SucheVerwaltung des BlogsKategorienKontaktMarkus Brückner |
Donnerstag, 8. März 2007Selbsternannte Kämpfer für die gute Sache...Kommentare
Ansicht der Kommentare:
(Linear | Verschachtelt)
" Baltia-Gotia Ilmenau-Köln zu Ilmenau (kann mir
eigentlich mal einer diesen dusseligen Namen
erklären? *grübel*) "
--> gerne doch, schritt für schritt:
a) "baltia" war zunächste eine landsmannschaft in ilmenau, später in hagen
b) "gothia" war in den 60ern eine burschenschaft in köln
c) anfang der 70er schliessen sich beide zu einer neuen verbindung zusammen "burschenschaft baltia-gotia ilmenau-köln", also beide namen und beide orte kombiniert
d) nach der wende geht die verbindung nach ilmenau zurück; daher jetzt mit zusatz "zu ilmenau", vor allem, weil es anfangs sowohl in köln und wie in ilmenau je eine aktivitas gibt
--> hoffe, geholfen zu haben :)
Dass eine Burschenschaft NICHT rechts ist, das glaube ich erst dann, wenn sie bei einer Demo gegen die NPD vorne mitmarschiert. Gelegenheit dazu gäbe es gerade in Ilmenau ja genug. Nur Mut! ...
Steht dir frei. Ich würde aber zu bedenken geben, daß du es der Burschenschaft damit verwehrst, politisch neutral zu sein. Das hat schon so ein wenig den Geschmack von "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns." Nicht eben tolerant. Ich würde da doch eher anders rangehen: eine Burschenschaft ist dann rechts, wenn sie explizit rechte Ansichten äußert (die oft vorhandene Schwierigkeit der Einstufung von Aussagen mal außen vor gelassen).
Zum Thema "Gelegenheit": Seltener oder öfter als in anderen Städten wird hier auch nicht gegen rechts demonstriert. Auch wenn Tino den Eindruck gern erweckt: hier laufen nicht tagtäglich die braunen Horden durch die Gegend. Da haben andere Städte deutlich regelmäßiger zu kämpfen (und tun das auch, Beispiel: Wunsiedel, die jedes Jahr wieder das zweifelhafte Vergnügen haben).
Abgesehen davon ist da letztlich noch das generelle Problem mit der Aussage "Burschenschaft==rechts -> StuRa==rechts -> Uni==brauner Sumpf": man kann das hundertmal glauben (es findet sich für jede noch so abenteuerliche Konstruktion jemand, der das tut), man sollte es aber nicht zwingend in aller Öffentlichkeit verbreiten, wenn man schlicht keine Belege dafür hat. Genau dann wird es nämlich Rufschädigung und der Geschädigte (in dem Fall die TU Ilmenau) holt die juristische Keule raus (Was bleibt ihr aus sonst? Ein "Gegenblog" der Uni glaubt ja letztlich keiner.) Deswegen wurde Tino ja auch von mehreren Leuten in seinem Blog schon aufgefordert, die entsprechenden Belege zu bringen. Hat er nie getan. Statt dessen wurden die Kommentare nicht freigeschalten oder die Leute einfach ignoriert. Das ist letztlich keine Diskussion sondern Krach schlagen zu Lasten anderer (über die möglichen Motive habe ich mich oben bereits ausgelassen). Dient der Sache nicht, sondern schadet ihr im Gegenteil auch noch. Sorgt nämlich für Unfrieden unter denen, die sich eigentlich verbünden sollten.
Uff, schon wieder ne ganze Menge Text...
Nun ja - wenn eine Burschenschaft mit "Treue, Ehre, Vaterland" (oder so ähnlich) "auf dem Panier" posiert, wie die Baltia Gothia, dann würde ich zunächst einmal vermuten, dass so um 1914 herum bei ihr die Uhren aufgehört haben zu ticken, und dass sie im digitalen Zeitalter noch längst nicht angekommen ist. Diese Opahaftigkeit wiederum nennt man im besten Fall und laut allgemeiner sprachlicher Übereinkunft "rückständig", im schlimmeren Fall - dann nämlich, wenn sie dahin politisch zurückmöchten, wo diese Schläger- und Duellantenwerte mal Gültigkeit hatten - "reaktionär". Und somit liege ich mit meiner These, dass es gar keine Burschenschaften geben kann, die nicht rechts sind, noch nicht einmal verkehrt.
