Das mit dem Netz ist in der Gegend so ne Sache... Handyempfang kann, muss aber nicht, WLAN im Hotel ist üblicherweise nicht vorhanden. Deswegen jetzt der zweite Teil der Bloggerei erst nach dem Ende und schon wieder zu Hause. Ein was muss ich noch vorweg erwähnen, weil ich's im letzten Artikel vergessen habe: die Fotos waren diesmal nicht von mir (stand ja drin: ich hab meine Kamera vergessen), sondern vom Küken. Danke dass ich die verwenden darf!
Einer der für mich schönsten Teile der Wanderung ging von Hinterhermsdorf nach Krippen. Schön vor allem deswegen, weil er sich idyllisch einsam durch die Landschaft schlängelt. Da hat man zwischenzeitlich wirklich das Gefühl weit weg von jeder Zivilisation zu sein. Wir hatten unsere Wanderroute so variiert, dass sie nicht zu anstrengend werden sollte und wir trotzdem ein paar von den Schluchten zu sehen bekommen. Wir haben schon bei unserem ersten Urlaub im Elbsandsteingebirge eine sehr gute Wanderkarte gekauft gehabt (sehr schick vor allem, vieles sieht aus wie – oder ist sogar – handgezeichnet), die die Planungen sehr schön einfach gemacht hat. Danke der Karte haben wir uns kein einziges Mal verlaufen und hatten auch vorher immer einen guten Eindruck, was uns erwartet. Bis auf diesen einen Tag. Was in der Karte zwar drin war, aber nicht wirklich abzuschätzen wie steil das ganze ist, war der Aufsteig aus den Richterschlüchten. Treppen und Steine bis wir uns einige hundert Höhenmeter über einen Kamm gekämpft hatten nur um danach gleich wieder abzusteigen. Doch am Ende des Tages war die Tour geschafft und wir auch. In Schmilka haben wir uns mit der Fähre über die Elbe gewagt und sind dann mit einem tschechischen Triebwagen (danke nochmal an den Fährmann für den Tipp!) nach Krippen gefahren. Auf unsere Frage nach den Kosten hat der Triebwagenfahrer nur abgewunken. Auch nett…
Die Unterkunft in Krippen hatte zwar einen lustigen Portier/Kellner und eine nette Bar im Gewölbekeller, aber leider kein Netz. Irgendwie hat man manchmal den Eindruck, dass viele Unterkünfte in der Gegend noch eher auf die älteren Semester eingerichtet sind und demzufolge vor größeren Probleme stehen, wenn plötzlich jemand mit Notebook reist. Aber das wird hoffentlich in den nächsten Jahren auch anders. Wir haben uns zwei Nächte in Krippen aufgehalten, weil am Dienstag ein Ausflug ans Prebischtor auf der tschechischen Seite des Elbsandsteingebirges anstand. Wir kannten das ja schon vom letzten Mal, haben es aber wieder genossen: ein wenig wandern, eine Fahrt mit einem Stocherkahn, der Aufstieg zum Tor (von der anderen Seite diesmal), die Aussicht… Hat offenbar auch unseren Begleitern gefallen. Den Rückweg haben wir diesmal mit dem Bus bestritten. Der Nationalparkexpress fährt grenzübergreifend die interessantesten Orte an und ermöglicht so auch mal das bequeme Abkürzen (deswegen waren's an dem Tag auch nur rund 11km Wanderung). Abends gab's dann im Hotel noch einen Grillabend mit lecker Forelle in Folie. Ein Traum. Nachdem mir Steffi erklärt hatte, wie man die Forelle unfallfrei und grätenarm isst, konnte ich nicht widerstehen.
Der letzte Tag war noch mit etwas Kultur vollgepackt. Die Festung Königstein sollte es sein, mithin Europas größte Bergfestung. Der Weg von Krippen nach Königstein war (glücklicherweise – wir hatten in der Zwischenzeit einige Lädierte zu beklagen) bis zum frühen Nachmittag geschafft, den Aufstieg zur Festung haben wir uns dank des Festungsexpress gespart. Wir waren ja schonmal auf der Festung und trotzdem haben wir wieder neues entdeckt. Man kann ungelogen zwei Tage dort verbringen ohne sich zu langweilen. Abends sollte wieder Stadt Wehlen Station sein, von wo aus wir am nächsten Morgen über Dresden zurück in die Heimat wollten. Als krönenden Abschluss hatten wir uns entschieden mit einem Dampfschiff die Elbe runterzuschippern. Teuer, aber jeden Cent wert. Von den 10€, die das gekostet hat, hab ich für mindestens 8€ die Maschine besichtigt. Die ist nämlich zum Glück offen in Aktion zu sehen. Deswegen hab ich auch einen großen Teil der Fahrt unter Deck verbracht. Auch wenn man's erstmal nicht direkt sieht sind die Raddampfer echte Dampfschiffe. Der Kessel wird mit Diesel, statt Kohle beheizt, was leider den schönen Rauchfahneneffekt verhindert, aber eben auch die Belastung im Elbtal verringert (von Platzbedarf und Aufwand au dem Schiff mal ganz zu schweigen). Die drei riesigen Zylinder, die die Welle antreiben, die Schaufelräder… faszinierende Technik. Bin ich ja immer für zu haben. Abends noch das Spiel Deutschland gegen Ghana im Fernsehen. Wir sind weiter. SCHLAAAND!
So, jetzt ein Wochenende erholen, Sachen auspacken, vielleicht mal wieder etwas auf zwei Rädern unterwegs sein. Montag ruft die Arbeit wieder. Für so einen Kurzurlaub ist das Elbsandsteingebirge doch wirklich schön. Nur das mit dem Netz müsste besser werden…