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Montag, 2. August 2010Boot fahren auf der WerraNachdem wir in Neuseeland ja schon mehrfach mit dem Kanu unterwegs waren wollten wir in der Richtung mal wieder was neues ausprobieren. Schon vor längerer (eigentlich viel zu langer Zeit) hatten wir eine Kanutour auf der Werra verschenkt. Heute war es dann endlich soweit: ich hab mir das Motorrad geschnappt, der Rest der Bande ist mit'm Auto los und wir haben uns in Henfstädt im Kanureich wiedergetroffen. Dort haben wir dann zwei Kanadier und ein Kajak ausgeliehen und los konnte es gehen. Die Werra führt zur Zeit Niedrigwasser, was einige Stellen etwas... interessant macht. Aufgesessen sind wir jedenfalls mehrfach. Die Füße mussen auch ins Wasser (merke: Gore-Tex Schuhe heißt Wasser bleibt drin), aber das ganze war äußerst lustig. Und nass. Und anstrengend. 15km sind wir flussabwärts gepaddelt durch schönste Natur (bzw. korrekterweise wohl Kulturlandschaft). Nach knapp 4 Stunden auf dem Fluss wurden wir dann wieder eingesammelt und konnten die Heimreise antreten. Morgen Muskelkater... ![]() Die "wilden" Stellen waren auch meist die flachen. Aufsetzen inklusive. ![]() So lässt sich's leben. Füße hoch und treiben lassen. Nur gut, dass es flussabwärts ging. ![]() Dafür darf später auch mal wieder gearbeitet werden. Ein gutes Gespür für den Fluss hilft bei der Vermeidung von Untiefen. ![]() Den Anblick hatte ich den größten Teil des Nachmittages: meine Holde von hinten, mehr oder minder koordiniert die Werra umrührend. Freitag, 25. Juni 2010Urlaub Elbsandsteingebirge - Zweiter TeilDas mit dem Netz ist in der Gegend so ne Sache... Handyempfang kann, muss aber nicht, WLAN im Hotel ist üblicherweise nicht vorhanden. Deswegen jetzt der zweite Teil der Bloggerei erst nach dem Ende und schon wieder zu Hause. Ein was muss ich noch vorweg erwähnen, weil ich's im letzten Artikel vergessen habe: die Fotos waren diesmal nicht von mir (stand ja drin: ich hab meine Kamera vergessen), sondern vom Küken. Danke dass ich die verwenden darf! Einer der für mich schönsten Teile der Wanderung ging von Hinterhermsdorf nach Krippen. Schön vor allem deswegen, weil er sich idyllisch einsam durch die Landschaft schlängelt. Da hat man zwischenzeitlich wirklich das Gefühl weit weg von jeder Zivilisation zu sein. Wir hatten unsere Wanderroute so variiert, dass sie nicht zu anstrengend werden sollte und wir trotzdem ein paar von den Schluchten zu sehen bekommen. Wir haben schon bei unserem ersten Urlaub im Elbsandsteingebirge eine sehr gute Wanderkarte gekauft gehabt (sehr schick vor allem, vieles sieht aus wie – oder ist sogar – handgezeichnet), die die Planungen sehr schön einfach gemacht hat. Danke der Karte haben wir uns kein einziges Mal verlaufen und hatten auch vorher immer einen guten Eindruck, was uns erwartet. Bis auf diesen einen Tag. Was in der Karte zwar drin war, aber nicht wirklich abzuschätzen wie steil das ganze ist, war der Aufsteig aus den Richterschlüchten. Treppen und Steine bis wir uns einige hundert Höhenmeter über einen Kamm gekämpft hatten nur um danach gleich wieder abzusteigen. Doch am Ende des Tages war die Tour geschafft und wir auch. In Schmilka haben wir uns mit der Fähre über die Elbe gewagt und sind dann mit einem tschechischen Triebwagen (danke nochmal an den Fährmann für den Tipp!) nach Krippen gefahren. Auf unsere Frage nach den Kosten hat der Triebwagenfahrer nur abgewunken. Auch nett… Die Unterkunft in Krippen hatte zwar einen lustigen Portier/Kellner und eine nette Bar im Gewölbekeller, aber leider kein Netz. Irgendwie hat man manchmal den Eindruck, dass viele Unterkünfte in der Gegend noch eher auf die älteren Semester eingerichtet sind und