der spruch lautet "ehre - freiheit - vaterland", und lässt sich vereinfacht auf heutiges vokabular mit "ehre = würde des menschen" (füchtbar reaktionär, wie wahr) - "freiheit = freiheit" (meist die freiheit der anderen, was heutzutage auch nicht jedem gelingt) - "vaterland = patriotisches bekenntnis zum eigenen land" (in der ganzen welt üblich, in deutschland schon fast straffällig, ausser zur fussball-wm) übersetzen. ---> wirklich furchtbar reaktionär, kaum zu glauben. und ist ja auch vollkommen klar, dass DU genau weisst, wo wir denn "politisch zurückmöchten". aber das kannst du sicher wieder mit irgend einer anderen argumente-verkettung nach eigenem gusto "beweisen". glaubhafter wird es dadurch sicher nicht. denn die eigentlichen beweise fehlen immer noch. aber das sind wir ja gewohnt, siehe nyblog.
Ach wat? Nach Gusto umdefinieren kann man natürlich alles - dann ist man beim Hexeneinmaleins: aus eins mach keins und drei ist vier ... usw. "Ehre" aber ist nun mal nicht "Würde". "Ehre" ist die mythisch beschworene Eigenschaft einer Gruppe, die an der Person, Familie, Organisation haften soll, eine Eigenschaft, die von anderen dann wieder "beschmutzt" werden kann, selbst wenn die keine Ahnung haben, worum es dabei geht. Das ist dann ein - oft höchst willkommener - Anlass zur Aggression gegen Fremde also. Worum es meist auch geht. Wohin solche Archaismen führen, siehst du bei jeder Blutrachenmetzelei in Albanien. Im Prinzip ist das in Burschenschaften oder Vorstadtstraßengangs auch nichts anderes. Mit Würde aber hat das rein nichts zu tun ...
Was betreibst du anderes? Du legst eine Definition des Begriffes "Ehre" fest, die beileibe nicht die einzige ist und misst alle anderen daran. Ob diese Festlegung mit der Realität übereinstimmt spielt keine Rolle. So kommt man nie zu einer sinnvollen Diskussion. Dafür musst du schon zulassen, daß der Betreffende seine Definition des Begriffes "Ehre" äußert und diese dann an seinen _Taten_ messen.
Soso:
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ehre">Definition Ehre</a>
http://de.wikipedia.org/wiki/Ehre
(Ich war mal so frei, den doppelten Kommentar zu löschen.)
Dir ist aufgefallen, daß der Artikel dem Ehrbegriff keineswegs diese negative Bedeutung zumisst, die du ihm geben willst? Dir ist aufgefallen, daß "Ehre" als Tugend bezeichnet wird? Es ist durchaus richtig, daß im Namen einer (wie auch immer gearteten) "Ehre" bereits grausamste Verbrechen begangen wurden. Genauso wie im Namen der Freiheit, der Religionen oder sogar der Wissenschaft (man bedenke die Legende über die Entdeckung irrationaler Zahlen durch einen Schüler Pythagoras').
Wenn jemand seine Ehre hochhalten will, dann ist das erstmal nicht negativ. Die Frage ist die Wahl der Mittel und nur an denen hat man sich messen zu lassen.
Auf den Zweiten Weltkrieg gehe ich nur ein einziges Mal ein. Ansonsten diskutiere ich über "Ehre" anhand von Knast, Familie, Kaiserreich etc. Also erst lesen, dann Vorurteile bestätigt fühlen. Du darfst aber gern auch noch die Handwerksehre nehmen, wo nur der "ehrbar" war, der das Meistertöchterchen beschlief. Dir aber viel Spaß noch mit dem Töchterchen eines alten Herren ...
Du legst anhand all deiner Beispiele den Ehrbegriff negativ aus. Ist es unter Umständen möglich, daß es Leute gibt, deren "Ehre" sich aus positiven Sachen herleitet? Natürlich ist die Ehre dann immernoch ein exklusives Kriterium für diese Person/Gruppe, jedoch erreicht durch positive Taten (bspw. der schöne Begriff der "Ehrenamtlichen", wie Rettungssanitäter, Feuerwehrleute oder Katastrophenschützer). An einem derartigen Ehrbegriff kann ich erstmal nichts negatives erkennen, zumal wenn die Erlangung der Ehre jedem durch Beteiligung offen steht. Ob der Ehrbegriff der Burschenschaft so aussieht: keine Ahnung. Das wiederum kann man nur die Leute selbst fragen und ihre Aussagen dann (ich beginne mich zu wiederholen) an ihren Taten messen.
