Hm, gestern hätte man ne Caipi-Party schmeißen können... Der Fox Glacier hätte jedenfalls mit seinen 14 km und teilweise mehr als 150 Metern Dicke locker genug Eis für ein gepflegtes Besäufnis liefern können. Angeblich soll das Eis aufgrund des hohen Drucks unter dem es entsteht sogar besonders dicht sein und so länger zum Schmelzen brauchen. Ideal quasi für die Getränkekühlung. Für andere Superlative ist das Eisfeld auch noch gut: es gehört zu den schnellsten der Welt (bewegt sich teilweise bis zu 8 Meter am Tag), ist einer von nur 11 Stück weltweit, die bis in eine bewaldete Gegend reichen (ein zweiter ist direkt nebenan der Franz-Josef-Gletscher, die anderen sind in Südamerika) und er liegt auf einer der am schnellsten wachsenden Bergketten der Welt (die am schnellsten wachsende ist auch nur ein paar hundert Kilometer weg: die Kaikoura Range an der Ostküste).
Statt das Eis allerdings für eine Party zu verwenden (ist ja auch keiner hier zum Feiern), sind wir lieber darauf herumgelatscht. Dabei wurden wir quasi mal wieder vom Glück verfolgt: wir hatten vorgestern spontan noch die Tour vom Nachmittag auf den Vormittag umgebucht (eigentlich um heute in Hokitika Jadeanhänger zu basteln, aber dazu später mehr). Nun hatte ich ja vorgestern angemerkt, dass es geschifft hat, was runterwollte. Gestern morgen: bestes Wetter, Sonnenschein, kaum eine Wolke am Himmel. Wir hatten also mal wieder Postkartenvoraussetzungen. Nachdem wir am Mittag wieder unten waren vom Gletscher zeigte ein Blick in die Berge, dass das gerade noch rechtzeitig war: es waren Wolken aufgezogen und die gesamten Bergspitzen waren im Nebel. Die Leute, die auf unserer ursprünglich gebuchten Tour dabei gewesen wäre, waren da gerade auf dem Abflug...
Wir allerdings auch, es ging ja immernoch fleißig nach Norden, bevor wir uns in den nächsten Tagen mal wieder etwas länger an einem Ort aufhalten. Tja, die Pläne bezüglich Jade schleifen in Hokitika... Eigentlich wollten wir da ja heute was machen. Man kann sich da aus eigenen Entwürfen Schmuck schleifen. Dauert halt je nach Komplexität den ganzen Tag und war halt deswegen für heute eingeplant. Dummerweise hatten wir nicht mit unserem völlig Amok laufenden Zeitgefühl gerechnet: heute ist Sonntag und die Werkstatt damit zu. Naja, ein Plan für den nächsten Urlaub hier...

Die Übernachtung hatten wir dann in Punakaiki gebucht. Dort sind die (weltberühmten?) Pancake Rocks, eine Felsformation an der Küste hier, von der keiner weiß, wieso es sie eigentlich gibt. Die Felsen sehen nämlich aus wie Pancakes, haben also Schichten wie Eierkuchen. Wie die entstanden sind weiß offenbar noch keiner so richtig genau. Die bilden interessante Formationen in die die Wellen einbrechen.
Gestern abend saßen wir im Te Nikau Retreat, mit dem wir wieder einen richtigen Glücksgriff getan hatten. In einem kleinen Wald zwischen Straße und Küste gelegen, traumhaft ruhig. Ah ja und mit Internetzugriff (den ich aus Faulheitsgründen nicht genutzt habe). Quasi ideal. Nur das recht... ausgehungerte Päärchen nebenan wollte partout keine Ruhe geben. Dabei bauen die hier doch die Wände nur aus Sperrholz...
Heute ging's dann weiter Richtung Nelson/Ruby Bay, wo wir die nächsten Tage verbringen werden. Manu wollte unterwegs unbedingt an den Maruia Falls vorbei. Die sind zwar nicht unbedingt spektakulär, haben aber eine interessante Geschichte: Sie sind nämlich erst 1929 entstanden. Ein schweres Erdbeben löste einen Erdrutsch aus, der den Flusslauf veränderte. Der Fluss fließt seitdem über eine Felskante und hat sich durch Erosion in Laufe der Zeit von 1 Meter Höhe auf 10 Meter hochgearbeitet.
Oh, GG war heute morgen ganz aufgeregt. Er hatte gehört, dass wir uns die Pancake Rocks anschauen und hatte schon das Frühstücksbesteck ausgepackt. Ihr könnt euch seine Enttäuschung vorstellen, als er festgestellt hat, dass die Felsen nur so heißen und nicht aus Eierkuchen bestehen.