Donnerstag, 9. April 2009
So, nachdem ich gestern nicht ganz unerwartet deutlich zu müde war, um noch einen Abschlussartikel zu schreiben, kommt der halt heute. Nach wieder mal viel zu vielen Stunden im Flugzeug (und der Bahn) sind wir wieder in Deutschland.
Was bleibt vom Urlaub?
- Neuseeland ist sehr britisch
- Kurz vor dem Urlaub hab ich ein Buch über die Eigenarten Großbritanniens gelesen (wer's lesen will: Bill Bryson – "Notes from a small island") und doch einiges wiedererkannt. Der Linksverkehr ist nur das offensichtlichste Beispiel.
- Natur
- Es ist eigentlich unfassbar, wieviel schöne Natur man auf zwei Inseln packen kann. Zum einen haben aufgrund der langen Trennung vom Rest der Welt (die Inseln wurden wohl noch vor der Entstehung der meisten Säugetiere vom Urkontinent abgespalten) dort Pflanzen und Tiere überlebt, die nirgends anders eine Chance hatten (Welches andere Land hat schon einen blinden, flugunfähigen Vogel als Nationalsymbol?). Andererseits bietet die Umgebung (aktive Vulkanzone, immer in der Nähe eines Ozeans) die Grundlage für einige beeindruckende Landschaften (kochende Teiche, heiße Seen, Mineralterrassen, Fjorde, Vulkankegel, Gletscher und vieles andere mehr). Ich habe in den nächsten Wochen noch so manches Panorama zusammenzurechnen.
- Neuseeländer sind freundlich
- Ich weiß es nicht, ob wir Deutschen eher so zur Muffeligkeit neigen, aber wie schon in Kalifornien waren wir immer wieder begeistert von der Freundlichkeit der Neuseeländer in allen Lebensituationen. Die reißen sich für dich ein Bein aus, wenn du freundlich fragst.
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- Umweltschutz mittelmäßig
- Eins der Dinge, die mich am meisten (positiv, wie negativ) beeindruckt haben: Neuseeländer und ihr Verhältnis zum Umweltschutz. Einerseits zieht sich durch's gesamte Alltagsleben an allen Ecken und Enden das Bedürfnis nach dem Schutz der einzigartigen Natur. Überall wird man darauf hingewiesen, nichts fallenzulassen, seinen Müll zu trennen etc.pp. Das ganze steht immer unter dem Māori-Motto "Leave the land undisturbed" – sinngemäß: Hinterlasse das Land so, als wärest du nicht da gewesen. Andererseits scheint das gesamte Land im Umweltschutzgedanken auf halbem Weg stehengeblieben zu sein. Effiziente Wärmedämmung? Doppelverglasung? Eigentlich nicht zu finden. Die meisten Häuser sind aus Holz und einfache, nicht immer zugdichte Fenster sind Standard. Natürlich ist Neuseeland in den meisten Gegenden wärmer, als Deutschland. Aber eben nicht so warm, dass man auf Isolierung komplett vergessen könnte. Stattdessen werden die Räume dann mit Elektroheizern (oder auch gern: die Betten mit Heizdecken) warm gehalten (Zentralheizung ist... naja, nicht unbekannt, aber extrem selten). Stromsparen ist eigentlich kaum angesagt. Uns wurde erklärt, dass Energie generell bis vor kurzem quasi nichts gekostet hat – mit zu erwartenden Folgen. Wasserverbrauch ist so ne Sache: im ländlichen Raum, wo die großen Farmen ihre eigene Wasserversorgung aus Regenwasser etc. decken wird sehr auf den Verbrauch geachtet (wieso es keine Klospülungen mit Stop-Taste gibt konnte mir trotzdem keiner erklären). Im städtischen Raum mit zentraler Wasserversorgung ist das komplett anders. Kaltwasser kostet nichts. Ergo: "immer raus damit" scheint manchmal die Devise zu sein.
Insgesamt: wenn die Neuseeländer den Umweltschutzgedanken zuende denken (was die Regierung grad aufwändig versucht), dann werden die richtig vorbildlich.
Insgesamt war's ein richtig genialer Urlaub. Wir haben jedenfalls schon kurz nach Beginn des Urlaubs beschlossen, dass wir wieder fliegen. Nicht gleich morgen, aber auch nicht erst zur Rente.
So, jetzt läuft der Kiwi erstmal wieder aus dem Blog-Design. Muss er ja, fliegen kann er ja nicht...
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