Zum Thema "Töchterchen": also, das Töchterchen ist mittlerweile ne ausgewachsene Tochter, der Herr ist in der Tat nicht mehr der jüngste und mit dem Beschlafen... haja, kann man schon tun. Mit Ehre oder gar Burschenschaften hat das allerdings zumindest bei mir (und vermutlich auch bei anderen) nix zu tun.
Die "Ehre" ist sozusagen das Gesetz der Gesetzlosen - geht das denn nicht in den Kopp hinein? Mit der Ehre stellst du dich voluntaristisch ÜBER andere, die sich bloß ans Gesetz halten - und damit zugleich außerhalb des Gesetzes. Anders ausgedrückt: Mit Hilfe der "Ehre" verlässt du den Boden des Grundgesetzes - und wenn ihr mit dem "Bierverschiss" einen "Ehrlosen" aus eurer Mitte nach euren Ehrgesetzen straft, dann ist es mit der "Würde des Menschen" aus dem Grundgesetz nicht mehr weit her. Denn im Zweifel haben deine wackeligen und schlecht gegründeten Ehrbegriffe für dich und die anderen Bandenmitglieder mehr Verbindlichkeit als das Grundgesetz. Hoast mi?
du unterstellst weiterhin verhaltensweisen aufgrund von hörensagen oder eigenem wunschdenken. halte ruhig alle "ehrenamtlich" tätigen für faschisten. wir werden wegen so einer kruden einstellung zu einem begriff, den wir anders sehen und leben, sicher nicht unseren werte-kanon ändern. auch nicht sprachlich/optisch/symbolisch. "an ihren taten sollt ihr sie messen"
Jaja, so funktioniert jedes hermetische System: Wer nicht dazu gehört, darf nichts sagen und soll die Schnauze halten, weil er nicht dazu gehört. Und wer zum Verein gehört, der darf laut Satzung - äh, wegen der "Ehre" natürlich - auch nichts sagen. Und schon ist Kritik gar nicht mehr möglich ...
was kritisierst du denn? das wir einen wahlspruch haben, in dem ein wort vorkommt, das du ablehnst. schön, das sei dir unbenommen. für uns hat das wort ehre eine andere bedeutung, dies hab ich bereits dargelegt, und nach dieser auslegung handeln wir auch. weitere kritik von dir kann ich nicht erkennen.
1. möchtest du dich dringend damit beschäftigen, wem du grad antwortest und ob der nun bei ner Burschenschaft ist oder nicht. Ich denke in deinem Eifer wirfst du ein wenig was durcheinander
2. kann ich dir nicht helfen, wenn du nicht in der Lage bist, zwischen dem Begriff "Ehre" und seiner Auslegung zu unterscheiden. Ich habe dir einige Beispiele für Auslegungen genannt, die sich sehr wohl mit dem Grundgesetz vereinbaren lassen und deren Anwendung die Leute eher zu positiven Taten treibt, als alles andere. Du lehnst all das blind ab und läßt nur deine Definition des Begriffs "Ehre" gelten. Sorry, auch so funktioniert eine Diskussion nicht. So funktioniert höchstens Polemik und Hetze. Wenn es das ist, woran du interessiert bist, dann sag das auch deutlich.
3. Deine Unterstellungen, daß irgendwelche Ehrbegriffe für irgendwen mehr Verbindlichkeit haben, als das Grundgesetz oder auch nur die Unterstellung, daß diese Ehrbegriffe überhaupt mit dem Grundgesetz kollidieren könnten, nun, diese Unterstellungen solltest du vorsichtshalber für jeden, mit dem du diskutierst belegen können. Nicht daß dir am Ende auch ganz schnell wieder einer auf der Matte steht, der sich beleidigt fühlt. Verstehen könnte ich es, denn du erkennst grad mit deiner Argumentation einer sehr großen Gruppe Menschen in Deutschland und weltweit (den Ehrenamtlichen) die wohlverdiente Anerkennung ab. Viele halten das aus, weil sie's einfach gewohnt sind. Manch einem macht das vielleicht nicht sowenig aus und er beginnt sich (juristisch, bevor du mir wieder mit irgendwelchen Unterstellungen kommst) zu wehren. Und dann solltest du Belege für deine Behauptungen haben.
du unterstellst uns einen anderen begriff der "ehre", wie wir ihn selber begreifen und leben. kannst du belegen, dass wir anders handeln, als im sinne der "würde andere" ? wenn nicht, stell bitte deine unterstellungen ein!
