In diesem speziellen Fall wurde aber einer Ausbreitung glücklicherweise von der Natur verhindert. Im Westen verhindert die – passend benannte – Barrier Range die Ausbreitung der Tiere, im Norden und Süden Rangitata und Waitaki River (Wallabys können offenbar nicht schwimmen). So existieren die Tiere nun nur in einem relativ kleinem Gebiet.
Um die Vermehrung der Tiere in dem Gebiet zu kontrollieren (und vermutlich auch zum Spaß) werden sie bejagt. Dabei kommt es von Zeit zu Zeit vor, dass eine Mutter mit Kind geschossen wird. Die Jäger bringen dann in den meisten Fällen das Baby zum Wallaby Park in Waimate. Den hatte sich meine Holde zum Besuch ausgeguckt ("Hach sind die süüüüüß!"). Die in dem Park aufgewachsenen Tiere sind handzahm und lassen sich füttern. Man kann also mit ein paar Futterpellets durch die Gehege laufen und sich aus der Hand fressen lassen, wovon Manu reichlich Gebrauch gemacht hat.Highlight des Ganzen (wenn man nach ihrem Gesichtsausdruck geht) war das Wallaby-Baby, welches sie auf dem Arm halten durfte. Als das ihr dann auch noch die Nase abgeleckt hat, war sie völlig hin (komisch: wenn ich das mache meckert sie immer...) Ich hab vorsichtshalber hinterher den Rucksack genauestens auf blinde Passagiere gecheckt.
Nachdem wir uns dann doch noch losgerissen hatten ging es weiter zu den Moeraki Boulders. Das sind eigentlich bloss Steine, allerdings mit einer besonderen Eigenschaft: sie sind fast perfekt rund. Die liegen völlig unwirklich am Strand rum und werden vom Meer mit der Zeit verschlungen. Sieht ein wenig aus, als hätten Riesen mit Murmeln gespielt und das Aufräumen vergessen.
Steine am Strand... ok. Lang aufgehalten haben die uns allerdings nicht. Wir wollten weiter nach Dunedin um es noch zur letzten Tour zum Penguin Place zu schaffen. Auf der Otago Peninsula gelegen ist dieser private Naturschutzpark für Pinguine seit einigen Jahren recht erfolgreich dabei, Touristen das Leben der Gelbaugenpinguine näher zu bringen. Die kommen nämlich in die zu einer Farm gehörigen Bucht zum Brüten. Um die Tiere möglichst wenig zu stören haben die Betreiber ein riesiges Tunnelsystem gebaut in dem man sich zu Verstecken begeben kann von denen man die Pinguine sieht. Das kann manchmal überraschend nah an den Tieren sein, denn die ignorieren die komischen Vögel auf zwei Beinen geflissentlich. Da wir auf der letzten Tour nur drei Leute waren (der dritte aus Schwabach, eine rein deutsche Angelegenheit also mal wieder), war das ganze recht entspannt und zum Fragen stellen geeignet.
Die Otago Peninsula liegt doch einige Kilometer außerhalb von Dunedin, so dass es auf der Rückfahrt schon dunkel wurde. Über die Bucht hinweg sieht die Stadt doch ganz lustig aus. Aus der Nähe betrachtet (speziell die Gegend um unser Backpackers) war's leider nicht so toll. Das kaputte WLAN hatte ich ja schon erwähnt. Interessanter war allerdings noch das Geschreie später am Abend. Stammte von ein paar Jugendlichen, die sich im Vollsuff gegenseitig mit Mülltonnen beworfen haben. Unser Auto hat glücklicherweise nichts abbekommen, aber etwas schräg geschaut haben wir schon. Naja, lang wollten wir uns in der Stadt ja eh nicht aufhalten...