demzufolge vor größeren Probleme stehen, wenn plötzlich jemand mit Notebook reist. Aber das wird hoffentlich in den nächsten Jahren auch anders. Wir haben uns zwei Nächte in Krippen aufgehalten, weil am Dienstag ein Ausflug ans Prebischtor auf der tschechischen Seite des Elbsandsteingebirges anstand. Wir kannten das ja schon vom letzten Mal, haben es aber wieder genossen: ein wenig wandern, eine Fahrt mit einem Stocherkahn, der Aufstieg zum Tor (von der anderen Seite diesmal), die Aussicht… Hat offenbar auch unseren Begleitern gefallen. Den Rückweg haben wir diesmal mit dem Bus bestritten. Der Nationalparkexpress fährt grenzübergreifend die interessantesten Orte an und ermöglicht so auch mal das bequeme Abkürzen (deswegen waren's an dem Tag auch nur rund 11km Wanderung). Abends gab's dann im Hotel noch einen Grillabend mit lecker Forelle in Folie. Ein Traum. Nachdem mir Steffi erklärt hatte, wie man die Forelle unfallfrei und grätenarm isst, konnte ich nicht widerstehen. Der letzte Tag war noch mit etwas Kultur vollgepackt. Die Festung Königstein sollte es sein, mithin Europas größte Bergfestung. Der Weg von Krippen nach Königstein war (glücklicherweise – wir hatten in der Zwischenzeit einige Lädierte zu beklagen) bis zum frühen Nachmittag geschafft, den Aufstieg zur Festung haben wir uns dank des Festungsexpress gespart. Wir waren ja schonmal auf der Festung und trotzdem haben wir wieder neues entdeckt. Man kann ungelogen zwei Tage dort verbringen ohne sich zu langweilen. Abends sollte wieder Stadt Wehlen Station sein, von wo aus wir am nächsten Morgen über Dresden zurück in die Heimat wollten. Als krönenden Abschluss hatten wir uns entschieden mit einem Dampfschiff die Elbe runterzuschippern. Teuer, aber jeden Cent wert. Von den 10€, die das gekostet hat, hab ich für mindestens 8€ die Maschine besichtigt. Die ist nämlich zum Glück offen in Aktion zu sehen. Deswegen hab ich auch einen großen Teil der Fahrt unter Deck verbracht. Auch wenn man's erstmal nicht direkt sieht sind die Raddampfer echte Dampfschiffe. Der Kessel wird mit Diesel, statt Kohle beheizt, was leider den schönen Rauchfahneneffekt verhindert, aber eben auch die Belastung im Elbtal verringert (von Platzbedarf und Aufwand au dem Schiff mal ganz zu schweigen). Die drei riesigen Zylinder, die die Welle antreiben, die Schaufelräder… faszinierende Technik. Bin ich ja immer für zu haben. Abends noch das Spiel Deutschland gegen Ghana im Fernsehen. Wir sind weiter. SCHLAAAND! So, jetzt ein Wochenende erholen, Sachen auspacken, vielleicht mal wieder etwas auf zwei Rädern unterwegs sein. Montag ruft die Arbeit wieder. Für so einen Kurzurlaub ist das Elbsandsteingebirge doch wirklich schön. Nur das mit dem Netz müsste besser werden… Sonntag, 20. Juni 2010Urlaub Elbsandsteingebirge - Die ersten Tage flussaufwärtsWhua, in der dritten Unterkunft können wir endlich mal ein Lebenszeichen abgeben! Drei Tage Urlaub und zwei Tage Wandern liegen schon hintern uns und mir haben's mittlerweile nach Hinterhermsdorf geschafft. Zum Einstimmen sind wir am Freitag abend mal auf der Bastei rumgeturnt. So spät abends ist es dort sogar richtig ruhig und nicht so überlaufen wie tagsüber. Der Tag ging so mittelmäßig los, nachdem ich auf der Autobahn bei Chemnitz gemerkt habe, dass ich meine Kamera zu Hause liegen lassen habe. Doof, das. Ist mir noch nie passiert. Aber nun ja… Der Abend war dann trotzdem noch ganz schön. In der Unterkunft in Stadt Wehlen herrschte netztechnisch völlige tote Hose. Kein einziges WLAN in Sicht und o2 hatte sich zur Sicherheit gleich mit verabschiedet. Nix mit bloggen. Oder Dinge raussuchen. Am ersten Wandertag ging es dann von Stadt Wehlen nach Bad Schandau. Da wir am Tag vorher ja