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Freitag, 4. April 2008Musik online kaufen oder "Kunden vergraulen für Dummköpfe"Ganz ehrlich: ich hab's versucht. Ich habe mich auf die Suche nach einer Möglichkeit gemacht, ein wenig Musik zu kaufen. Kann ja nicht so schwer sein. Ich mein: die da, der da, die da oder auch die da haben ja die entsprechenden Grundlagen dafür geschaffen. DSL und Co. sind auch vorhanden, eigentlich sollte alles glatt laufen. Eigentlich... Doch von vorn. Ich habe ein paar Anforderungen an den potentiellen Verkäufer meiner Musik:
So, meine Anforderungen wären also dargelegt. Eigentlich finde ich die gar nicht so schwer erfüllbar. Kommen wir also zu den Kandidaten:
Tja... und nun? Ich habe hier eine Liste mit 19 Liedern, die ich gern kaufen würde. Könnten durchaus mehr werden. Man hört mal hier, mal da was, was einem gefällt (im Moment ganz gern mal bspw. Apocalyptica oder Nightwish). Blöd nur, dass keiner mein Geld haben will. Aber naja, demnächst darf ich mir bestimmt wieder irgendwo anhören, wie schlecht es doch der Musikindustrie geht. Zu recht, wie ich sagen muss. Zu recht... Ach ja, weil ich mich ja eigentlich aufregen wollte: IHR VERDAMMTEN FLACHZANGEN IN DEN CHEFETAGEN DER MUSIKINDUSTRIE! KOKST MAL EIN PAAR GRAMM WENIGER AM TAG UND HÖRT AUF EURE KUNDEN: SCHATTENGEFECHTE MIT IRGENWELCHEN DOWNLOADERN KOSTEN GELD UND BRINGEN KEINS. UND POTENTIELLE KUNDEN GÄNGELN UND VERGRAULEN IST KEIN GESCHÄFTSMODELL! SEID IHR EIGENTLICH ALLES ABGEBROCHENE BWL-ERSTSEMESTER? So, und was mach ich jetzt mit der Kohle? Röllchen draus drehen und auch anfangen zu koksen? Ich mein: immerhin würde ich mir damit vielleicht den Schädel kaputt genug kriegen um die aktuellen Angebote nutzen zu wollen. Donnerstag, 8. November 2007Trauer um das FernmeldegeheimnisDiejenigen, die per Webseite hier zugreifen haben es ja schon bemerkt: dieses Blog trauert um das Fernmeldegeheimnis. Am morgigen Freitag wird die große Koalition voraussichtlich durch das Absegnen der Vorratsdatenspeicherung das Fernmeldegeheimnis endgültig zu Grabe tragen. Nun kann man natürlich einwenden: "Ja, aber die Vorratsdatenspeicherung speichert doch nur die Verbindungsdaten und gar keine Inhalte!", aber das greift etwas kurz. Die Tatsache, daß Max Mustermann mit der AIDS-Beratungsstelle telefoniert hat ist mindestens genauso interessant, wie der Inhalt des Gesprächs selbst. Andere werden bemerken: "Aber Zugriff erfolgt doch nur bei schwersten Verbrechen und Terrorismus!". Nun, möglicherweise nicht lang... Nachtrag: Vor lauter Ärger ganz vergessen: Mehr Informationen gibt es beim Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Donnerstag, 26. April 2007Klima der Angst...Literaturprofessor entsorgt Gedichte und löst so Bombenalarm aus. Warum? Weil er indischer Abstammung ist und für einen Mann aus dem mittleren Osten gehalten wurde. Nur in Amerika? Nein, auch in Deutschland darf ein Fraktionsvizevorsitzender der CDU/CSU ungestraft einen Terroranschlag quasi herbeireden um das "Sicherheits"paket eine fanatischen Innenministers auf der emotionalen Schiene durchzudrücken. Alles völlig normal, das weitere regelt ein Bundesgesetz... Via: Schneier on Security
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Sonntag, 15. April 2007Zum 300. Geburtstag von Leonhard Euler......ein nerdiger Witz für einen großen Mathematiker: Treffen sich eine Funktion und ein Differentialoperator im Unendlichen. ![]() So stell ich mir das dann vor. Dienstag, 20. März 2007Neues von den Kämpfern für die gute SacheHerr S. hat wieder zugeschlagen! Ich hatte ja letztens bereits ausführlich über die Probleme mit solchen selbsternannten Kämpfern für die gute Sache (TM) sinniert. Ähnliche Gedanken finden sich bspw. auch im Blog vom werten Herrn Friedland. Nun, die ganze Posse (mein neues Lieblingswort) hat sich in der Zwischenzeit nicht in Luft aufgelöst, sondern wird von Tino weiter befeuert. Seine neuesten Coups: ein Ultimatum an den StuRa und ein (natürlich offener, worum geht es hier schließlich?) Brief an den Rektor der TU Ilmenau. Doch von vorn... Liest man den bereits verlinkten Eintrag an die Burschenschaften (als wären die ne homogene Organisation), so hat man doch ein wenig den Eindruck, daß Herr S. nun endgültig abdreht. Da werden Aussagen getroffen wie "Burschenschafter sind also nicht nur dumm, sondern tragen tendenziell