Nochmals - "Ehre" ist ein Exklusionsbegriff. Das sage nicht ich, das ist so, welche Quelle der Sozialgeschichte du auch nimmst: Indem man andere ausschließt, schließt man seine eigene Gruppe fester zusammen. Nimm das Beispiel der "Soldatenehre": angeblich gab es da auch alle möglichen moralischen Standards. Kein Reichswehrangehöriger aber verlor jemals seine "Soldatenehre", bloß weil er ein paar hundert Juden in einer Synagoge verbrannte. Wehe aber, er hätte einem Kameraden drei Zigaretten geklaut, schon wäre ihm die "Ehre" aberkannt worden. "Ehre" ist also so etwas wie ein virtueller Mitgliedsausweis: So lange dir die anderen die "Ehre" zuerkennen, bist du Mitglied der Kompanie, der Burschenschaft, der Gang, der Mafia, der Familie, der Knastbruderschaft usw. Wird sie dir aberkannt, bist du draußen. Über deine "Ehre" entscheiden also immer nur andere - es geht also um deine Anpassung. Verhältst du dich regelkonform, behältst du deine "Ehre". "Ehre" ist also kein universeller Wert wie "Würde", sondern eine Art Benimmbuch für einen Verein, ein Gesetz, um Uniformität herzustellen. Ein Bürger oder Zivilist hat bspw. gegenüber dem Mitglied eines Offizierskorps keine "Ehre", dem durfte man das Töchterchen schänden, die Rechnung prellen, Ohrfeigen geben, so viel man wollte. Da war alles erlaubt, was innerhalb der Gruppe verboten war. Was hat das dumme Spiel mit dieser dämlichen Ehre also mit universellen gesellschaftlichen "Werten" zu tun? Für mich gilt: Gut, dass es heutzutage keine Ehre mehr gibt, dieser Irrsinn hat genug Elend über die Welt gebracht. Von mir aus könnt ihr aber eure Vereinssatzung gern weiterhin "Ehre" nennen, aber fallt nicht anderen Leuten damit lästig ...
Kannst du auch nur mal für einen Moment annehmen, daß es möglich ist, einen Ehrbegriff aus etwas herzuleiten, was nichts mit dem 2. Weltkrieg zu tun hat? Bspw. daß auch Leute geehrt werden wegen ihres Engagements für andere?Ist das für dich möglich? Dann könntest du nämlich auch annehmen, daß es nicht zwingend ist, aus dem Begriff der Ehre die Erlaubnis zu Mißhandlung anderer herzuleiten. Und dann, aber auch nur dann wirst du eventuell in der Lage sein, eine ernsthafte Bewertung der Leute anhand ihrer Taten zu treffen. Vorher wirst du nur blind vor Eifer auf Sachen schießen, die möglicherweise gar nicht das sind, wofür du sie hältst.
Nun, "Treue" in einer Beziehung fordert jeder, "Treue" zu einem Ideal/einer Grupper will keiner. "Ehre" ist heut ja auch wieder ein vielbemühter (wenn auch oft nicht positiv) Begriff, also nicht zwingend 1914. "Vaterland"... haja, es soll schon Politiker gegeben haben, die irgendwelche Vorstände von Großkonzernen als "vaterlandslose Gesellen" bezeichnet haben. Ergo: das gesamte Vokabular ist nicht zwingend von 1914 und zeigt erst recht nicht, daß die Burschenschaft dahin zurück will. Daß es so ist, sollte man belegen. Und genau danach fragen die Leute. Einfache "Annahme" ist nunmal nicht zulässig, wenn man jemanden öffentlich niedermacht.