nun schon auf der Bastei waren sind wir von der vorgeschlagenen Strecke abgewichen und an der Elbe entlang zum Lilienstein gelaufen. Manus Lieblingsberg war natürlich Pflicht. Hat eigentlich allen gefallen und war schonmal so ein erster Test, wie die heftigen Anstiege den Leuten so gefallen (die Bastei zählt ja nicht, wenn man vom Parkplatz aus läuft). Das Hotel in Bad Schandau war überhaupt nicht auf uns vorbereitet. Das Mädel an der Rezeption war den ersten Tag da und keiner hatte ihr irgendwas gesagt (zum Beispiel solche Details wie: Küken übernachtet mit in unserem Zimmer um nicht noch eins buchen zu müssen, wir brauchen also ein drittes Bett). Sie hat sich aber reingekniet und mit Elan noch dafür gesorgt, dass alles noch wurde. Oh, seit gestern weiß ich, wie man Forelle richtig isst. Kaum macht man's richtig muss man sich auch nicht mehr mit Gräten rumschlagen. Heute war der Tag schon etwas länger geplant: Bad Schandau bis Hinterhermsdorf. Als Highlight standen die Schrammsteine auf dem Programm. Die ersten 50 Höhenmeter waren wir faul und haben den Aufzug in Bad Schandau genutzt. Danach ging es erstmal verhältnismäßig gemütlich weiter, bis dann der Aufstieg auf die Schrammsteine anstand. Ich kannte das ja schon vom März, aber für die anderen war das Neuland. Geschafft haben wir's trotzdem und die Aussicht zur Belohnung war mal wieder genial. Über den Gratweg ging es wieder ein Stück zurück und dann gen Kirnitzschtal zum Lichtenhainer Wasserfall. Mittagszeit. Der Wasserfall ist übrigens immernoch genauso bekloppt wie beim letzten Mal: alle halbe Stunde plätschert es mal, den Rest der Zeit wird angestaut. Weil wir noch nicht genug hatten (und es bis Hinterhermsdorf noch weit war) war die nächste Station der Kuhstall - ein riesiges Felsentor. Dort haben wir (zumindest einige von uns) die Himmelsleiter erklommen: eine schmale geschweißte Treppe in eine fast genauso schmalen Felsspalte. Der Aufstieg war interessant, die Aussicht oben nicht wirklich anders als von unten. Nach dem Abstieg ging es für die meisten von uns zur Bushaltestelle. Die Füße/Beine sollten etwas für die Etappe morgen geschont werden. Ich war noch nicht müde und bin daher alleine weiter das Kirnitzschtal entlang nach Hinterhermsdorf. Als ich hier ankomme sagt mir die nette Dame in der Gaststätte, dass der Rest noch nicht da ist. Hat mich schon etwas überrascht, dass ich die letzten 10km zu Fuß schneller überbrückt haben sollte als die anderen im Bus. Ein kurzer Anruf brachte des Rätsels Lösung: die hatten den Fahrplan falsch interpretiert (was mich nicht wundert. Ich bin trotz mehrminütigem Studiums nicht drauß schlau geworden.) und waren daher in den falschen Bus eingestiegen. Kurz nachdem sie ihren Irrtum bemerkt hatten sind sie halt zwangsläufig weiter gelaufen. Die nette Dame hier in der Gaststätte (die gleiche wie eben) hat sich dann bereiterklärt den Rest einzusacken um deren Füße zu schonen. Nach ner Dusche und einem sehr leckeren und ausgiebigen Abendessen (wer mal richtig nett essen und übernachten will: Gasthof zur Hoffnung) geht's soweit ich das überblicke allen wieder gut. Morgen wird die Etappe wieder etwas variiert um sie zu kürzen, da die 23-26km (je nachdem, wen man fragt) heute doch anstrengender waren als gedacht. Außerdem versuchen wir morgen mal ein paar Höhenmeter zu streichen. Sonntag, 25. April 2010Interessante Basteleien aus HolzMein Kollege war 4 Wochen bei seiner Familie in Pakistan und hat Geschenke mitgebracht. Für mich gab's eine sehr interessante Sache aus Holz. Anfangs sieht es aus wie ein eher dekoratives Ding zum an die Wand hängen: Dekorative Holzplatte Nachdem er mir den Trick erklärt hat war ich beeindruckt: man kann die abgesetzte lange Seite