Whua, in der dritten Unterkunft können wir endlich mal ein Lebenszeichen abgeben! Drei Tage Urlaub und zwei Tage Wandern liegen schon hintern uns und mir haben's mittlerweile nach Hinterhermsdorf geschafft. Zum Einstimmen sind wir am Freitag abend mal auf der Bastei rumgeturnt. So spät abends ist es dort sogar richtig ruhig und nicht so überlaufen wie tagsüber. Der Tag ging so mittelmäßig los, nachdem ich auf der Autobahn bei Chemnitz gemerkt habe, dass ich meine Kamera zu Hause liegen lassen habe. Doof, das. Ist mir noch nie passiert. Aber nun ja… Der Abend war dann trotzdem noch ganz schön. In der Unterkunft in Stadt Wehlen herrschte netztechnisch völlige tote Hose. Kein einziges WLAN in Sicht und o2 hatte sich zur Sicherheit gleich mit verabschiedet. Nix mit bloggen. Oder Dinge raussuchen.
Am ersten Wandertag ging es dann von Stadt Wehlen nach Bad Schandau. Da wir am Tag vorher ja nun schon auf der Bastei waren sind wir von der vorgeschlagenen Strecke abgewichen und an der Elbe entlang zum Lilienstein gelaufen. Manus Lieblingsberg war natürlich Pflicht. Hat eigentlich allen gefallen und war schonmal so ein erster Test, wie die heftigen Anstiege den Leuten so gefallen (die Bastei zählt ja nicht, wenn man vom Parkplatz aus läuft). Das Hotel in Bad Schandau war überhaupt nicht auf uns vorbereitet. Das Mädel an der Rezeption war den ersten Tag da und keiner hatte ihr irgendwas gesagt (zum Beispiel solche Details wie: Küken übernachtet mit in unserem Zimmer um nicht noch eins buchen zu müssen, wir brauchen also ein drittes Bett). Sie hat sich aber reingekniet und mit Elan noch dafür gesorgt, dass alles noch wurde. Oh, seit gestern weiß ich, wie man Forelle richtig isst. Kaum macht man's richtig muss man sich auch nicht mehr mit Gräten rumschlagen.
Heute war der Tag schon etwas länger geplant: Bad Schandau bis Hinterhermsdorf. Als Highlight standen die Schrammsteine auf dem Programm. Die ersten 50 Höhenmeter waren wir faul und haben den Aufzug in Bad Schandau genutzt. Danach ging es erstmal verhältnismäßig gemütlich weiter, bis dann der Aufstieg auf die Schrammsteine anstand. Ich kannte das ja schon vom März, aber für die anderen war das Neuland. Geschafft haben wir's trotzdem und die Aussicht zur Belohnung war mal wieder genial. Über den Gratweg ging es wieder ein Stück zurück und dann gen Kirnitzschtal zum Lichtenhainer Wasserfall. Mittagszeit. Der Wasserfall ist übrigens immernoch genauso bekloppt wie beim letzten Mal: alle halbe Stunde plätschert es mal, den Rest der Zeit wird angestaut. Weil wir noch nicht genug hatten (und es bis Hinterhermsdorf noch weit war) war die nächste Station der Kuhstall - ein riesiges Felsentor. Dort haben wir (zumindest einige von uns) die Himmelsleiter erklommen: eine schmale geschweißte Treppe in eine fast genauso schmalen Felsspalte. Der Aufstieg war interessant, die Aussicht oben nicht wirklich anders als von unten. Nach dem Abstieg ging es für die meisten von uns zur Bushaltestelle. Die Füße/Beine sollten etwas für die Etappe morgen geschont werden. Ich war noch nicht müde und bin daher alleine weiter das Kirnitzschtal entlang nach Hinterhermsdorf. Als ich hier ankomme sagt mir die nette Dame in der Gaststätte, dass der Rest noch nicht da ist. Hat mich schon etwas überrascht, dass ich die letzten 10km zu Fuß schneller überbrückt haben sollte als die anderen im Bus. Ein kurzer Anruf brachte des Rätsels Lösung: die hatten den Fahrplan falsch interpretiert (was mich nicht wundert. Ich bin trotz mehrminütigem Studiums nicht drauß schlau geworden.) und waren daher in den falschen Bus eingestiegen. Kurz nachdem sie ihren Irrtum bemerkt hatten sind sie halt zwangsläufig weiter gelaufen. Die nette Dame hier in der Gaststätte (die gleiche wie eben) hat sich dann bereiterklärt den Rest einzusacken um deren Füße zu schonen. Nach ner Dusche und einem sehr leckeren und ausgiebigen Abendessen (wer mal richtig nett essen und übernachten will: Gasthof zur Hoffnung) geht's soweit ich das überblicke allen wieder gut. Morgen wird die Etappe wieder etwas variiert um sie zu kürzen, da die 23-26km (je nachdem, wen man fragt) heute doch anstrengender waren als gedacht. Außerdem versuchen wir morgen mal ein paar Höhenmeter zu streichen.