faschistoide Züge.", welche doch relativ klar den Straftatbestand der Beleidigung erfüllen dürften (vielleicht findet sich ja ein geneigter Burschenschaftler?) und der Artikel schließt mit einem Ultimatum an den StuRa der TU Ilmenau: Dem Studentenrat der TU Ilmenau gewähre ich indes 72 Stunden, sich zu den Vorwürfen zu äußern und sich bei seiner Studentenschaft zu entschuldigen. Nun, offenbar hat keiner vom StuRa reagiert, also wird das Ultimatum etwas später präzisiert: Die Studentenvertreter der TU Ilmenau haben noch 48 Stunden, sich beim Rektorat und seinen Studierenden zu entschuldigen, sich von Burschenschaften zu distanzieren, Burschenschafter in den eigenen Reihen zu benennen und den Hitlergruß einer seiner Mitglieder aufzuklären. In angespannter Erwartung finden Krisensitzungen im StuRa-Büro statt, als die Zeit abläuft... Nein, halt, wir sind hier ja nicht in einem Hollywoodfilm. Genaugenommen passiert von Seiten des StuRa... nix. Wozu auch, wirklich neue Erkenntnisse erhofft man sich von der Hetze des Herrn S. ja auch nicht. Nun ja, das Ultimatum ist vorbei und Tino läßt die Bombe platzen. Wie? Ihr meint, er hat doch gar nix getan? Stimmt. Da ihm offenbar aufgefallen ist, daß ein Ultimatum ohne Sanktionen etwas blöd aussieht und seine Fanschar dann doch vollends davonlaufen wird, legt er nach: ein offener Brief an den Rektor der TU Ilmenau. Ich zitiere wörtlich (und kommentiere dabei)... Sehr geehrter Prof. Dr. Scharff, Wir lesen also: Herr S. hat dem Rektor der Uni ein Gespräch angeboten um die – wohlgemerkt völlig absurden – Vorwürfe aus der Welt zu schaffen, die er sich so ausgedacht hat. Das hat er ja getan, nachdem er eine Aufforderung zur Unterschrift einer Unterlassungserklärung von eben jenem Rektor bekam. Nun droht er unverhohlen mit einer weiteren Eskalation, sollte der Rektor nicht endlich auf ihn eingehen (und ihm damit den dringend benötigten "Sieg" bescheren). Ok, klassische Argumentationslinie, um den Gegner in die Defensive zu drängen. Nett, aber durchschaubar. Es wird besser... Ich biete Ihnen an, dass wir gemeinsam - zum Schutze der TU Ilmenau ohne Öffentlichkeit - die Verhältnisse innerhalb des Studentenrates, welcher sich bis dato zu dem Hitlergruß eines seiner Mitglieder weder geäußert noch entschuldigt hat, aufzuklären versuchen und die Verbindungen zur dortigen Burschenschaft kritisch zu hinterfragen. Nocheinmal die unverhohlene Drohung, den Ruf der Uni zu ruinieren, sollte keine Reaktion seitens des Rektors erfolgen. Dann allerdings beginnt er schamlos (und vor allem widerlegbar) zu lügen: der Studentenrat der TU Ilmenau hat sich sehr wohl zu der – im Nachhinein anscheinend leider nicht eindeutig nachvollziehbaren – Aktion mit dem Hitlergruß geäußert: er hat dem entsprechenden Mitglied einen Rücktritt nahegelegt (die entsprechenden Protokolle gibt es hier, hier, hier und hier. Man entschuldige die lange Liste, das hat sich etwas hingezogen.) Mehr kann und darf er nicht tun, wenn er sich auf dem Boden der demokratischen Regeln bewegen will. Auch wenn es in die beschränkte Sicht von Herrn S. nicht passt: demokratisch gewählte Vertreter im StuRa können nicht per ordre de mufti entsorgt werden. Nicht solange sie nicht strafrechtlich einwandfrei belangt wurden. Im Gegenzug lasse ich bis zur Klärung dieser Sachverhalte meine Berichterstattung in meinem Weblog ruhen. Zum Schluss noch der obligatorische Waffenstillstand. Interessant dabei ist: vermutlich (man ist da ja nie so sicher) muss er die "Berichterstattung" (lies: "Verbreitung von wilden Fantasien") demnächst eh stoppen. Dann nämlich, wenn das Rektorat der Uni endlich Nägel mit Köpfen macht und gerichtlich feststellen läßt, ob Herr S. irgendwas in der Hand hat, was seine Behauptungen stützt. Bis dahin will er wohl keinen Schaden für sich weiter anrichten. Zum Schluss noch eine kleine Erklärung, wieso ich darüber schreibe und dem Herrn damit ja noch weitere Aufmerksamkeit verschaffe: prinzipiell ist der Trick zwar, daß man Trolle verhungern läßt, doch in dem Fall ist das nicht so einfach. Er hat sein Publikum und ist damit glücklich. Er schreibt und schreibt seit geraumer Zeit. Und Google bewertet nicht, ob das geschriebene Unsinn ist. Ein paar Gegenstimmen schaden also nicht. Sie können vielleicht nicht allen Schaden verhindern, aber vielleicht einigen Leuten zeigen, daß nicht alles so ist, wie