des Randes nach oben ziehen und dann wird aus der Platte… Coole Schale …eine Schale. Der Trick: die Spiralen auf der Platte sind quasi am Stück ausgesägt und in der Mitte und am Rand angebunden. Klappt man nun den Henkel hoch, so werden sie ausgezogen und gespannt. Das ganze ist recht robust (beim ersten Mal traut man sich gar nicht so dran zu ziehen, dass es arretiert werden kann). Schicke Sache, das… Mittwoch, 18. November 2009Knusper, Knusper, Knäuschen...Ich hab gestern mal wieder feststellen müssen: in meinem Freundeskreis gibt es einige verrückte Leute. Aus ominösen Gründen darf ich mich ja seit Montag ganz offiziell alt fühlen. Das ist ja üblicherweise ein willkommener Grund für den Austausch einiger Glückwünsche und natürlich auch Geschenke. Dem Anlass gebührend gab es Haftcreme, Shampoo gegen Haarausfall, Zink+C-Tablette, ne Knieschiene etc.pp. (allein letzteres fand ich ja schon hinreichend verrückt). Definitiv den Vogel abgeschossen hat allerdings das letzte Geschenk: ein Haus. Also, kein richtiges, aber schon ziemlich nah an dem, in dem ich vielleicht gern mal wohnen will. Mit Unterstützung meiner Holden haben die Wahnsinnigen nämlich aus geschätzten 5kg Lebkuchen, Marzipan, Zuckerkleister und Schokolade ein Modell unseres — hoffentlich irgendwann mal zu bauenden — Haus gebastelt. Ich war geschüttelt^Wgerührt... Hier noch ein paar Bilder um mal einen Einblick zu bekommen... Einmal ein Luftbild Sogar an mein Schlagzeug wurde gedacht Danke an die fleißigen Erbauer :) Mittwoch, 7. Oktober 2009Nochmal entspannen vor SemesterstartSpontan (ein paar Tage Vorlauf) noch mal nen Kurzurlaub eingeschoben, bevor das neue Semester wieder losgeht (nicht dass ich Seminare besuchen müsste, aber halten...) Es hat uns ins Elbsandsteingebirge verschlagen. Ein wenig Wandern für nen freien Kopf. Schicke Gegend hier. Schnell noch ein paar Bilder (in order of appearance): ein 360°-Panorama vom Lilienstein (sehr empfehlenswerter Aufstieg, stückchenweise mit Höhenangst allerdings ein wenig Überwindung) und ein Blick in der Dämmerung auf die Festung Königstein (die hat mit 152m den zweittiefsten Brunnen Europas. Tiefer ist nur der auf dem Kyffhäuser. Auch ansonsten sehr sehenswertes Bauwerk) Ach ja, gestern abend waren wir essen. Auf dem Tisch stand folgende Werbung (wir haben gelacht): ![]() Trink! Mich! Aus! Dienstag, 1. September 2009Befreiung aus der Sklaverei...Endlich! Ok, für die Sklaven in den USA mag es damals um mehr gegangen sein, aber mir ist es trotzdem lieb, dass unser Haushalt seit gestern ein neues Mitglied hat. Auf zu neuen Kochexperimenten ohne den Aufwand hinterher! Ach ja: Sie gackert rum, dass ich ja eh nicht so oft abgewaschen hätte. Dem möchte ich entschieden widersprechen! Jawoll... ![]() Zauberkasten: Geschirr geht dreckig rein und kommt sauber raus. Und ich hab keine nassen Hände... Freitag, 17. Juli 2009Die spinnen, die Sonneberger...Den Herren oder die Dame, die im Kreis Sonneberg für die Ausschilderung von Radwanderwegen zuständig ist, würde ich gern mal kennenlernen. Mein All-Time-Favorite ist ja immernoch der Familienradweg von Sonneberg nach Steinach: nur für durchtrainierte Familien ohne Kinder und mit Moutain Bikes geeignet. Sehr schön war heute auch der Radwanderweg ins Rödental, mit dem man von Richtung der Fellbergbaude aus in die Sonneberger Altstadt kommt. Geht zwar fast nur bergab und ist daher eigentlich leicht zu fahren, allerdings ist der Untergrund... naja, ich hab mich mit nem Mountain Bike fast auf die Fresse gepackt. Alles, was weniger geländegängig ist hat dort eigentlich keine Chance ernsthaft heil anzukommen. Der Weg war früher wohl mal ne Kopfsteinpflasterstraße (so dieses uralte Pflaster aus runden Natursteinen). Da