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Donnerstag, 26. März 2009[NZ09] Ich glaub ich bin in Norwegen...Scheiße, wir haben uns verfahren! Zumindest konnte man das gestern denken, denn für den Overnightcruise im Milfordsound ging es ins Fjordland. Wie Norwegen, nur nicht ganz so ausgedehnt. Doch von vorn... Milford Sound (sowohl das Fjord, was eigentlich gar kein Sound – ein vom Wasser geschnittenes und vom Ozean aufgefülltes Tal – sondern eben ein Fjord – vom Eis geschnitten und mit Ozean vollgelaufen – ist, als auch der kleine Ort von dem aus die ganzen Schiffe in den Sound starten) liegt am Ende eine knapp 120 km langen Sackgasse. Von Te Anau aus geht es die Milford Road lang durch weite Täler und enge Schluchten. Die Straße zählt auf Grund der Lawinen- und Steinschlaggefahr zu den gefährlichsten Neuseelands (im Winter wird wohl sogar die Ampelregelung am Homer Tunnel abgeschaltet, weil es zu gefährlich wäre, die Leute dort stehenbleiben zu lassen), ist aber auch eine der schönsten. Da wir ja über Nacht auf einem Schiff waren, konnten wir uns für die Fahrt von Te Anau aus gemütlichstens Zeit lassen und unterwegs noch ein wenig wandern gehen. Meine Holde hatte sich dafür den Key Summit rausgesucht. Dieser liegt am Anfang des Routeburn Tracks, ein Mehrtageswanderweg von der Milford Road nach Glenorchy. Den Track wollten wir natürlich nicht komplett wandern, aber auf den Berg sollte es wenigstens gehen. Fluffige 450 Höhenmeter später konnten wir uns dann auf dem Gipfel zum Mittagessen niederlassen. Wobei... "Gipfel" ist zuviel gesagt. Trotz des "Summit" im Namen ist der Key Summit mehr so eine Hochebene und eine feuchte noch dazu. Lauter kleine Tümpel, viel Moos, Sumpf, kleine Bäume etc. erzeugen eine sehr interessante Landschaft, durch die ein Pfad, wie im Bild zu sehen, läuft. Das Wetter hatte beschlossen, es ein wenig interessanter zu gestalten. Statt strahlend blauem Himmel gab es einen Mix aus Wolken, der mich spontan daran erinnert hat, dass ich ja mal erklären wollte, woher eigentlich der ursprüngliche Name Neuseelands kommt. In Māori heißt das Land Aotearoa. Die Frau des legendären Häuptlings Kupe, der als erster Mensch nach Neuseeland gekommen sein soll, soll auf See eines Tages ausgerufen haben "He ao, he ao, he ao tea, he ao tea roa!" ("Eine Wolke, eine Wolke, eine lange Wolke, eine lange, weiße Wolke!"). Die Wolke, die sie sah hatte das Land verraten denn sie hing über den Bergen der Insel. Der letzte Teil wurde so zum Namen des Landes: Aotearoa, das Land der langen, weißen Wolke. Lang ist das übrigens noch nicht her. Die Māori sind nämlich keine Ureinwohner, sondern erst vor relativ kurzer Zeit (1500 Jahre) aus Polynesien eingewandert. Die Sprachen der Inselvölker gleichen dem Māori daher noch sehr stark (was mich daran erinnert: wir haben beschlossen Manu immer als Manu vorzustellen. Manuela kann eh keiner aussprechen und Manu ist ein Wort in Māori und heißt "Vogel". Passt: sie hat einen *duck&renn* und es kann sich jeder merken.) Wieder runter vom Berg erwartete uns eine Überraschung: unser Auto hatte beschlossen Feierabend zu machen. Die Türen gingen zwar noch auf, aber sonst rührte sich nix mehr. Leider hat diese &§#%$-Kiste keinerlei Anzeige, wenn man das Licht an hat und so hatte ich natürlich vergessen, das wieder auszumachen. Nach 3 Stunden Wanderung war die Batterie platt. Kein Problem, wozu haben wir 24 Stunden Road Side Assist gebucht? Handy raus... hrmpf: kein Netz. Glücklicherweise