Eine andere Frage, die sich mir stellt: nehmen wir also mal an, ein stramm Rechter wird in ein Unigremium gewählt. An seinen Wahlaussagen ist das nicht zu erkennen (ich mein, letztlich steht es den Herren und Damen oft nicht auf der Stirn geschrieben) und er betreibt auch keine Agitation im Amt, sondern engagiert sich lediglich für die Belange der Studenten, wofür er gewählt wurde. Was tun also? Ausschließen? Wofür? Gedankenverbrechen? Meiden? Und die Arbeit leidet dann darunter? An den Pranger stellen und so zum Rücktritt treiben? Weswegen? Wieder wegen Gedankenverbrechen? Ist der StuRa oder gar die Uni ein brauner Sumpf, wenn sie sich an die demokratischen Spielregeln halten wollen? Du siehst also: so einfach schwarz/weiß ist das letztlich nicht. Demokratie heißt eben auch, daß Deppen mitmachen dürfen, solange sie sich innerhalb bestehender Gesetze bewegen. Alles andere ist letztlich auch bloss Diktatur von der anderen Seite.
Du hast also hier gleich zwei Probleme: zum einen daß anscheinend niemand belegen kann, daß die Baltia Gotia rechts ist und zum anderen den unzulässigen Schluss von der angenommenen Ausrichtung einer Burschenschaft auf die Ausrichtung der Uni und ihrer Gremien. Solange man beides nicht belegen kann, dürfen sich die entsprechenden Zielpersonen durchaus beleidigt fühlen und ihre rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen. Wenn man das belegen kann, dann immer raus damit. Dann kann man dem erwarteten Ärger auch entspannt entgegensehen. Aber so, wie Tino das betreibt, nämlich statt Belegen irgendwelche zwielichtigen Gesprächsangebote zu machen (er wußte genau, daß der Rektor nicht nach Madrid fliegen kann für sowas. Schon rein finanzrechtlich nicht), Verschwörungstheorien über Morddrohungen aufstellen (geschätzte 90% der Studenten und Mitarbeiter an der TU Ilmenau dürfte das Thema nicht im geringsten berühren. Lediglich die, die sich quasi "von Berufs wegen" damit beschäftigen müssen, dürften überhaupt mehr darüber wissen) und generell jeder Diskussion ausweichen, so wird das kaum zu einem Ergebnis führen. Erst recht nicht zu einem positiven für den Kampf gegen die echten Rechten.
Ich verfolge das alles ja mittlerweile sehr interessiert, und so ist mir auch gleich das Pappnasen-Zitat oben aufgefallen: es war nämlich von mir!
Ich möchte da gerne ein paar Dinge anmerken. "Pappnase" soll zunächst einmal niemanden beleidigen. Es war lediglich der erstbeste Begriff der mir einfiel, um mein Kopfschütteln und Unverständnis bezüglich der Sache zu äußern.
Ich kenne weder ominösen Herr S. noch die Vorgeschichte der Ereignisse. Und daher versuche ich völlig unvoreingenommen beide Seiten zu verstehen. Zum einen sehe ich den Blogautor, der (und dabei ist es zunächst egal ob berechtigt oder nicht) seine Anschuldigungen erhebt. Und dann sehe ich die andere Seite, die sich in Gegendarstellungen, Gegenblogs und (im Fall der Uni) Exmatrikulationsdrohungen versucht.
Pappnase (und ja, mir ist bewusst dass sachliche Argumente ignoriert bzw. gelöscht werden können um eine evtl. unerwünschte Diskussion zu vermeiden) benutze ich, weil ich die Reaktionen der Uni und Gegner des Herrn S. nicht verstehe.
Wenn er wirklich das selbstsüchtige und diffamierende Monster ist, dann wäre genau jetzt der richtige Zeitpunkt gewesen es (das Monster) einzufangen. Und genau deshalb "Pappnase", weil es (das Monster) doch schon auf dem Silbertablett serviert lag.
S. kritisiert den StuRa und deckt braune Sümpfe auf. Hier, genau hier sollte man ihn ausreden lassen. Hier sollte die Unileitung die Sache ernst nehmen, und sich mit der Sache auseinander setzen. Und zwar nicht durch die Exmatrikulationsdrohung, sondern durch einen intensiven Dialog, in dem S. seine Anschuldigungen belegt. Und dann werden entweder gemeinsam die braunen Verbrecher gejagt, oder man macht dem S. zurecht den (kurzen) Prozess.
Nun, ich hab mich mit dem Pappnasenzitat nicht angesprochen gefühlt, insofern... :). Genau dieses Zitat habe ich aber herausgegriffen, weil es schön zeigt, welche Wirkung auf die Öffentlichkeit diese von Herrn S. kontrollierte Diskussion hat. Die Leute, die dort posten sind nämlich nicht alles Pappnasen, die zu keiner Diskussion fähig sind (mögen auch welche dabei sein, ich kenn nicht alle), sondern teilweise einfach Leute, die sich den ganzen Kram seit langer Zeit anschauen und denen irgendwann der Kragen platzt.