schüttelt es einen trotz Federgabel bald die Hände vom Lenker und die noch übriggebliebenen Randsteine, die den Weg öfters in spitzem Winkel kreuzen... Klassisches Sturzmaterial. Ich bin irgendwie zwar heil runtergekommen, aber nach mehr als 50 Kilometern über den Rennsteig (der als "Radrennsteig" an einigen Stellen durchaus seine eigenen "Qualitäten" hat) war das kein wirklicher Spaß mehr. Ich hab ja so langsam das Gefühl, dass die Wege von einem militanten Wanderer ausgewiesen werden. Oder von jemandem, der nur Luftbilder von der Gegend kennt (da sieht der Weg verhältnismäßig brauchbar aus). Verrückt... Donnerstag, 9. April 2009[NZ09] Wieder daSo, nachdem ich gestern nicht ganz unerwartet deutlich zu müde war, um noch einen Abschlussartikel zu schreiben, kommt der halt heute. Nach wieder mal viel zu vielen Stunden im Flugzeug (und der Bahn) sind wir wieder in Deutschland. Was bleibt vom Urlaub?
Insgesamt war's ein richtig genialer Urlaub. Wir haben jedenfalls schon kurz nach Beginn des Urlaubs beschlossen, dass wir wieder fliegen. Nicht gleich morgen, aber auch nicht erst zur Rente. So, jetzt läuft der Kiwi erstmal wieder aus dem Blog-Design. Muss er ja, fliegen kann er ja nicht... Montag, 6. April 2009[NZ09] Abschlussessen hoch obenNachdem ja nun morgen nachmittag unser Flieger zurück in die Heimat geht wollten wir heute den Abschluss des Urlaubs nochmal ein kleinwenig feiern. Da das Wetter heute sehr gut war konnten wir das im Orbit Restaurant des Sky Towers in Auckland tun. In knapp 200 Metern Höhe kann man dort sein Abendessen genießen und sich in einer Stunde einmal um den Turm drehen lassen. Extrem lohnenswert, denn wenn man mindestens für 30 Dollar isst, bekommt man die Fahrt auf den Turm und den Zutritt zur Aussichtsplattform kostenlos. Sonst kostet das 25 Dollar. Und das Essen ist sein Geld auf jeden Fall wert. Nach dem Essen (mit Sonnenuntergang) haben wir uns noch ein paar Minuten auf der Aussichtsplattform gegönnt. Als besonderes Erlebnis kann man dort über einen verglasten Boden laufen: in der Höhe auch mal was ungewöhnliches. Generell haben die Erbauer des Turms Wert darauf gelegt, dass man fast überall rausgucken kann. Selbst ein Teil des Fahrstuhlbodens besteht aus Glas und erlaubt so den Blick in den Schacht. Da ist es dann nur folgerichtig, dass man das Höhenerlebnis auf die Spitze treiben kann: mit Sky Walk und Sky Jump bietet sich dort die Möglichkeit auch außen am Turm Höhenluft zu schnuppern. Für den Sky Walk wird man mit eine Seil gesichert und kann auf einem Gitter vor den Fenstern des Restaurants rumturnen (nix für mich: vielleicht 70 cm breit und 193 Meter über dem Boden). Will man das ganze noch steigern, so kann man vom Turm springen: beim Sky Jump wird man an ein Stahlseil gespannt und mit hoher Geschwindigkeit vom Turm abgeseilt. Quasi wie Bungee, nur mit Landung neben dem Turm (erst recht nix für mich. *brrr*). Morgen geht's dann ganz gemütlich gen Flughafen, bevor wir uns ab Nachmittag (Zeit hab ich grad vergessen) wieder für 24 Stunden in verschiedenen Flugzeugen mehr oder minder wohlfühlen dürfen. Ich hoffe ja mal, das Qantas einen Teil des Videoangebotes ausgetauscht hat... Sonntag, 5. April 2009[NZ09] Nachtrag: Lila (und Pink) schützt vor Schwangerschaft...[NZ09] Im Frühtau zu Berge...Das zweite Wanderhighlight in diesem Urlaub und das zweite mal passt ein Wanderlied dazu. Gut, fast: der Frühtau war eigentlich Frühreif, denn (wie wir in unseren zu kleinen Schlafsäcken leidvoll erfahren mussten) die Termperaturen lagen in der Nacht unter 0 Grad. Früh ging es tatsächlich los: 5:55 Uhr fuhr der Bus ab, der uns an den Startpunkt des Tongariro Alpine Crossing brachte. 