es selbsternannte Kämpfer für die gute Sache so schreiben... Donnerstag, 8. März 2007Selbsternannte Kämpfer für die gute Sache......neigen bekanntermaßen nicht immer dazu, es mit den Fakten allzu genau zu nehmen. Schließlich heiligt der Zweck ja bekanntlich die Mittel und da stören unter Umständen Fakten nur. Vor allem, wenn sie so ganz und gar nicht zur progpagierten Meinung passen wollen. Ein schönes Beispiel kann man seit geraumer Zeit auf nyblog beobachten. Tino Seeber, seines Zeichens offizieller und einziger aufrechter Kämpfer für die gute Sache (TM), ficht seit langem eine Schlacht um den von ihm postulierten braunen Sumpf an der TU Ilmenau trockenzulegen. Daß dabei abweichende Meinungen oder gar "die Wahrheit" (TM) nicht nicht unbedingt immer zur Sprache kommen müssen, ist selbstverständlich. Denn es geht ja gegen die Rechten!1! Aber von vorn: worum geht es eigentlich und warum schreibe ich darüber? Zuersteinmal geht es aus meiner Sicht um den unbedingten Willen nach Öffentlichkeit eines Herrn, der mir persönlich schon länger durch ein geradezu faszinierendes Sendungsbewußtsein auffällt. Außerdem geht es noch um ein schönes (ok, mittlerweile eher unschönes) Beispiel des klassischen David-gegen-Goliath-Schemas, bei dem zumindest in der medialen Gegenwart die Sympathien schnell unhinterfragt dem kleinen, aber mutigen David gehören (was dieser natürlich, da die Schlacht rein medial ist, sofort in eine Waffe verwandeln kann). Tja, all das ist nichts neues, wieso schreibe ich also darüber? Nun, ich habe 6 Jahre in Ilmenau studiert und arbeite mittlerweile an der Uni. Ich maße mir also an, einiges über die Stadt, die Uni und ihr Umfeld zu wissen. Und, ganz ehrlich: ich mag sowohl Stadt, als auch Uni und finde daher diese Kampagne (anders kann man es nicht mehr nennen), die "Herr S." in seinem Blog fährt einfach nur noch hässlich. Sie bringt nichts für die angebliche Sache (den Kampf gegen Rechts) und schadet nur dem Ansehen der Uni und damit auch all der Projekte und Vereine, die sich – grad auch im multikulturellen Bereich – um sie gruppieren. Nun ist Herr Seeber nicht gerade eine zurückhaltende Natur. Gern tut er seine Abneigung gegen Ossis im Allgemeinen und Ilmenau im Besonderen kund und natürlich ist er überzeugt, die einzig richtige Antwort zu haben (Eingeweihte werden sich vielleicht auch noch an das Drama um sick/uniskop erinnern). Generell also für alle, die schonmal mit ihm zu tun hatten ein angenehmer Zeitgenosse. Wie kommt so jemand also dazu, derartig gegen Uni und StuRa zu hetzen, wie er es derzeit tut (abgesehen vom allgemeinen Öffentlichkeitsbedürfnis natürlich...)? Nun, nachdem das Verhältnis zwischem ihm und dem StuRa schon zu Zeiten seiner Mitgliedschaft nicht das beste war, eskaliert das ganze nach einem sehr häßlichen Vorfall: einige Bekloppte greifen mehrere Leute an verschiedenen Punkten Ilmenaus an und verletzen dabei einen chinesischen Doktoranden der TU so schwer, daß er im Krankenhaus Suhl wieder gerichtet werden muss. Der StuRa stellt daraufhin in seiner Sitzung (Top 5) fest, daß es generell an Zivilcourage, dem berühmten "Hinsehen" mangelt und beschließt, eine Aktion zu starten, um die Leute aufzurütteln. Tino Seeber und Daniel Schultheiß übernehmen die Verantwortung für die Buttons, welche die Aktion zusätzlich zu Plakaten an die Öffentlichkeit tragen sollen. Die Aktion wird (leider mit mäßigem Erfolg, da etwas spät) durchgeführt. Allerdings geht wohl irgendwas von Seiten Tinos schief, jedenfalls findet sich im Protokoll vom 03.08.2005 folgendes (unter Top 2 "Finanzen"):
Dem Vernehmen nach wurden wohl mehr Buttons bestellt, als vorher beschlossen, was natürlich höhere Kosten verursacht. Im StuRa bricht daraufhin die Diskussion aus, wer die finanzielle Verantwortung dafür übernehmen soll. Einigen kann man sich allerdings offenbar nicht so richtig. Irgendwann (aus meiner Erinnerung zitiert, da hier die Dokumentation fehlt, lieber StuRa! Nur die Info, daß ein Mahnverfahren in Vollstreckung geht findet sich.) wird schließlich beschlossen, die erhöhten Kosten von Tino zurückzufordern. Das führt natürlich zum Streit, infolge dessen Tino aus dem StuRa ausscheidet. Nun geht natürlich der Kleinkrieg erst richtig los. Irgendwann schießt er sich auf die Verbindungen zwischen der Universität, dem StuRa und der in Ilmenau ansässigen Burschenschaft ein. Nun kann