Zum Thema "Reaktion der Uni": Wenn du ein wenig weiter in dem Blog von Tino zurückliest, dann wird dir auffallen, daß diese ganze Geschichte sich schon seit langer Zeit hinzieht, jeweils mit wechselnden Gründen um den StuRa zu diffamieren. Die vermeintliche Verbindung zur angeblich rechten Burschenschaft ist nur die neueste Masche (ok, mittlerweile auch nicht mehr wirklich neu). Nun, daß der StuRa im Gegenteil in der Lage ist, mit Vorfällen auch in den eigenen Reihen (es will niemand behaupten, das wäre nicht vorgekommen) umzugehen, zeigen die Protokolle auf http://www.stura.tu-ilmenau.de. Das verschweigt Tino natürlich, sondern er konzentriert sich lieber auf Sachen wie die Tatsache, daß der StuRa den Betreffenden damals nicht einfach aus dem Amt entfernt hat. Dabei ignoriert er völlig die demokratischen Spielregeln, die sowas an recht hohe Hürden binden.
Genau diese Hetze macht einigen Leuten seit geraumer Zeit das Leben schwer, ohne daß diese wirklich was dagegen tun können. Nun hat sich die Uni zu dem ultimativen Schritt entschlossen und die rechtliche Keule ausgepackt. Dazu bleibt anzumerken: es geht um eine Unterlassungserklärung, deren Nichtunterschreiben rechtliche Folgen hat. Diese rechtlichen Folgen wiederum _können_ eine Exmatrikulation und einen Entzug des Stipendiums nach sich ziehen. Nun, PR-technisch mag es ein GAU sein, aber es ist aus meiner Sicht nur fair, diese möglichen Folgen zu erwähnen. Denn daß Tino es gern mal drauf ankommen läßt, das hat man bereits im oben beschriebenen Streit mit dem StuRa um die Bestellung der Buttons zur Zivilcourage-Aktion gesehen. Man versucht also hier den möglichst kurzen Prozess zu machen, aber damit macht man sich in der Öffentlichkeit nicht zwingend Freunde. Vor allem wenn die Gegenseite die öffentliche Diskussion kontrolliert. Daher ja auch der Artikel hier (ich betreibe übrigens explizit kein Gegenblog, sondern nutze einfach was schon vorhanden war), dessen Diskussionsplattform gern genutzt werden soll, um Fragen zu beantworten, die offen geblieben sind. Nicht für umsonst sind die Kommentare hier komplett unmoderiert (von Spam mal abgesehen).
Ich denke ich verstehe was du meinst, und wenn das alles so wahr ist wie du es schilderst, dann ist klar dass manchen Leuten irgendwann der Kragen platzt. Ist ja ganz normal dass man sich anfängt zu wehren wenn man zu Unrecht beschuldigt wird. Und ich will auch gar nicht herunterspielen wie schlimm das persönlich für einzelne (evtl. Mitglieder der StuRas) sein muss, wenn seitens des S. so gezielt manipuliert und gehetzt wird. Ich will wirklich nur auf den einen Punkt raus: In deiner Version kennt man die (ich nenne es mal vorsichtig) Machenschaften (inkl. haltloser Anschuldigungen, Rachefeldzügen etc.) schon seit langem und ist diesen bisher recht hilflos ausgeliefert (da der S. ja den Blog führt, zensiert, manipuliert usw.). Und jetzt, wo dieser "Krieg" mit dem Burschenschaftsthema seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht, hat man die Chance sich zu wehren meiner Meinung nach verschenkt. Ob die Unterlassungsklage rechtlich in Ordnung und ein Hinweis auf die mögliche Exmatrikulation angemessen ist - ich weiss es nicht, ich habe keine Kenntnisse im Bereich Medienrecht. Aber besagtes Vorgehen, obgleich man wusste das S. die Gegenreaktion natürlich nur provoziert und sich an ihr profilieren will, dieses Vorgehen halte ich für falsch. Manchmal muss sich die Schlange einfach als Maus verkleiden, wenn Sie die Maus fangen will.