19,4 Kilometer über die Kraterlandschaft des Tongariro-Nationalparks sollte es gehen (letzten Endes sind es mehr geworden, aber dazu später mehr.) Es war noch komplett dunkel, als wir am Mangatepopo Car Park losgelaufen sind und das sollte auch noch für gut eine halbe Stunde so bleiben (fotografisch gesehen eher blöd, wandertechnisch sehr interessant). Zuerst ging's relativ gemütlich hin, immer dem Tal folgend bis zu den Soda Springs. Dort wartete (mittlerweile im Hellen) der erste Anstieg des Tages: innerhalb von knapp einem Kilometer will via Devil's Staircase der Rand des South Crater erklommen werden, immerhin schonmal 350 Höhenmeter zum warm werden. Der südliche Krater des Tongariro ist eigentlich eine relativ weite Ebene, die vom Crossing durchquert wird. Perfekt zum Ausruhen, bevor es zum nächsten heftigen Anstieg geht. Vorher wartete mein persönlicher Höhepunkt der Wanderung: der Aufstieg zum Gipfel des 2291 Meter hohen Ngauruhoe (für alles, die's wissen wollen: der spricht sich in etwa "Naruho-ieh"). Dieser ist zwar eigentlich geologisch gesehen nur ein Nebenkrater des Tongriro, der dem Nationalpark den Namen gibt, ist aber viel höher als der Hauptkrater. Außerdem sieht er aus, wie ein kleines Kind einen Vulkan zeichnen würde: ein perfekt geformter Kegel mit einem Krater auf der Spitze. Unter anderem deswegen wurde er für die "Herr der Ringe"-Filme als Schicksalsberg ausgewählt. Eigentlich gehört der Gipfel gar nicht zum Crossing. Allerding hatte ich mir fest vorgenommen, den Aufstieg zu versuchen. Knapp 600 Meter erhebt sich der Ngauruhoe über den South Crater. Diese 600 Meter haben es allerdings in sich: große Teile sind tiefe Vulkanaschefelder. Zwei Schritte vor, einen zurückrutschen. Dazu kommt, dass man dann in knapp 2000 Metern Höhe doch sehr deutlich merkt, wie die Luft dünn wird. Über eine Stunde hab ich letzten Endes für den Aufstieg gebraucht. Die Damen der Schöpfung haben von der Anstrengung lieber abgesehen (hier setze man in Meckerton dazu: "Und uns den Arsch abgefroren!") und waren am South Crater zurückgeblieben. Ist man allerdings erstmal auf dem Kraterrand angelangt, entschädigt der Blick (und das Gefühl, es geschafft zu haben) für alles. Ein atemberaubender Rundumblick über den Nationalpark auf die Gipfel des Tongariro und Ruhapeu erwartet einen. Tja, und wenn man das genossen hat, dann kommt der interessanteste Teil des Ganzen: der Abstieg. Oder eher: das Abgleiten, denn gut 500 Höhenmeter kannt man die steilen Aschefelder hinunterschliddern. 1,5 Stunden rauf, 20 Minuten runter, das ist so die Formel auf die sich das Erlebnis bringen lässt. Ok, man sollte seine Schuhe nicht über alles lieben. Vulkanasche und -sand sind scharfkantig. Stolz wie Oskar kam ich wieder im South Crater an, nur um mir mein Ego vom Anstieg zum Red Crater gleich wieder zusammenstauchen zu lassen. Nochmal 250 Meter rauf, eine Sache die meinen Ngauruhoe-gestressten Beinen gar nicht gefallen wollte. Auf halber Höhe haben mich dann die beiden Mädels abgefangen (und erstmal für die Wartezeit zusammengestaucht. Ähem...) Der Red Crater kommt durch seine rote Asche (Schlacke? Fragt mich nicht...) zu seinem Namen. Keine Ahnung, wie die genau entsteht (oder wieso die mal gelb, mal weiß, rot oder schwarz wird), aber schickt sieht sie schon aus. Für geologisch Interessierte ist das Gebiet sowieso ein Traum. Für mich sieht das ja alles nur schön aus (und nötigt mir Respekt ab ob der Naturkräfte, die es geformt haben), aber wenn man davon auch noch Ahnung hat, dann kann man sich da richtig austoben. Wie man sieht ist das ganze auch für Fotografen gut geeignet. Soviel beeindruckende Natur, dass man über's Fotografieren glatt das Laufen vergessen kann. Das wäre allerdings ungünstig gewesen, ist doch