man sich drüber streiten, ob Burschenschaften ne tolle Erfindung sind oder nicht. Es gibt derer nicht wenige, die zu Recht vom Verfassungsschutz beobachtet werden (immer wieder auffällig: die Mitglieder der Burschenschaftlichen Gemeinschaft, deren Grundsätze sich mehr als haarsträubend lesen). Jedoch – und das verschweigt Tino gern, um das Bild des braunen Sumpfes nicht zu stören – beleibe nicht jede Burschenschaft ist Mitglied in der rechten Ecke. Hey, es gibt sogar einen Dachverband, die Neude Deutsche Burschenschaft, deren Grundwerte die klassischen Ansichten von NPD und Konsorten explizit ausschließen. Die von Herrn Seeber immer wieder monierte Baltia-Gotia Ilmenau-Köln zu Ilmenau (kann mir eigentlich mal einer diesen dusseligen Namen erklären? *grübel*) ist übrigens laut eigener Aussage nicht Mitglied in einem der Dachverbande. Laut Selbstdarstellung machen sie sich jetzt auch nicht gerade der rechten Agitation verdächtig. Ebenso wären sie in den letzten Jahren auch in der Öffentlichkeit nicht dadurch aufgefallen (mal ehrlich: ich find das Gehabe mit den bunten Mützchen etc. ja auch imimer ein wenig lustig, aber rechtsextrem? Eher weniger.). All das interessiert natürlich nicht, wenn man durch geschickt gesetzte Links in den eigenen Beiträgen alle Burschenschaften in die rechte Ecke rücken kann. Nun, der Umgang des Studentenrates mit der Hetze von Tino war aus meiner Sicht alles andere als glücklich. Normalerweise reichen die Einträge in seinem Blog mehr als aus, um mal freundlich den Begriff "üble Nachrede" fallen zu lassen und den Rest an die Justiz zu übergeben. Hat man leider versäumt. Irgendwann dummerweise kann man dummerweise als Universität diese ständigen Angriffe nicht mehr ignorieren. Jegliche Forderungen nach Belegen für die aufgestellen Behauptungen ist Tino nicht nachgekommen. An einer Diskussion war und ist er nicht interessiert. Ergo, was bleibt? Klar, die juristische Keule. Unschön, aber leider manchmal nicht zu vermeiden. Der Rektor der Uni hat also eine Unterlassungserklärung fertiggemacht, die Tino in gewohnt selbstsicherer Weise mit einem offenen Brief beantwortet. Dieser endet mit einer Einladung zum Gespräch nach Madrid, wohl wissend, daß der Rektor schon aus haushaltstechnischen Gründen der Einladung nicht folgen kann. Aber: so steht man ja als gesprächsbereit da. Nun, die Anhängerschaft nimmt's dankbar auf. Kein Wunder, wird doch ihr Bild der Leute in Ilmenau hauptsächlich durch die Kommentare in Tinos Blog geprägt. Nun, auf die wahnwitzige Idee, daß diese vorzensiert werden ist scheinbar noch keiner gekommen. Ein Zitat aus den Kommentaren fasst das Bild schön zusammen: Eins verstehe ich nicht: Wenn das ganze doch irgendwie ein “Krieg” zwischen Herrn S und dem Rest der Welt (okay, Ilmenau) ist, warum zum Teufel schickt die Welt nur ihre größten Pappnasen aufs Schlachtfeld? Nun, einfach deswegen, weil es in jeder Diskussion Pappnasen gibt, Herr S. aber gern die sachlichen Argumente der Gegenseite unterschlägt. Es könnte ja eine Diskussion entstehen. Statt dessen ergeht man sich lieber in nebulösen Andeutungen über Gewaltandrohungen anstatt Fragen zu beantworten. Damit kommt man durch, wenn man das Bild des kleinen, tapferen Davids vertritt, der vom großen, bösen Goliath bedrängt wird. Abschließend bleibt nur zu sagen: nicht alles ist so, wie es nach der Lektüre eines Blogs erscheint (auch nicht nach der Lektüre dieses Artikels). Und trotz aller Forderungen nach Medienkompetenz finden sich für jede Kampagne Leute, die sie unbesehen glauben und mittragen. An Tino gerichtet (der das aufgrund der Trackbacks vielleicht lesen wird): so tust du nichts für deine "Sache". So machst du den Kampf gegen braune Ideologien nur lächerlich. Das Thema eignet sich nicht zur Selbstdarstellung, wenn man ernsthaft was bewegen will. Montag, 5. Februar 2007Bildaussagen und DoppelmoralDa les ich doch grad mal kurz auf Spiegel Online einen Artikel über die Gewalt unter Jugendlichen in einigen Berliner Bezirken (kein Link zum Artikel, die veralten ja eh nach einiger Zeit) und schau mir – mal wieder – die Fotostrecke über die Rütli-Schule an, die schon in einigen Artikeln dieser Art auftaucht. Dabei ist mir dann zum ersten mal was aufgefallen. Folgendes Bild musste da schon öfter herhalten für die unterschwelligen Aussage: "Die posieren lieber, statt was vernünftiges zu tun."