Das S. ein wenig wackelt ist auch so unübersehbar (siehe Änderung und Anpassung des Impressums oder auch die immer öfter erwähnte Suche nach Anwälten, die alles in Grund und Boden klagen) und bei der von mir im ersten Comment geschilderten Vorgehensweise wäre er auch schon gefallen - ein Dialog hätte Licht ins Dunkel gebracht.
"und wenn das alles so wahr ist wie du es schilderst," Dazu kann ich nur sagen: ich schreibe das so, wie ich es nach besten Wissen und Gewissen kenne. Niemand sollte meine Version der Geschichte für die endgültige Wahrheit nehmen, sondern lieber selbst nachforschen. Wie heißt es so schön? "Es gibt 4 Versionen einer Geschichte: deine, ihre, die Wahrheit und das was wirklich passiert ist." :)
Die Frage nach der Reaktion der Uni... nun, schwierig. Ich weiß ehrlich gesagt nicht wirklich, was eine angemessene Reaktion gewesen. Wie geht man mit jemandem um, der eigentlich nur lärmen will und demnach auf keine ernsthafte Diskussion eingeht? Wie du gesehen hast steht in der Öffentlichkeit eine große Einrichtung wie eine Uni, die gegen einen Studenten vorgeht, schnell als der böse Goliath da. Wie geht man also sinnvollerweise vor? Sprich: wie kann man sich in dem Fall als Maus verkleiden?
Doch genau die von dir angesprochene öffentliche Diskussion hätte man dem S. anbieten sollen. Durch eben dieses Angebot hätte die Uni ihre Glaubhaftigkeit behalten und ihr Gesicht gewahrt. Angenommen die Uni hätte folgendermaßen reagiert (jetzt kommt der Mausanzug): S., du hast was entdeckt, bitte lass uns drüber reden, wir sind daran interessiert mehr zu erfahren und das gegebenenfalls aufzudecken. Damit hätte man der negativen Publicity eindeutig und vehement gegengewirkt. Denn eins sollte klar sein: wenn irgendwo Dinge schief laufen, dann sollten diese aufgedeckt und bearbeitet werden. Und das vermisse ich bei der Reaktion der Uni: sie hätte signalisieren sollen wie ernst sie die Thematik nimmt, und als erste Reaktion keine Unterlassungsklage einreichen sollen. Egal wie betroffen und verletzt die Beteiligten des StuRas und der Uni auch sind, hier hätte ich mir einen kühleren Kopf gewünscht.
So blieben nach den (leider nicht stattgefundenen) Gesprächen zwischen S. und Unileitung die bereits angesprochenen zwei Möglichkeiten. Sind die Anschuldigungen des S. haltlos, dann geht man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln (unter Umständen auch eine Exmatrikulation) dagegen vor. Entpuppen sich die Aussagen des S. als wahr, dann bekämpft man gemeinsam den rechten Sumpf. Aktuell hat man dem S. nur einen Gefallen getan, indem man ihm erst ermöglicht, von dem eigentlichen Thema geschickt abzulenken und sich als den schon oft zitierten "David" zu positionieren. Und ich wiederhole mich gern: er hat bedenklich gewackelt.
Hm, nur: wie macht man das (wohlgemerkt öffentlich)? In seinem Blog? Zensiert er. War ja der Grund für meinen Artikel, daß mein (hoffentlich) sachlicher Diskussionsbeitrag nicht durchging. Als Pressemitteilung der Uni? Kriegt in der vielzitierten Blogosphäre, wo ein Hauptteil des Ärgers auftritt, niemand mit. Außerdem: jedesmal ne Pressemitteilung, wenn sich grad jemand profilieren will? Dann kommt man ja zu nix anderem mehr.
Es ist letztlich nicht so, daß niemand versucht hat, mit Tino zu reden. Ich habe ja oben bereits geschrieben, daß er selbst mal Mitglied im StuRa war, bevor es zum Streit kam. Zum Streit kann es nur kommen, wenn man redet. Aber eine _öffentliche_ Diskussion scheut er leider nicht nur zu dem Thema.