mit dem Aufstieg zum Red Crater weniger als die Hälfte des Crossings geschafft. Von dort an geht es fast nur noch bergab (von einem kurzen Anstieg zum Blue Lake – der einen schönen Māori-Namen hat: Te wai-whakalata-o-te Rangihiroa – abgesehen). Noch knapp 1000 Höhenmeter wollen abwärts überwunden werden, bis man das Crossing am Ketetahi Car Park dann beenden kann. Erschöpft, aber glücklich saßen wir nach knapp 10 Stunden im Bus zurück in unsere Unterkunft. Morgens waren die Scheiben des Autos gefroren, nachmittags konnten wir uns im T-Shirt in die Sonne setzen. Faszinierend. GG war übrigens auch mit. Zusammen mit Henk hat er vor einem der Emerald Lakes posiert. Er fand übrigens die Luft auf dem Ngauruhoe überhaut nicht zu dünn. Kein Wunder: hat sich ja die ganze Zeit von mir tragen lassen, die faule Sau... Generell ging es uns heute eigentlich recht gut. Leichter Muskelkater, aber sonst kein Problem. Wir tingeln nun so langsam weiter nach Norden in Richtung Auckland, denn am Dienstag geht ja schon der Flieger zurück in die Heimat. Selbst laufen war heute nicht so unser Fall, weswegen wir uns spontan ein paar Pferde plus Führerin geschnappt haben und ein wenig durch die Landschaft geritten sind. Naja, sagen wir's so: unsere Pferde sind größtenteils mit uns spazieren gegangen. Fühlte sich nicht direkt an, als hätten wir das Kommando. Anja konnte das ja schon ein wenig, aber Manu und ich waren dann doch größtenteils nur Gepäck. Spaß gemacht hat's trotzdem. Morgen geht's weiter in die größte Stadt Neuseelands (in der mehr als 25% der Leute wohnen). Nachdem wir uns heute nochmal um eine Übernachtung da gedrückt haben (Zwischenstation in Hamilton), werden wir morgen abend zum zweiten Mal versuchen auf dem Sky Tower zu essen (das erste Mal fiel ja aufgrund des Windes aus) und in der Stadt schlafen. Schauen wir mal. Mittwoch, 1. April 2009[NZ09] Entspannte Tage in der Nelson AreaDas Blog wird etwas ruhiger, man merkt es schon: wir lassen es grad recht gemütlich angehen. Ein paar Tage entspannen, bevor nochmal zwei anstrengende Dinge auf uns warten: das Tongariro Crossing und der Rückflug. Im Moment genießen wir aber noch die Gastfreundschaft der Südinsel in Form von Anjas Kiwi-Familie. Damit uns nicht zu langweilig wird unternehmen wir natürlich noch das ein oder andere. Gestern war kayaken (oder schreibt sich das mit j? *dudenkonsultier* Tut man.)... wir waren also kajaken (hm, sieht noch blöder aus...) Nicht wie im Milford Sound in kleinen einsitzigen Böötchen in einer schön geschützten Bucht, sondern mit zweisitzigen, (fast) hochseetauglichen Kajaks in Richtung Split Apple Rock. Schon interessant, wenn man bei bis zu einem Meter Wellenhöhe rumrudert. Dabei kann man sich wunderbar mit seinem Kajakpartner rumstreiten bezüglich Paddelrhythmus etc. Ich mag meine Frau trotzdem noch (grad so). Das beste am Kajaken: um mit den Booten zu landen muss man sie volle Kanne auf den Strand rammen. Also mir hat das Spaß gemacht :) Heute ging's dann nochmal in den Norden. Wir wollten uns unbedingt noch die Pu Pu Springs anschauen. Ein Quelle klingt zwar auf den ersten Blick nicht so wahnsinnig spannend, aber diese hat es in sich. Im Schnitt stößt sie 14 m³ Wasser pro Sekunde aus, das so klar ist, dass die Sichtweite unter Wasser 63 Meter beträgt – nahe dem theoretischen Maximum für reines Wasser. Gespeist wird das ganze aus einem unterirdischen Reservoir, das schätzungsweise 1,5 km³ Wasser fasst. Allein die Fakten sind schon interessant, aber wenn man dann an der Quelle steht und einen Fluss aus dem Nichts entstehen sieht (wirklich einen Fluss, kein Bächlein. Zum Vergleich: die Ilm führt im Jahresdurchschnitt gerade mal 6 m³), dann ist das mehr als beeindruckend. Zumal das Wasser so klar ist, dass an wirklich ohne Probleme bis auf den Grund sehen kann (was bei einer Tiefe von bis knapp 7 Metern schon ungewöhnlich ist). Ab morgen geht es wieder ein wenig auf die Reise. Zurück Richtung Nordinsel und irgendwann nach Auckland (wir sind alle nicht wirklich begeistert). Schließlich wollen unsere Familien uns ja irgendwann wiedersehen. Gerüchteweise... Montag, 30. März 2009[NZ09] Aaaaaaaaaahhhhhhhh....So ähnlich könnten wir heute geklungen haben. 