Der geneigte Leser mag sich jetzt denken: 'Schau dir diese Idioten an. Kriegen nix auf die Reihe, fühlen sich aber cool.' Diesmal war in der Fotoserie aber direkt davor ein Bild, welches mir vorher nicht aufgefallen ist:
Mit diesem Bild gibt es gleich zwei Probleme: zum einen die Bildbeschriftung: Streitende Schüler in Berlin-Neukölln: Wird ein Migrant angegriffen oder beleidigt, schlägt die gesamte Clique zurück. Interessant, streitende Schüler also. Nun, flüchtig betrachtet gibt das Bild das in der Tat her. Der Schüler mit dem rot-weißen Halstuch scheint sich gerade unfreundliche Dinge von dem "Schüler" in der hellen Jacke anhören zu müssen, während seine ganze "Gang" außenrum steht. Auf den zweiten Blick fiel mir auf, daß ich das rot-schwarze Band und das schwarze Plastikteil am unteren Bildrand kenne: der "Schüler" in der hellen Jacke hat eine Canon-Kamera (daher das Band) mit externem Blitz um den Hals. Unwahrscheinlich, daß ein Schüler sowas zu einem ernsthaften Streit mitnimmt. So betrachtet bekommt das Bild eine komplett andere Aussage: der Fotograf von Spiegel Online (so zumindest die Quellenangabe des Bildes) erläutert der Schülergruppe, wie er sie gern sehen will und sortiert sie regelrecht hin um die maximale Wirkung zu erzielen. In diesem Bild scheint er dem Schüler in der Mitte grad zu erklären, wie der die Hände halten soll. Im Licht dieser Information wirkt doch die Unterschrift des anderen Bildes mehr als scheinheilig: Schüler der Rütli-Hauptschule posieren vor Fotografen: Statt durch ihre Eltern durch das Leben auf der Straße erzogen. Es sind dieselben Schüler (siehe das rot-weiße Halstuch und der lachende Schüler ganz rechts, der im "Fotograf erklärt"-Bild ganz links ebenfalls lacht), die erst hinsortiert und unterschwellig verurteilt werden. So kann man's natürlich auch machen. Daß das moralisch einwandfrei ist wage ich zu bezweifeln...
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Mittwoch, 27. September 2006War das nicht der Kriegsgrund?[...] Ebenso wie Bush wies auch der australische Ministerpräsident John Howard die Einschätzung zurück, dass der Irakkrieg die Gefahr von Terroranschlägen erhöht habe. Die gleichen US-Geheimdienste hätten vor ein paar Jahren auch berichtet, dass der damalige irakische Staatschef Saddam Hussein über Massenvernichtungswaffen verfüge, sagte er. [...] Soweit spiegel.de zu einer Aussage des australischen Ministerpräsidenten John Howard zu einer an die Öffentlichkeit geratenen Geheimdienstanalyse laut der der Irakkrieg die Gefahr des Terrorismus weltweit erhöht habe. Bin das nur ich oder merkt der Mann gar nicht, daß er mit dieser Aussage gerade den damaligen Kriegsgrund (von Geheimdiensten geliefert und dringend gebraucht) indirekt als Schwachsinn hinstellt? Aber so ist das wohl: wenn die was angenehmes melden, dann wird das herausgestellt und verbreitet, melden sie was weniger angenehmes, dann werden sie wegen der Fehler, die früher gelegen kamen an den Pranger gestellt und lächerlich gemacht. Nun, warten wir mal ab, wann sie das nächste Mal gebraucht werden... Mittwoch, 7. Juni 2006Freiheit statt SicherheitswahnAm 17.Juni ist in Berlin eine Demo gegen den um sich greifenden Überwachungswahn seitens des Staates und großer und kleiner Unternehmen geplant. Wer wie ich an dem Tag leider nicht dabei sein kann, der möge doch wenigstens einen kleinen Beitrag leisten. Nehmt eure Webseiten für diesen Tag vom Netz und ersetzt sie durch eine kurze Informationsseite, die über die Hintergründe der Aktion aufklärt! So klein der Beitrag auch sein mag, vielleicht begreift der ein oder andere, der darüber stolpert, daß es kein "Ich hab nichts zu verbergen!" gibt. Meine Seiten werden an dem Tag jedenfalls unten sein, denn ich habe immer irgendwelche Sachen zu verbergen.