haben uns dann zwei andere Touristen mit einem Starthilfekabel ausgeholfen. Die haben sich sogar 1000x bedankt, weil ihnen ohne unser Missgeschick das gleiche passiert wäre: auch ihr Licht war an. Die letzten 50 km mussten also ohne Unterbrechung laufen, weil die Batterie ja laden sollte. Naja... Zum Glück kamen wir dann ohne weitere Probleme zu unserer Unterkunft für die Nacht: dem Milford Wanderer. Schickes Schiff das. Die 4-Mann-Kabinen waren zwar recht winzig, aber zum Glück waren unsere Bettnachbarn nett, so dass sich das aushalten lies. Vor dem Abendessen gab es noch etwas Sport: der Wanderer hat 28 Kayaks an Bord, mit denen wir uns im Sound etwas austoben durften. Manu hatte ja ständig Angst, dass sie umkippt und nass wird, während ich mich mit der Kamera vergnügt habe. Letzten Endes ist weder Manu, noch meiner Kamera und mir was passiert. Die Fotos waren dafür lustig. Das Fjord ist durchaus beeindruckend. Ohne Maßstab hat man Probleme, die wahre Größe zu erkennen, steigen doch die Berge von der Wasserlinie teilweise über 2000 Meter steil nach oben. Selbst ein 154 Meter hoher Wasserfall, der in das Fjord stürzt, sieht daneben winzig aus (bis man direkt untendrunter mit dem Schiff langfährt und nass wird). Der Rest des Abends? Essen war lecker, Gespräche interessant (ich musste lang nicht mehr drüber nachdenken, ob Computer ein Bewußtsein haben können) und die Nacht kurz. Frühmorgens (wirklich früh, nachdem wir von einer Kavallerietrompete geweckt wurden) nach dem Frühstück ging's raus auf die Tasman Sea. Der offene Ozean ist, wie uns schon öfter aufgefallen ist, doch deutlich unruhiger, als so ein geschütztes Fjord. Auf der Rückfahrt waren dann noch einige Delphine und Seehunde zu sehen. Speziell letztere haben eine interessante Eigenart: die rotieren die ganze Zeit im Wasser um ihre Längsachse. Das hat einen simplen Grund: Verdauung. Sie fressen sich den Bauch voll bis oben hin und rollen sich dann hin und her um das Futter verdauen zu können. Mach ich jetzt demnächst auch so: Pizza komplett rein und dann durch's Wohnzimmer rollen. Spart einen Haufen Kauarbeit! Der Wasserfall auf dem Bild hinter mir soll übrigens 10 Jahre jünger machen, wenn man von dem Wasser getroffen wird. Hm, wir waren gut nass, aber meine Geheimratsecken hab ich immernoch. Mist, blöder. Der heutige Tag hielt dann hauptsächlich eins bereit: Straßen. Wir sind jetzt dann doch etwas in Eile wieder nach Norden zu kommen und wollten es daher bis Wanaka schaffen. Knapp 400 km wollten dazu überwunden werden. Unterwegs haben wir noch kurz in Queenstown Station gemacht. Wenn man schonmal am Geburtsort des Bungee Jumpings ist, dann muss man sich das auch mal anschauen (anschauen, nicht machen. Ich bin doch nicht blöde.) Mit meinen Fotos hab ich dann noch einen Amerikaner glücklich gemacht, dessen Frau und Tochter gesprungen waren. Was mir völlig neu war: man kann auch zu zweit springen, wie zwei Mädels da eindrucksvoll vorgeführt haben. Zum Schluss des Tages noch: den Schwanzvergleich hat heute definitiv ein japanischer Opa gewonnen, der mit einer Hasselblad mit Digitalrückteil unterwegs war. Fotografie zum Preis eines Mittelklassewagens. Naja, wer's hat... |
Nachdem wir in Neuseeland ja schon mehrfach mit dem Kanu unterwegs waren wollten wir in der Richtung mal wieder was neues ausprobieren. Schon vor längerer (eigentlich viel zu langer Zeit) hatten wir eine Kanutour auf der Werra verschenkt. Heute war es dan
Aufgenommen: Aug 02, 00:46