Ich will keineswegs behaupten, daß die Öffentlichkeitsarbeit der Uni und des StuRas in dem Zusammenhang perfekt ist. Aber ehrlich gesagt hab ich keine Ahnung, wie ich es besser machen würde. Ich kann mich als quasi Unbeteiligter von außen mit meinen eigenen Möglichkeiten (bspw. diesem Blog) bequem einmischen. Ein dediziertes "Gegenblog" des StuRas oder einer Pressemitteilung der Uni hätte nicht ansatzweise dieselbe Glaubwürdigkeit gehabt. Käme eher so auf die Art "hektisches Dementieren, also muss da ja was im Busch sein" rüber. Der Effekt ist bekannt.
u.a. um den eindruck des "hektischen dementierens" zu vermeiden, gibt es im übrigen auch bewusst keine verlautbarung der baltia-gotia (von einzelnen privatmeinungen, wie der meinen, mal abgesehen) zu diesem thema.
auf die einladung an herr s., sich doch mal mit uns zu treffen und informationen vor ort zu bekommen, ging er nie ein. siehe hier: http://nyblog.de/index.php/dummheit-verbindet/#comment-1954
Mein Ansatz bietet zugegeben keine Lösung des Problems, aber er hätte der Uni ein positiveres Image und eine vorteilhaftere Ausgangslage beschert. Die Kommunikation der Uni nach aussen ist in der Tat sehr schwierig - denn wie du sagst fehlt es eigenen Kanälen (egal ob Pressemitteilung oder Gegenblog) an Glaubwürdigkeit. Ich glaube allerdings auch nicht dass das nötig war, denn der Blog des S. bietet reicht vorerst als Schauplatz für die Öffentlichkeit aus. Wie hätte denn S. auf eine Reaktion der Uni reagiert, wenn diese nicht geklagt, sondern eingelenkt und zu Gesprächen eingeladen hätte? Mit Sicherheit wäre ein solcher Schritt auf dem Blog als "Sieg" zelebriert worden, sozusagen als öffentliche Anerkennung der Aufklärerfähigkeiten des S.. Er, S. hats aufgedeckt, und jetzt gehts den braunen Verbrechern an den Kragen. Und genau dass ist meiner Meinung nach die optimale Ausgangslage für die Uni. Jetzt ist es an S. die notwendigen Beweise zu bringen - absurde Kausalketten á la spiegelonline werden hier nicht ausreichen. S. ist am Zug, nicht die Uni. Kommt er dem Nachweis nicht nach und es wird offensichtlich, dass es sich nur um eine verzweifelte und provokante Hetzkampagne handelt, dann soll bitte ein Gericht entscheiden inwiefern S. dafür zu belangen ist. Von einer Sache bin ich allerdings überzeugt: Ob da ne zähe spanische Tortilla oder braune Kackwürstchen auf dem Teller liegen, am Ende schnappt die Schlange (im Mausanzug) in jedem Fall zu.
Statt weiterem unqualifizierten Gequackel ("für uns bedeutet Ehre aber was anderes"):
Burkhart, Dagmar: Eine Geschichte der Ehre. Darmstadt 2006
@Chat Atkins:
- Warst du jemals in Ilmenau vor Ort?
- Kennst du einen Burschenschaft(l)er (weiß nicht wie's genau richtig ist)der Baltia-Gotia persönlich?
- Warst du jemals auf einer Veranstaltung der Baltia-Gotia?
- Hast du in Medien (und damit meine ich nicht NY Blog)über Baltia Gotia etwas gehört/gelesen was sie mit Rechtsextremismus in Verbindung bringt?
Falls du alle diese Fragen mit JA beantworten kannst, dann besitzen deine Argumente auch ein Niveau, auf dem man weiterdiskutieren kann. Ansonsten bist du nur eine billige Version des Herrn S.
|
Eins der größten Probleme der zwischenmenschlichen Kommunikation scheinen sich nicht nachhaltig lösen zu lassen. Es wechselt nur sein Gewand und ist immer wieder in scheinbar neuer, nie zuvor da gewesener Form zurück: die Reputation der Worte. In d...
Aufgenommen: Mär 10, 16:37
eigentlich wollte ich mich zu diesem thema nicht mehr äussern, denn man sollte trollen nicht mehr aufmerksamkeit zugestehen, als unbedingt nötig. worum geht’s? genau, um “herrn s.”, den grossen aufklärer von gottes gnad...
Aufgenommen: Mär 20, 16:14
Herr S. hat wieder zugeschlagen! Ich hatte ja letztens bereits ausführlich über die Probleme mit solchen selbsternannten Kämpfern für die gute Sache (TM) sinniert. Ähnliche Gedanken finden sich bspw. auch im Blog vom werten Herrn Friedland. Nun, die ganze
Aufgenommen: Mär 20, 17:07