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Dienstag, 23. Mai 2006Bär in BayernZählt der Grenzübertritt eines Bären eigentlich als Schmuggel von Fellen geschützter Tiere? Und wer ist dafür dann zuständig? Der Zoll? Die Bundespolizei (aka BGS)? Oder doch der Jagdverein? Fragen über Fragen... Mittwoch, 22. März 2006Der 2. Korb der UrheberrechtsnovelleDas Bundeskabinett hat nun heute den sogenannten "Zweiten Korb" der Urheberrechtsnovelle beschlossen: ein Gesetz, um das in den letzten Wochen heftig gestritten wurde. Und, was soll man sagen? Die Zypries (für alle, die's nicht wissen: eigentlich unsere Justizministerin) kann eigentlich nur gekauft sein. Anders ist diese armseelige Show, die hier abgeliefert wurde, nicht zu erklären. Bis zu zwei Jahre Haft für kopierte CDs/DVDs. "Natürlich" bleibt die Kopie für den Hausgebrauch (bspw. als Sicherung, falls die DVD zerkratzt) weiterhin erlaubt, außer - und hier merkt man die ganze perfide Rotzfrechheit dieser Person - es wird ein Kopierschutz umgangen. Nun, diese Regelung ist nicht neu. Neu sind lediglich die Strafen. Bringt man beides zusammen, so entsteht allerdings ein interessantes Bild: will ich nun eine gekaufte CD sichern, um zum Beispiel das Original nicht mit ins Auto zu nehmen, so darf ich das nur, wenn kein Kopierschutz drauf ist. Faktisch bin ich also in einem Land, in dem quasi jede CD der großen Labels seit etwa 2002 mit einem Kopierschutz versehen ist, in diesem Fall immer mit Gefängnis bedroht. Es sei denn, der Staatsanwalt läßt Gnade walten. Ich habe also kein Recht mehr darauf, mit den von mir bezahlten Sachen zu tun und zu lassen, was ich will, sondern ich bin auf die Gnade des Staates angewiesen. Hurra! Schöne neue Zeit. Der absolute Skandal ist jedoch ein anderer. Wir erinnern uns: vor ein paar Monaten wurde im Rahmen einer EU-Richtlinie beschlossen, daß künftig alle Internetprovider die sogenannten Verkehrsdaten jedes Teilnehmers (also: wann wurde von wo nach wo eine Verbindung aufgebaut?) für mindestens 6 Monate zu speichern. Alle Proteste nutzten damals nichts, der Terrorismus stand schließlich vor der Tür. Um die Massen zu beruhigen wurde argumentiert, daß diese "wichtige Instrument der Terrorismusbekämpfung" nur abgefragt werden würde im Fall von schwersten Verbrechen. Keinesfalls würde es für Kleinigkeiten wie etwa die Entdeckung von Raubkopierern (allein das Wort ist eine Frechheit) benutzt. Nun, da konnte doch schließlich keiner was dagegen haben. Wir haben doch alle nichts zu verbergen, oder? Oder...? Nun, ab heute haben wir alle etwas zu verbergen, denn, man höre und staune: es wurde ein Auskunftsrecht über diese Daten verankert. Jedoch, wie das so ist: die Staatsanwaltschaften haben bereits vor einigen Monaten bemerkt, daß sie mit Verfahren wegen Urheberrechtsverletzungen lahmgelegt werden (allein bei der Staatsanwaltschaft Karlsruhe war damals die Rede von 20.000 anhängigen Verfahren). Nun, unsere Frau Zypries, nicht um Lösungen verlegen, fand natürlich einen Ausweg aus dieser Situation: was soll man noch die Staatsanwaltschaft belästigen? Lasst das doch die Medienindustrie selbst regeln. Und so kam, man glaubt es kaum, der Auskunftsanspruch der Medienindustrie gegenüber den Providern. Mit Hinweis auf die per Vorratsdatenspeicherung erfassten Daten. Erstaunlich. Nun, liebe Frau Zypries: wenn bereits das Kopieren einer CD private Organisationen dazu ermächtigt, von einem Instrument der Terrorismusbekämpfung Gebrauch zu machen, was unterscheidet dann noch den Kopierer vom Terroristen? Wieso soll jemand, der vielleicht schon mehrfach mit Haft bedroht ist wegen etwas, was eigentlich niemand - außer die geldgeilen Köpfe der Medienindustrie - nachvollziehen kann, nicht auch noch das Maß voll machen? Zwei Jahre Haft für's Kopieren? Klar, dann kann ich ja wenigstens noch Spaß haben und einem der Volksvertreter ein paar Knochen brechen. Gibt doch auch nicht mehr Haft für nen Ersttäter. Ach, und liebe Medienindustrie: ich kauf eurer Rotz trotzdem - und gerade deswegen - nicht. Möget ihr langsam und elendig verrecken. Genug Geld um euren Todeskampf eine Weile zu finanzieren habt ihr ja angesammelt. Zuletzt: lieber Leser. Vergiss nicht, ab heute warten auch auf dich schon welche, die dich in den Arsch