13 000 Fuß oder – für deutsche Augen verständlicher – 4 300 Meter über dem Boden aus einem voll funktionstüchtigen Flugzeug auszusteigen ist sicherlich keine alltägliche Erfahrung. Anja hatte uns soviel davon vorgeschwärmt, dass zumindest ich mich überzeugen lassen hatte, es zu probieren. Nachdem wir dann letztens einen Anhalter mitgenommen haben der auch nochmal total begeistert auf Manu eingeredet hat, hatte sie sich spontan entschlossen, es auch zu tun. Tja, so saßen wir dann heute auf dem Flugfeld in Motueka und wollten mit einem kleinen ehemaligen Frachtflugzeug auf eben jene 13 000 Fuß klettern (was gut 15 Minuten dauert) um uns dann dem Erdboden entgegen zu stürzen (was knapp 5 Minuten dauert). Und da uns das ja sonst keiner glaubt hatten wir jeder einen Fotografen dabei. Anja musste leider getrennt von uns aufsteigen, weil das Flugzeug zu klein für 9 Leute gewesen wäre (wir drei mit jeweils einem Tandem-Master und einem Fotografen). So konnten wir uns noch einige Minuten in leichter Nervosität üben, während 4000 Meter über uns jemand schon seinen Spaß hatte. Diese Höhe ist so hoch, dass man schon erste Schwierigkeiten hat, das Flugzeug zu sehen. Von den Leuten, die rausspringen ganz zu schweigen. Eigentlich sieht man überhaupt nur den kleinen Schirm, der zum Öffnen des Hauptschirms benutzt wird, bis sich plötzlich über einem eine Handvoll bunter Schirme entfaltet. Vor dem Sprung erzählt einem jeder, dass das Gefühl unbeschreiblich ist. Tja... jetzt sind wir gesprungen und... ich kann's schlicht nicht beschreiben. Man hängt mit vier sehr stabilen Haken an seinem Tandem-Master. Der schiebt einen dann über die Kante der Flugzeugtür, so dass man im Prinzip schon frei über dem Boden schwebt. Ein grenzdebiles Grinsen für die Kamera und plötzlich ist man für einen kurzen Moment schwerelos. Danach setzt nach und nach ein massiver Wind von unten ein, der das Atmen schwierig macht (interessanterweise das Einatmen), wenn man mit über 200 km/h dem Boden entgegenfällt. Gut 50 Sekunden hat man Zeit mit dem Kameramann zu blödeln, der ständig um einen rumkreist, bis der Tandem-Master von 5 runterzählt und den Schirm öffnet. Der Ruck wenn sich der Schirm öffnet ist erstaunlich sanft. Bei der Einführung wurde es als vergleichbar zu einer Notbremsung im Auto beschrieben, was es auch in etwa trifft. Plötzlich ist Ruhe. Eben noch 200 km/h Windgeschwindigkeit, nun kann man sich in Ruhe mit seinem Tandem-Master unterhalten und den Ausblick genießen. Und wie wir den heute genießen konnten: kein Wölkchen am Himmel, Ausblick bis an den Horizon. Mt. Taranaki, die Kaikoura Range, alles war zu sehen. Am Boden zieht man die Beine kurz an, damit der Tandem-Master sich um die Landung kümmern kann und schon hat die Erde einen wieder. Wenn's nicht so teuer wäre, hätten wir es wohl gleich nochmal gemacht... Nachdem GG gehört hatte, was wir vorhaben hat er uns so lang bekniet, bis er mit durfte. Der Tandem-Master hat zwar verboten, dass er außen mitfliegt (bei 200 km/h wäre sein Gefieder zu sehr durcheinander geraten), aber er hatte in meiner Hosentasche mehr als genug Spaß. Am Boden kam er jedenfals (genau wie wir) nicht mehr aus dem Grinsen raus...
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