ficken* wollen... * Der bewußte Film ist leider nicht mehr online. Wer in den letzten Jahren im Kino war sollte ihn kennen. Sonntag, 5. März 2006Macht der KameraEigentlich ist über dieses Thema ja schon viel geschrieben worden: Kann eine Kamera lügen? Ja, sie kann. Der Fotograf kann Standort, Bildausschnitt, Belichtung, Zeitpunkt und Perspektive so wählen, daß eine nahezu beliebige Aussage ins Bild gebracht wird. Er kann sogar von Dutzenden, wenn nicht Hunderten von Bildern das auswählen, was seine Geschichte am besten transportiert. Das ist alles kein Geheimnis und erst recht nichts neues. Und trotzdem ist es immer wieder überraschend. Bei Spiegel Online gab es heute mal wieder einen "Augenblick". So nen der Spiegel Bilder, die nur mit einem extrem kurzen Textstück versehen sind und eine aktuelle Situation beschreiben sollen. Folgendes Bild war es heute:
Ein interessantes Foto, wie ich finde. Es stellt laut Aussage des Begleittextes den Protest der Bewohner der Stadt Kut gegen die herrschende Benzinknappheit dar. Was sagt dieses Bild aus? Vordergründig sieht man eine offenbar wutentbrannte Menge, die lautstark gegen irgendetwas protestiert. Im Hintergrund steigt Rauch auf. Gut sichtbar im Vordergrund wird eine Pistole geschwenkt. Jeder, der dieses Bild sieht und den Begleittext liest muss unwillkürlich denken "Hey, der Irak ist ein gefährliches Pflaster!". Und er mag sogar recht haben. Was aber sieht man eigentlich auf den zweiten Blick in diesem Bild? Denn das, was vordergründig zu sehen ist, ist nicht alles. Schaut man genauer hin, so stellt man fest, daß der Fotograf hier durchaus mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln nachgeholfen hat, damit dieses Bild die ihm scheinbar angemessene Dramatik erhält. Erstmal steht er sehr dicht an der Menge und hat eine eher weitwinklige Aufnahme gemacht. So wirkt er mitten im Geschehen, quasi schon von der aufgebrachten Meute bedrängt (man achte auf das angeschnittene Gesicht am unteren Bildrand und die leicht unscharfen Hände). Des Weiteren hat er seinen Standort so gewählt, daß im Hintergrund Rauch aufsteigt. Es ist also nicht einfach eine Demo, sondern dort brennt (sprichwörtlich) die Luft! Achtet man ein wenig auf den Hintergrund, so fällt auf, daß sich offenbar keiner der dort Abgebildeten zu ähnlichen Entrüstungsstürmen hinreißen läßt, wie die fotografierten Männer im Vordergrund. Vielmehr stehen die Leute dort scheinbar teilnahmslos herum. Keine nach oben geworfenen Hände, kein wildes Geschrei, keine Waffen. Fast so, als wären die Proteste gar nicht so aggressiv. Sehr schön ist dieser Unterschied zwischen Vorder- und Hintergrund an dem Gesicht des Mannes am linken Bildrand im Hintergrund zu sehen. Er ist der einzige weiter weg Stehende, der dem Betrachter erkennbar das Gesicht zudreht. Er schreit nicht, sein Kopf ist nicht gerötet. Er schaut vielmehr interessiert, fast schon erstaunt. Und auf jeden Fall so gar nicht passend zur Stimmung der Leute im Vordergrund. Hätte der Fotograf seinen Standort ein wenig geändert, sich etwas weiter weg gestellt, vielleicht etwas erhöht und hätte dieselbe Situation eingefangen, das Bild würde komplett anders wirken. Nach allem, was man aus diesem Ausschnitt beurteilen kann, wäre es wahrscheinlich eher eine Ansammlung von Leuten, die auf der Straße herumstehen. Von der vorgeblichen Dramatik wäre absolut nichts mehr zu spüren. Ich wage nicht zu behaupten, daß die Proteste dort das Flair ein Kaffeefahrt der Späthippietruppe "Peace 68" haben. Kann sein, daß sie gewalttätig sind. Doch jeder, der Nachrichten konsumiert (erst recht, wenn sie mit derartig emotional besetzten Bildern dekoriert sind) muss sich darüber im klaren sein, daß die Kamera eine nahezu perfekte Lügnerin ist. Sie ist ihrem Besitzer verfallen und erzählt bei richtiger Benutzung jede Geschichte, die dieser sich wünscht. Das Konzept der "Objektivität eines Fotos" ist schon immer eine Illusion gewesen. Freitag, 25. November 2005Winterimpressionen
Hach ja, der Schnee. Das sanfte Kratzen des ABS zeigt an, daß es ein wenig geholfen hat... Das leichte Flackern der Traktionskontrolle weißt darauf hin, daß diese auch etwas eingegriffen hat. Und beide flüstern in vorweihnachtlicher Eintracht: "Du Depp! Lern endlich Autofahren!"
Mittwoch, 12. Januar 2005Flugzeuge, Gesetze und merkwürdiger Optimismus
Unser Bundespräsident hat ja heute das Luftsicherheitsgesetz unterschrieben, welches unter anderem der Bundeswehr die Möglichkeit einräumt, entführte Passagiermaschinen abzuschießen, wenn sie eine Bedrohung darstellen. Man will quasi verhindern, daß etwas wie in New York auch in Deutschland passiert. Nun hat sich der Herr Köhler dabei beschwert, daß er dieses Gesetz nur mit äußerstem Unwillen unterschreibe, weil er Bedenken hinsichtlich der verfassungsrechtlichen Grundlage hat. Er unterschrieb es laut eigener Aussage trotzdem, weil er sich den notwendigen Maßnahmen zur Terrorismusabwehr nicht in den Weg stellen will. Mal abgesehen davon, daß man zu Zeit mit dem Hinweis auf Terrorismusgefahren wahrscheinlich sogar das Verbot von Würfelzucker begründen könnte, ist mir doch eine Aussage von Herrn Schily, unserem werten Innenminister aufgefallen:
Schily sagte weiter: "Wir opfern nicht Leben zugunsten Leben anderer." Eine Entscheidung stehe nur an, wenn zweifelsfrei feststehe, dass Menschen umkommen werden, weil ihr Schicksal bereits von Terroristen besiegelt sei. Die verfassungsrechtliche Klärung könne nur allen willkommen sein.Ist ja interessant, Herr Schily. Vielleicht ist ihnen ja entgangen, daß die in New York damals von den Angriffen total überrascht waren, weil ihnen eigentlich nicht klar war, was die Flugzeuge eigentlich im gesperrten Luftraum treiben. Da würde mich doch interessieren, ab wann man "zweifelsfrei" weiß, daß die Menschen in so einem Flugzeug umkommen werden? Und vor allem: wenn man das dann weiß, schafft man es dann noch, die Maschine abzuschießen? Hm, schauen wir mal kurz... Also, die Bundeswehr besitzt derzeit Jagdflugzeuge vom Typ Phantom F4F, welche in Wittmund (ganz im Norden, bei Wilhelmshaven) und Neuburg a.d. Donau (westlich von Ingolstadt) stationiert sind. Außerdem hat sie vor, sich noch ein paar von den Eurofightern zu kaufen, welche außer ind Wittmund und Neuburg auch noch in Laage (bei Rostock) stationiert werden sollen (Quelle: www.luftwaffe.de). Wir müssen also annehmen, daß die BRD in zwei Teile aufgeteilt wird: entweder man kann das abzuschießende Flugzeug von Norden aus anfliegen oder von Süden. Wenn wir der Einfachheit halber mal die maximale Entfernung zwischen Einsatzort und Geschwaderstandort gleich der halben Entfernung der Geschwaderstandorte Wittmund und Neuburg setzen (etwa 700kmk), dann müssen also im ungünstigsten Fall 350 km überwunden bis zum Einsatzort. Beide Flugzeugtypen können maximal Mach 2 fliegen. Also selbst wenn man annimmt, daß sie die gesamte Strecke mit Mach 2 zurücklegen, brauchen sie dafür 10 Minuten. 10 ganze Minuten (und das noch ohne die Zeit, die die Maschinen brauchen, bis sie überhaupt aufgestiegen sind), die der Innenminister als Vorlauf bräuchte, nachdem er sich absolut sicher ist. Verdammt lange Zeit... Gut, man kann jetzt einwenden, daß die Maschinen ja wahrscheinlich schon aufsteigen, während man noch versucht, mit den Entführern Kontakt aufzunehmen, damit sie im Zweifelsfall verfügbar sind. Ich nehme nicht an, daß die Selbstmordattentäter, die sowas ausführen, mit sich reden lassen. Und wenn die die Maschine erst kurz vor dem Anschlag kapern (möglichst über dicht besiedeltem Gebiet), dann möchte ich wissen, wie man die noch rechtzeitig abschießen will. Selbst wenn man sie von ihrem eigentlichen Ziel fernhalten kann, kommt ein Abschuss einer Katastrophe gleich. Schließlich löst sich so ein Airbus nicht einfach in Luft auf, wenn er von einer Abfangrakete getroffen wird. Und was passiert, wenn die Reste solch einer Maschine über besiedeltem Gebiet runterkommen, konnte man sich ja schon am 21.12.1988 in Lockerbie anschauen. Die Extrapolation der Opferzahlen wenn sowas über einer Großstadt passiert sei dem geneigten Leser zur Übung überlassen. Insgesamt muss ich sagen: nein, ich habe auch keine Ahnung, wie man derartige Sachen wie in New York verhindert. Aber ich habe so meine Zweifel, daß dieses Gesetz der richtige Weg ist. Insofern überrascht mich der (Zweck-)Optimismus von Herrn Schily schon ein wenig.
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